Stiftung Weltkulturerbe Bamberg

Stiftung Weltkulturerbe Bamberg Kontaktinformationen, Karte und Wegbeschreibungen, Kontaktformulare, Öffnungszeiten, Dienstleistungen, Bewertungen, Fotos, Videos und Ankündigungen von Stiftung Weltkulturerbe Bamberg, Gemeinnützige Organisation, Michelsberg 10, Bamberg.

Gegründet 2003, 10 Jahre nach Aufnahme der Altstadt Bamberg in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes, sorgt die Stiftung maßgeblich für den Erhalt und kulturelle Entwicklung des Stadtdenkmals.

21/02/2025

Die Sanierung der Klosteranlage St. Michael mit ihrer ehemaligen Abteikirche ist ein wahres Mammutprojekt. Eine große Verantwortung liegt in den Händen aller Beteiligten, die seit Bekanntwerden der Einsturzgefahr der Kirche 2012 unermüdlichen planen, finanzieren und restaurieren, um sie wieder Be...

13/12/2024

📝Medieninfo 654/2024

➡Neues Sextett vervollständigt ursprünglichen Klang von St. Michael

➡In Hessen wurden sechs neue Glocken für die ehemalige Abteikirche gegossen

Die Hitze ist außergewöhnlich für einen Tag im November. In der Luft liegt der
Geruch von geschmolzener Bronze, als sich eine Abordnung aus Bamberg versammelt, um einem Ereignis beizuwohnen, das die klangvolle Bamberger Geschichte künftig prägen wird. In der traditionsreichen Glockengießerei Rincker im hessischen Sinn werden gleich sechs neue Glocken für die ehemalige Abteikirche St. Michael hergestellt.

Bis ins Jahr 1610 gab es in St. Michael insgesamt elf Glocken, die jedoch bei einem verheerenden Brand vernichtet wurden. Nur teilweise wurden diese anschließend wieder hergestellt. Über das mittelalterliche Geläut ist wenig bekannt, doch bereits Vorgängerglocken waren den Heiligen Michael, Benedikt und Otto geweiht und mit deren Bildnissen versehen. Die aus dem 17. und 18. Jahrhundert stammenden Bestandsglocken St. Kunigunde und St. Heinrich im Dachreiter über der Vierung sowie St. Michael, St. Benedikt und St. Otto im Südturm erhalten nun Verstärkung durch sechs neue Glocken im Nordturm. Diese heißen St. Gabriel, St. Raphael, St. Maria, St. Elisabeth und St. Katharina. Die Heiligen-Namen der beiden letzten Glocken erinnern an die heutige Eigentümerin der Kirche und deren Ursprünge: die Bürgerspitalstiftung Bamberg. Diese entstand im Jahr 1804 und ging ursprünglich aus der Zusammenlegung von Katharinen- und Elisabethenspital hervor. Bei der sechsten Glocke handelt es sich um ein Silberglöckchen, das es bereits im Jahr 1614 gab, aber seit dem Zweiten Weltkrieg verschollen ist.

„Es ist ein historischer Tag heute“, sagt Stiftungsreferent Bertram Felix, der voller Freude vor Ort dem Ereignis beiwohnt. „Diese Glocken werden nicht nur Töne erzeugen, sie werden Geschichten erzählen und uns an unsere Wurzeln erinnern.“ Routiniert und ruhig führen die Handwerker der Firma Rincker die vorbreitenden Arbeiten durch. Es ist eine feierliche Zeremonie, zu der es auch gehört, dass Diakon Josef Geißinger aus dem Katholischen Seelsorgebereich Bamberger Westen den Akt des Gießens segnet, ehe dieser beginnt.

Ein traditionsreiches Verfahren

Angewandt wird hier das Lehmformverfahren, das bereits im 12. Jahrhundert entwickelt wurde. Dabei wird zunächst der Kern aus Ziegel- oder Lehmsteinen hohl aufgemauert und mit Hilfe von gedrehten Schablonen in Form gebracht. Auf den Kern wird die „Falsche Glocke“ gesetzt, die in ihrer Größe und mit ihren Verzierungen genau der zu gießenden Glocke entspricht. Zuletzt entsteht der Mantel mit entsprechenden Negativ-Abdrücken durch die „Falsche Glocke“. Die drei Schichten werden durch Rindertalg voneinander getrennt, so dass schließlich die „Falsche Glocke“ sauber entnommen werden kann. Während des Guss-Vorgangs kann somit die heiße Bronze zwischen Kern und Mantel hineinfließen und die Glocke bilden.

