05/01/2026
05.01.2026
Liebe Tierfreunde,
wie in unserem Bericht vom 09.12.2025 mitgeteilt, haben wir uns entschlossen, einen Jahresrückblick 2025 zukommen zu lassen. Hierin teilen wir die schlimmsten Ereignisse der in großer Not befindlichen Kitten und älteren Katzen mit.
Zum Jahresende unseren Dank auf diesem Weg an die Tierschützer-Kreise für die ständige finanzielle Unterstützung, um die Not der Tiere weiterhin lindern zu können.
Unsere alten Insassen, teilweise seit Geburt bei uns, die ältesten nunmehr ca. 14 Jahre alt, erfreuen sich noch immer einer guten Gesundheit.
Im Laufe des Jahrs konnten nur wenige Tiere in gute Hände vermittelt werden. Erfreulicherweise hören wir von den neuen Eltern Nachrichten, dass es ihnen gut geht und der örtliche Wechsel gut verlaufen ist. Dies häufig verbunden mit Fotos.
Unsere ununterbrochenen Nachrichten über Facebook oder das örtliche Oberzent Wochenblatt, dass zum Wohle der Tiere dringend Kastrationen notwendig sind, verhallt oft ungehört in unserer Region.
Die Folge ist, dass wir im Laufe der letzten 12 Monate in den umliegenden Oberzent-Dörfern unendlich viel Tierleid auffanden. Wie verschiedentlich mitgeteilt und in Facebook veröffentlicht, herrscht in der gesamten Region der Virus FIV und Leukose, genannt Katzenaids. Dieser Virus wird übertragen durch Bisse und Futter. Die Hauskatzen sind davon nicht verschont. Die herrenlosen Katzenkolonien würden nicht entstehen, wenn die Bürgerschaft die Kastrationsverordnung, gültig seit Januar 2020, ernstnehmen würden und mehr Verantwortlichkeit aufbrächten.
Das nächste große Problem ist der illegale Katzenhandel. Über Ebay oder sonstige Portale werden jüngste Kitten angeboten, die noch nicht einmal nach 8 Wochen Mutterentwöhnung hinter sich haben. Dies mit falschen Angaben, so z. B. höheres Alter (ein Kitten sollte erstmals mit 3 – 4 Monaten vermittelt werden). Vor dieser Vermittlung muss eine Entwurmung erfolgen, die Nahrungsaufnahme bei der Mutter bis zur 8. Woche. In diesen 8 Wochen kann z. B. das Muttertier bereits kastriert werden, der Milchfluss wird dadurch nicht unterbrochen.
Dies alles fehlt bei diesen auf den Markt geworfenen Kitten. Die geforderten Preise liegen bei ca. 350 Euro, natürlich bar, ohne Quittung. Der Personenkreis, der dies tut, handelt gegen das Tierschutzgesetz und versucht, die Gutgläubigkeit der Käufer zu seinem wirtschaftlichen Wohle auszunutzen.
Ein jüngster Fall mit genauem Herkunftsnachweis über die Schleusertätigkeit bis zum neuen Besitzer zeigt deutlich, mit welchen finanziellen Verlusten die neuen Erwerber rechnen müssen, wenn sie ein solches Kitten übernehmen. Die hohen Barzahlungen für ein bereits krankes Tier haben große Folgekosten bei den Tierärzten, denn all die o. a. dringenden Maßnahmen sind nicht erfolgt, führten zu Krankheitsbildern mit laufenden Kosten mit bis zu weit über 1000 Euro.
Dieser illegale Personenkreis vermittelt nicht nur Kitten, sondern mit noch höheren Kosten verbunden sogenannte Zuchttiere. Die neue Modekatze ist die Maine C**n. Den Magistrat, dem Veterinäramt sowie Polizei und Finanzamt liegen Anzeigen durch Geschädigte vor, die solche sog. Maine C**n auf dem gleichen Wege wie voran aufgeführt, erwerben. Es sind durchgängig Haustürgeschäfte ohne Quittung, verbunden mit gefälschten Herkunftsnachweisen und tierärztlichen Untersuchungen. Diese kranken Tiere befinden sich alsdann im Besitz der Erwerber und dem traurigen Erwachen, dass sie durch eine gezielt arbeitende, ansässige Kleinorganisation, kranke Tiere erworben haben. Bis zur Feststellung der Erkrankungen an den Tieren entstehen Kosten pro Tier weit über 1000 Euro. Die illegalen Barzahlungen bei Erwerb liegen durchschnittlich bei 350 – 500 Euro pro Tier.
