Nordrhein-Westfälische Ornithologengesellschaft e.V. - NWO

Nordrhein-Westfälische Ornithologengesellschaft e.V. - NWO Die Nordrhein-Westfälische Ornithologengesellschaft e.V.

(NWO) ist ein unabhängiger, gemeinnütziger Verein, dessen wichtigstes Ziel es ist, Vogelkunde und Vogelschutz in Nordrhein-Westfalen zu fördern. Die Nordrhein-Westfälische Ornithologengesellschaft (NWO) ist ein unabhängiger, gemeinnütziger Verein, dessen wichtigstes Ziel es ist, Vogelkunde und Vogelschutz in Nordrhein-Westfalen zu fördern. Wir erfassen auf wissenschaftlicher Grundlage den Zustand

der Vogelwelt, Veränderungen von Populationen und erforschen die Effekte von Umwelteinflüssen auf Vogelbestände. Unsere objektiven Ergebnisse teilen wir der Öffentlichkeit genauso wie Verbänden und Entscheidungsträgern mit, damit sie zur Grundlage für politisch-gesellschaftliches Handeln werden können. Hunderte ehrenamtliche Mitarbeiter sammeln in zahlreichen Erfassungsprogrammen qualitativ hochwertige Daten über Brutvögel, Durchzügler und Gastvögel, die ausgewertet und publiziert werden. Die NWO steht ihren Mitgliedern beratend zur Seite, fördert ornithologische Untersuchungen und stärkt den Informationsaustausch durch Fachtagungen, Workshops und Exkursionen. Mit dem NWO-Preis ehren wir Menschen, die sich um Erforschung und Schutz der Vogelwelt in NRW verdient gemacht haben und der NWO-Förderpreis stärkt den ornithologischen Nachwuchs. Neben der Zeitschrift Charadrius geben wir Grundlagenwerke wie die Rote Liste der Vögel, den Brutvogelatlas und Regionalavifaunen heraus.

Rückblick auf den Tag der Artenvielfalt 2026 Am gestrigen Sonntag wurde der „Tag der Artenvielfalt“ mit einem großen Fes...
01/06/2026

Rückblick auf den Tag der Artenvielfalt 2026

Am gestrigen Sonntag wurde der „Tag der Artenvielfalt“ mit einem großen Fest im Botanischen Garten Bonn gefeiert. Unsere lokale Regionalgruppe, die OAG Bonn, war mit einem Stand dabei.

Am frühen Vormittag ging eine heftige Gewitterfront über das südliche Rheinland. Pünktlich zum Aufbau war es dann mit dem Regen vorbei und es sollte auch den ganzen Tag trocken bleiben. Dass die Sonne sich kaum zeigte, war nicht schlimm, nur die Informationsmaterialien wurden vom Wind ab und zu neu sortiert. Der Vogelgesang hielt aber den Tag über an und es wurde nicht so heiß wie in der Woche zuvor.

Insgesamt waren es beste Voraussetzungen, um den ganzen Tag über im Stundentakt vogelkundliche Exkursionen durch den Botanischen Garten anzubieten. Diese Führungen sind unbestritten das Highlight unserer Aktivitäten während des Tags der Artenvielfalt. Obwohl nicht besonders groß und inmitten dichter Bebauung gelegen, beherbergt der Botanische Garten in Bonn eine reiche Vogelwelt. Dazu tragen vor allem die schönen alten Bäume und die großflächigen Gewässer bei. Wir konnten den Teilnehmenden Sommergoldhähnchen ebenso zeigen wie Mäusebussard als auch Stockente und Teichhuhn mit ihren Jungen. Mehrere Dutzend Personen haben wir so für die Vogelbeobachtung begeistern können.

Aauch am Stand konnten wir uns intensiv mit den Besuchenden austauschen. Wir waren beschäftigt, unsere verschiedenen Tätigkeiten vorzustellen. So berichteten wir ausführlich für ADEBAR 2 und die diversen Monitoringprogramme von DDA und NWO, brachten Flyer von OAG Bonn und NWO unter die Leute und beantworteten vogelkundliche Fragen. Einige davon waren erstaunlich konkret, z.B. ging es um das Turmfalkenpaar an einem bestimmten Gebäude und selbst nach einer Artpatenschaft für den Atlas wurde bereits gefragt. Andere Fragen drehten sich um auch sonst häufig genannte Themen wie die Vogelfütterung.

Die Veranstaltung endete um 17:00 Uhr. Leider war der Andrang etwas geringer als in den letzten Jahren. Vielleicht lag es daran, dass Stände auch außerhalb des Hauptgeländes standen. Auch hatten einige andere Verbände leider absagen müssen.

Umso begeisterter sind wir, dass uns die übgrigen rein ehrenamtliche Teilnahme wieder möglich war. Unser Dank geht an Esther Koch und Kathrin Schidelko für die exzellente Orga und an alle Beteiligten der OAG Bonn, die am Stand waren, Exkursionen geleitet haben und beim Ab- und Aufbau geholfen haben.

Vielen Dank auch an die Botanische Gärten der Universität Bonn und alle Besucher:innen für die rundum gelungene Veranstaltung!