Die Besucherinnen und Besucher aus Bamberg rücken näher zusammen und fixieren den Ofen, als letzte Handgriffe getätigt werden. „Im Namen Gottes, wir gießen“, sagen die Arbeiter, dann senkt sich langsam eine Rinne vom Gießkessel herab und glühendes Metall strömt heraus. Rotgold bahnt es sich seinen Weg in vorbereiteten Kanälen von einer fest im Boden eingegrabenen Glockenform zur nächsten. Smartphones werden gezückt und zeichnen den Schaffensakt auf, bei dem das Metall Temperaturen von bis zu 1200 Grad Celsius aufweist. Die Bronze besteht aus 78 Prozent Kupfer, 20 Prozent Zinn und 2 Prozent Fremdanteil. Die schwerste Glocke wird etwa eine Tonne wiegen und einen Durchmesser von einem Meter aufweisen.

Bald schon füllt das Metall die unterirdischen Hohlräume aus, während es die Gäste noch durch das Leuchten und die Hitze wahrnehmen. Während langsam der Prozess der Abkühlung beginnt, der mehrere Tage andauern wird, spricht Diakon Geißinger noch ein Dankesgebet. Dann machen sich die Bambergerinnen und Bamberger auf ihren rund 290 Kilometer langen Heimweg.

Weihe im Frühjahr 2025

Einige Tage später wurden die erkalteten Formen ausgegraben und Mantel und Kern abgeschlagen. Erleichterung bei den Handwerkern: Der Guss ist gelungen. Die Rohguss-Glocken wurden danach mit Wasser und Sand gebürstet, bis sie silbrig glänzten. Minimale Änderungen am Ton und Klang sind noch durch Schleifen möglich, ehe sie von einem Glockensachverständigen abgenommen werden. „Wir freuen uns schon, wenn die neuen Glocken im Frühjahr 2025 in Bamberg eintreffen, geweiht und später erstmals erklingen werden“, blickt Bertram Felix voraus. Im Nordturm der Kirche St. Michael, die bekanntlich seit mehreren Jahren aufwendig saniert wird, soll das Geläut in neuen Glockenstühlen aus Eiche aufgehängt werden. „Wenn die verschiedenen Läuteszenarien des neuen Sextetts ertönen, können die drei Glocken im Südturm, ein Spitzenwerk süddeutscher Glockenkunst des 17. Jahrhunderts, geschont werden. Sie sollen auf Grund von Alter und Zustand dann nur noch an höheren Feiertagen zu hören sein“, so Felix.

📷Bis zu 1200 Grad Celsius ist die glühende Bronze beim Guss-Vorgang heiß. / Foto: Bürgerspitalstiftung, Lara Müller

Medieninformation 609/2024Einzeldenkmal „Sutte 17“ wird generalsaniertDie Stiftung Weltkulturerbe Bamberg bewahrt das hi...
27/11/2024

Medieninformation 609/2024

Einzeldenkmal „Sutte 17“ wird generalsaniert
Die Stiftung Weltkulturerbe Bamberg bewahrt das historische Gebäude vor dem Verfall.

Das Einzeldenkmal „Sutte 17“ in Bamberg wurde letztes Jahr von der Stiftung Weltkulturerbe Bamberg gekauft. Gemäß ihrem Stiftungszweck, der Förderung der Denkmalpflege in Bamberg, wird nun eine Generalsanierung geplant, um das Gebäude vor dem Verfall zu retten.

Das Wohngebäude wurde früher als „Notschlafstelle für Durchreisende“ genutzt und steht nun seit einigen Jahren leer, da es stark sanierungsbedürftig ist. Das aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammende Eckgebäude mit zwei Etagen besitzt etwa 120 qm Wohnfläche, der rückwärtig liegende kleine Garten hat eine Größe von ca. 50 qm.

Zurzeit laufen die Grundlagenermittlungen und die Vor- und Entwurfsplanung. Eine Finanzierungsplanung mit der Abfrage von möglichen Fördermitteln wird danach erarbeitet.