Dieser grausame Zustand ist seit Dezember 2024 den o. g. Behörden bekannt. Die angeblich überprüfte kriminelle Kleinorganisation hielt Anfang des Jahres 2025 für kurze Zeit mit ihren Vermittlungsveröffentlichungen inne, ist nunmehr jedoch wieder forsch dabei, weitere Tiere aus diesen kranken Inzuchtbeständen im Netz anzubieten. Die neuesten Fotos haben ergeben, dass es sich keineswegs mehr um reinrassige Maine C**n handelt.
Also das Geschäft geht weiter, wo bleiben die Gesetzeslage und die zuständigen Amtsärzte, Veterinäre etc.?
Ein weiterer Anruf erreichte uns September 2025, wonach 2 Familien aus einem kleinen Oberzent-Weiler mitteilen, dass in ihrem Dorf viele Katzen streunend umherirren würden. Wir verteilten an die ansässigen Bürger unsere Einladung zum Gespräch nebst Kastrationsverordnung. Ein solches Gespräch mit jedem erreichbaren Bürger fand statt. Ein Teil der Bürger konnte nachweisen, dass ihre Tiere kastriert sind und demzufolge keine Kittenflut entstehen konnte. Zum Ende des Tages kam die große Überraschung. Vor unseren Augen überquerten ca. 15 – 20 Kleinkatzen die Straße und gingen gezielt zu einem Haus, welches wir noch nicht sehen konnten, da es versteckt in einem Waldgrundstück lag. Wir folgten der Spur und fanden eine Familie die gerade dabei war, die Tiere zu füttern. Wir stellen uns den Bewohnern vor und erkundigten uns um die merkwürdige Katzenflut. In diesem Moment kam der Hausherr und erklärte, dass all diese Katzen nicht seinem Wunsch der Fütterung und Aufenthalt entsprachen, er wünscht dies Verhalten nicht. Es gelang uns in Ruhe zu sprechen und wir erfuhren, dass im letzten Jahr ähnlich viele Kitten dagewesen seien, die verschwunden wären, wohl tot.
Es zeigte sich, dass ein Teil der Familie einverstanden war, da sie keine eigenen Katzen hätten, die Tiere zu fangen. Diese wurden sofort durch uns eingefangen und alsdann in unser Asyl verbracht. Wir hatten alsdann 14 Kitten, 1 trächtiges Muttertier und ca. 4 Halbwüchsige, teilweise Kater in der Altersgruppierung um 5 – 6 Monate.
Alle wurden zu den Ärzten verbracht, kastriert und eine befreundete Tierschutzorganisation konnte die Tiere größtenteils übernehmen und in Pflegestellen aufpäppeln. Noch insgesamt 5 Tiere leben hier bei uns im Asyl, sind schwer erkrankt, 1 Tier FIV Leukose positiv.
Das bestürzende an diesem September-Erlebnis ist der Tatbestand, dass eine gutsituierte Familie noch nie etwas von einem Tierheim gehört haben will und die Tiere wohl zur Freude der Kinder notdürftig versorgt, wohlwissend, dass diese binnen kürzester Wochen, wie bereits erlebt, verschwunden und „wohl tot“ sind.
Von einer Kastrationsverordnung habe man niemals etwas gehört und möchte unbedingt ein Tier aus dem bei uns befindlichen Rudel übernehmen!?
Bei all diesen Erlebnissen bleibt einem so manches Mal der Verstand stehen.
Mit diesem Bericht endet unser Jahresrückblick. Dazwischen fanden viele schlimme Kurzerlebnisse, Rückschläge aus vergangenen Vermittlungen statt.
Positiv ist die Zuversicht, die wir noch nicht verloren haben und Sie, die diesen Brief erhalten, wissen lassen möchten, dass Ihre Hilfe uns immer wieder aufrichtet. So verbleibt die Einsicht, die letzte Hoffnung stirbt zuletzt, auch Dank Ihrer Unterstützung.
Ein gutes neues Jahr, vergessen Sie die Tiere nicht.
Seid gegrüßt Euer Mühlenteam…
Mühlenteam und Tierheim Oberzent Odenwald
Beerfelden-Gammelsbach, Neckartalstraße 17, Tel 06068 941 57 45, Mo – Sa von 7 -12 Uhr
Email: [email protected]
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