22/04/2026
Wach-Wochenende mit der Jugendfeuerwehr
Vom 17. bis 19. April 2026 fand unser Wach-Wochenende mit der Jugendfeuerwehr im Gerätehaus in Bad Tennstedt statt. Zusätzlich durften wir unsere Freunde von der Jugendfeuerwehr Schmöckwitz/Rauchfangswerder aus Berlin bei uns begrüßen. Nachdem wir im vergangenen Jahr eine Einladung von den Berliner Kameraden erhalten haben, planten wir ein weiteres, gemeinsames Wochenende bei uns in Bad Tennstedt. Im Rahmen des Wach-Wochenendes verbringen die Kinder und Jugendlichen der Feuerwehr ein ganzes Wochenende im Gerätehaus der Feuerwehr. Über diese Zeit gilt es verschiedene Einsatzsimulationen abzuarbeiten, die zur Abwechslung mal nichts mit den Standardwettkämpfen der Jugendfeuerwehr zu tun haben. So können die Jugendlichen bereits einen Blick auf die zukünftige Arbeit in der Einsatzabteilung werfen.
Los ging es am Freitag, als wir nach unserem regulären Jugendfeuerwehrdienst das Gerätehaus vorbereiteten. Hierzu wurde die Fahrzeughalle als Schlafsaal für die insgesamt knapp 40 Kinder und Jugendlichen hergerichtet. Nachdem unsere Freunde aus Berlin eintrafen, ihre Betten bezogen und sich mit Hot Dogs, Pommes und Bratwürsten gestärkt hatten, gab es schon den ersten Einsatz. Eine Person wurde im Tannenwäldchen von Bad Tennstedt vermisst. Eingeteilt in gemischten Gruppen, durchkämmten die jungen Einsatzkräfte bei Dunkelheit das kleine Waldstück. Hier war Teamarbeit und System gefragt. Eine weitere Gruppe Jugendlicher koordinierte als Leitstelle den Einsatz vom Feuerwehrgerätehaus aus. Zusätzlich wurden die Kids von unserer Drohne aus der Luft unterstützt. Als die vermisste Person gefunden wurde, musste diese von den Jugendlichen fachgerecht behandelt und transportfertig gemacht werden. Anschließend galt es, die Person zum Sammelplatz zu bringen.
Am nächsten Tag starteten wir mit einem ausgiebigen Frühstück in den Tag. Kurz danach warteten bereits die nächsten Einsätze auf uns. Gleich zwei Verkehrsunfälle mussten von der Jugendfeuerwehr betreut werden. Auf dem Streuplatz wurde ein VKU mit eingeklemmter Person gemeldet. Hier mussten die Jugendlichen die verletzte Person betreuen und mittels großer Seitenöffnung aus dem Fahrzeugwrack retten. Dafür wurde allerhand schweres, technisches Gerät eingesetzt. Die Vornahme gestaltete sich hier und da als schwierig, doch waren unsere Einsatzkräfte der Feuerwehr ebenfalls vor Ort, um den Jugendlichen die richtige Vorgehensweise zu erklären und sie im Umgang mit den Gerätschaften zu unterstützen. Ein ähnliches Szenario wartete am nördlichen Stadtrand. Auch hier kam es im Szenario zu einem Unfall, welcher zusätzlich eine lange Ölspur verursacht hatte. Bei diesem Einsatz stand neben der Personenrettung hauptsächlich die Sicherung des Fahrzeuges im Fokus, denn dieses stand gefährlich nah an einem Hang und drohte abzurutschen. Zusätzlich musste die Ölspur beseitigt werden. Auch hier wurden die Jugendlichen von Einsatzkräften unterstützt.
Nach dem Mittag wurden die Schichten getauscht. Anschließend ging es erneut zu den VKU-Übungen, welche nun in neuer Besetzung abgearbeitet werden mussten. So hatte jedes Kind die Gelegenheit, die Einsätze aus verschiedenen Blickwinkeln zu sehen und verschiedene Aufgabenfelder zu betreuen. Gegen Abend heulte der Alarm erneut. Auf dem Streuplatz war ein Feuerausgebrochen. Rauchschwaden stiegen in die Luft und dichter Qualm kam aus dem Keller des Gebäudes. Schnell fuhren alle Einsatzfahrzeuge auf den Streuplatz, um die in dem Gebäude vermissten Personen zu retten und den Brand zu bekämpfen. Der Brand war natürlich simuliert und eine Nebelmaschine sorgte für weitere passende Effekte. Doch vor allem der Innenangriff und die Personensuche im dichten Nebel, war ein Highlight für die jungen Einsatzkräfte. Nirgends sonst in der Feuerwehr ist Teamwork so wichtig wie im Innenangriff. Oft sieht man die Hand vor Augen nicht und muss sich somit wortwörtlich blind auf den Kameraden oder die Kameradin neben sich verlassen. Hierbei lernten die Kinder wie schwierig eine solche Aufgabe und wie wichtig die richte Vorgehensweise ist. Doch durch die Unterstützung unserer Einsatzkräfte war auch diese Aufgabe kein Problem und alle vermissten Personen konnten gefunden und gerettet werden.
Zurück im Gerätehaus warteten bereits leckere Burger, Nuggets und Pommes auf die Kids, die von Mitgliedern des Feuerwehrvereins zubereitet wurden. Nach einem so anstrengenden Tag, konnten sich alle die Bäuche ordentlich vollschlagen. Um fit bleiben, ging es im Anschluss noch zu einer Nachwanderung, welche von den Betreuern der Jugendfeuerwehr begleitet wurden. Natürlich ließen es sich einige Mitglieder der Wehr nicht nehmen, unserem Nachwuchs hierbei einen ordentlichen Streich zu spielen. Mit Verkleidungen, viel Ketchup-Blut und einigen schaurigen Requisiten, konnten wir den Jugendlichen einen ordentlichen Schreck einjagen. Als Wiedergutmachung wartete in der Wache bereits die Kinoleinwand und frisches, warmes Popcorn auf die Kids. Bei einem Filmabend ließen wir diesen ereignisreichen Tag ausklingen.
Am Sonntag kamen alle Teilnehmer des Wach-Wochenendes noch einmal für eine Evaluationsrunde im Schulungsraum unserer Wache zusammen. Hierbei konnte jeder Teilnehmer, egal ob Jugendlicher oder Betreuer, noch einmal auf die schönen und weniger schönen Dinge der letzten Tage eingehen. Solche Runden sind sehr wichtig, damit man Verbesserungsvorschläge und neue Ideen aufnehmen kann. Die Resonanz aller Teilnehmer war sehr positiv und es wurde bereits ein weiteres gemeinsames Thüringer/Berliner Treffen für das kommende Jahr vereinbart. Dann wieder in der Bundeshauptstadt.
Wir bedanken uns an dieser Stelle bei den Mitgliedern der Einsatzabteilung und des Feuerwehrvereins für die Vorbereitung und Betreuung dieses Events.
Mit kameradschaftlichen Grüßen
Jugendfeuerwehr Bad Tennstedt