Die Betreuung der Arbeiten und auch die zukünftige Vermietung für Wohnnutzung wird durch die Stadtbau GmbH Bamberg erfolgen. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird sich der Mietzins am Bamberger Mietspiegel orientieren.

Bildunterschrift: Das aus dem 18. Jahrhundert stammende Wohnhaus Sutte 17 wird von der Stiftung Weltkulturerbe Bamberg generalsaniert.

Fotonachweis: Stiftungsmanagement Stadt Bamberg, Lara Müller

Auskünfte zum Thema:
STADT BAMBERG Amt für Bürgerbeteiligung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Rathaus Maxplatz, Maximiliansplatz 3, 96047 Bamberg
Tel.: 0951/87-1022, E-Mail: [email protected]
Stadt Bamberg

Medieninformation 632/2024Fassadenpreis 2024 für die Baudenkmäler Untere Brücke 3 bis 5  Die Stiftung Weltkulturerbe Bam...
27/11/2024

Medieninformation 632/2024

Fassadenpreis 2024 für die
Baudenkmäler Untere Brücke 3 bis 5

Die Stiftung Weltkulturerbe Bamberg verleiht den Preis für die Fassadensanierung an Familie Lorang.

In diesem Jahr verleiht die Stiftung Weltkulturerbe Bamberg bereits zum fünften Mal den mit 3.000 Euro dotierten Fassadenpreis. Prämiert werden hervorragend gelungene Fassadensanierungen an einem denkmalgeschützten Gebäude. Der Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung Weltkulturerbe Bamberg, Ulrich Bauer-Bornemann, und Oberbürgermeister Andreas Starke in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Stiftungsvorstandes übergaben den diesjährigen Fassadenpreis an Bauherrin Petra Lorang. Beide lobten den Einsatz und das Engagement von Frau Lorang und ihrem Ehemann Robert Lorang, nicht nur die Fassaden so exzellent saniert zu haben, sondern die beiden zusammengebauten Häuser auch innen als Wohn- und Geschäftshäuser denkmalgerecht aufzuwerten.

Die Preisverleihung fand wenige Meter von den prämierten Gebäuden im Rokokosaal des Alten Rathauses statt, an der neben den Kuratoriumsmitgliedern der Stiftung Weltkulturerbe Bamberg auch der Restaurator, Dominicus Amon, und die Architektin, Kerstin Seelmann, teilnahmen.

Die diesjährige Preisträgerin ließ eine aufwendige, spezifisch farbgestalterische Restaurierung an den barocken Fassaden der beiden Baudenkmäler durchführen. Diese fügen sich nun wieder harmonisch in das Straßenbild der Unteren Brücke ein. An diesem Standort, an dem vorbei schon von jeher der Handelsweg von der Inselstadt Richtung Bergstadt führte, haben diese Baudenkmäler bis heute eine prägende und historisch bedeutende Stellung innerhalb des Weltkulturerbes inne.

Die Geschichte der beiden Bürgerhäuser beginnt mit ihrer Errichtung zwischen 1517 und 1529. Die Fassade stammt aus dem mittleren 18. Jahrhundert und der optisch schöne Arkadenbogen im Erdgeschoss wurde 1912 eingefügt.

Bildunterschriften:
632_Fassadenpreis 2024: Ulrich Bauer-Bornemann, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Weltkulturerbe Bamberg, übergab mit Oberbürgermeister Andreas Starke den Fassadenpreis der Stiftung Weltkulturerbe Bamberg an das Ehepaar Petra und Robert Lorang. Mit auf dem Bild ist Restaurator Dominicus Amon (rechts).
Fotonachweis: Stadtarchiv Bamberg, Jürgen Schraudner

632_Untere Bruecke 3 bis 5: Die Stiftung Weltkulturerbe Bamberg verleiht den Fassadenpreis 2024 für die Baudenkmäler Untere Brücke 3 bis 5.
Fotonachweis: Stiftungsmanagement, Lara Müller

Auskünfte zum Thema:
STADT BAMBERG Amt für Bürgerbeteiligung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Rathaus Maxplatz, Maximiliansplatz 3, 96047 Bamberg
Tel.: 0951/87-1022, E-Mail: [email protected]
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