29/10/2026
Realbrandausbildung in Bayreuth
In der Woche vom 19.10.2026 bis einschließlich dem 24.10.2026 machte der Brandübungscontainer des Landesfeuerwehrverbandes Bayern Station bei uns in Bayreuth.
An insgesamt vier Übungstagen konnten insgesamt 63 bereits fertig ausgebildete Atemschutzgeräteträger aus Stadt und Landkreis Bayreuth die Hitze des Feuers im kontrollierten Rahmen spüren und einen großen Erfahrungsgewinn verzeichnen.
Zu Beginn erfolgte für die Teilnehmer eine einstündige Theorieschulung in der Feuerwache in Bayreuth. In dieser wurden die Grundlagen rund um das Thema Realbrand wiederholt. Von der Schutzwirkung der Persönlichen Schutzausrüstung und wann diese auch mal ihre Grenzen erreichen kann bis hin zur Technik und Handhabung von Hohlstrahlrohren. Ebenso wurden die Brandverlaufsphasen Entzündung - Entstehungsbrand - Vollbrand - abklingender Brand und thermodynamische Grundlagen genauer betrachtet. Auch für die Bedeutung der Fachbegriffe wie "Flashover" und "Rollover" wurden die Einsatzkräfte wiederholend sensibilisiert.
Flashover nennt man die schlagartige Ausbreitung eines Brandes auf alle thermisch aufbereiteten Oberflächen brennbarer Stoffe im Raum.
Unter Rollover versteht man die Durchzündung entzündbarer Pyrolyseprodukte und Schwelgase, die sich in der Regel als Rauchschicht in einem Raum ansammeln.
Abschließend betrachteten die Teilnehmer gemeinsam mit ihrem Ausbilder der Firma Dräger Academy & Safety GmbH & Co. KG äußere sowie innere Anzeichen einer Brandausbreitung, das Lesen dieser Anzeichen ist für Atemschutzgeräteträger besonders wichtig, da Sie anhand dieser ihre Vorgehensweise entscheiden.
Im Anschluss verlegte die Mannschaft in den Stadtbauhof, dort war der Brandübungscontainer stationiert.
Vor Ort erfolgte ein kurzes Strahlrohrtraining, in welchem das richtige Handling des Strahlrohrs von einem jeden Teilnehmer nochmal im Kühlen beübt werden konnte.
Nach dem gemeinsamen Anlegen der umluftunabhängigen Atemschutzgeräte und gegenseitiger Kontrolle ging es nun endlich in das Innere des Containers. Hierbei liegt der Fokus darauf, dass die Teilnehmer die verschiedenen Brandverlaufsphasen erkennen und deren Rauchentwicklung lesen lernen. Zudem erfolgt parallel eine Gewöhnung an die in dem Container herrschende Hitze, circa 170 Grad werden für die Einsatzkräfte spürbar, am Brandherd werden Spitzenwerte von bis zu 590 Grad gemessen.
Das außen wiederholte Stahlrohrtraining darf nun in der Brandsituation angewendet werden - die Teilnehmer beobachten die Auswirkung und weitere Brand- & Rauchentwicklung nach der Abgabe eines Sprühstoßes. Zudem wurde die sogenannte hydraulische Ventilation von dem Ausbilder aufgezeigt.
Im Rahmen dieser Heißbrandausbildung sammeln die Atemschutzgeräteträger wichtige Erfahrungen, die ihnen die Abarbeitung eines Realbrandeinsatzes erleichtern sollen. Durch den gesicherten Rahmen können sie in Ruhe Beobachtungen machen und Löschversuche durchführen, die ihnen in der Zukunft zugutekommen werden.