Wer von Euch hat das vergangene lange Wochenende wie genutzt? 😉          Dachverband Deutscher Avifaunisten Ornithologis...
28/05/2026

Wer von Euch hat das vergangene lange Wochenende wie genutzt? 😉

Dachverband Deutscher Avifaunisten Ornithologische Arbeitsgemeinschaft Helgoland e. V.

Unsere Regionalgruppe, die OAG Bonn, ist vor Ort. Kommt vorbei, quatscht mit uns, informiert Euch über unsere Aktivitäte...
28/05/2026

Unsere Regionalgruppe, die OAG Bonn, ist vor Ort. Kommt vorbei, quatscht mit uns, informiert Euch über unsere Aktivitäten und beobachtet gemeinsam mit uns ein paar Vögel 👇🦆🪶🐦‍⬛

Sonntag, 31. Mai 2026 - Tag der Artenvielfalt in den Botanischen Gärten der Universität Bonn
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Am Sonntag, den 31. Mai 2026, findet von 10 bis 17 Uhr der Tag der Artenvielfalt in den Botanischen Gärten statt. An diesem Tag dreht sich alles um die Biologische Vielfalt. Institute, Organisationen und Vereine aus Bonn und Umgebung stellen sich vor und bieten Informationen, Spannendes und Spielerisches – Natur und Biodiversität zum Anfassen.

Anlass für diese Veranstaltung ist der Internationale Tag der Artenvielfalt, den die Vereinten Nationen auf den 22. Mai festgelegt haben. Mit diesem Gedenktag wird das Internationale Abkommen über die Biologische Vielfalt gefeiert, das 1992 beschlossen wurde und an dem bis heute fast alle Staaten der Welt mitwirken.

In den Botanischen Gärten wollen wir das gemeinsam am Sonntag, den 31. Mai 2026, feiern. An vielen Ständen im Schlossgarten und im Nutzpflanzengarten gibt es Angebote für Kinder und Erwachsene rund um die Vielfalt von Pflanzen und Tieren. Hier können Sie sich alles erklären lassen, was Sie schon immer mal zum Thema Artenvielfalt und Artenschutz wissen wollten.

Eintritt: 4 Euro (2 Euro ermäßigt); Kinder bis 12 Jahre und Freundeskreis-Mitglieder haben freien Eintritt. Der Zugang zum Nutzpflanzengarten ist kostenfrei.

Programm:

Den ganzen Tag lang gibt es an den rund 50 Ständen Interessantes und Wissenswertes, Spannendes und Spielerisches rund um die Biologische Vielfalt zu entdecken. Für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt. Zusätzlich gibt es folgende Programmpunkte:

· Allgemeine Gartenführungen
12 und 15 Uhr

Treffpunkt: Haupteingang, Kosten: 5€, ermäßigt 3€, Freundeskreis-Mitglieder 2€

· Exkursionen NABU Team Käfermonitoring
11 Uhr: Erkundung der Käferfauna mit dem Kescher
16 Uhr: Einführung zu Fallentypen & Monitoring
Treffpunkt: Schlossgarten, Banksienbaum vor Schlosstreppe (gegenüber Stand 16)

· Auftritt Studentisches Blasorchester

14 Uhr am Systempavillon im Schlossgarten (Stand Nr. 20)

· Kleine Exkursion in das Leben Bonner Bienen mit dem Imker Sergej Weiser
14 Uhr, Treffpunkt: Nutzpflanzengarten 1, Stand H

Ausstellende Institutionen am Tag der Artenvielfalt:

Mit dabei sein werden Forschungs- und Bildungseinrichtungen (z.B. Universität Bonn, Goldfuß-Museum und Zoo Köln), regionale Institutionen und Organisationen im Naturschutz (z.B. die Biologischen Stationen Bonn/Rhein-Erft und Rhein-Sieg-Kreis), national und international tätige Organisationen (z.B. Bund Deutscher Pflanzenzüchter und Global Crop Diversity Trust), sowie viele Vereine (z.B. Abenteuer Lernen, Ornithologische Arbeitsgemeinschaft Bonn, Naturhistorischer Verein der Rheinlande und Westfalens, ZUB - Zukunft-Umwelt-Bildung, MINTKIDS).

Den Lageplan der Stände inklusive der kompletten Liste aller Aussteller finden Sie auf unserer Homepage unter https://www.botgart.uni-bonn.de/de/ihr-besuch/veranstaltungen/2026/tag-der-artenvielfalt-2026

Welcher Vogel macht fiepende Geräusche in der Nacht? Es ist ein lauer Frühsommerabend Ende Mai oder im Juni, wer jetzt n...
27/05/2026

Welcher Vogel macht fiepende Geräusche in der Nacht?

Es ist ein lauer Frühsommerabend Ende Mai oder im Juni, wer jetzt noch spät abends unterwegs ist, hört vielleicht manchmal hohe durchdringende Geräusche aus einem Garten, vom Waldrand oder in einem Feldgehölz. Es klingt ein bisschen wie ein lang gedehntes „miep“. Das hohe Fiepen hört gar nicht mehr auf und kann, vielleicht mit kurzen Unterbrechungen, die ganze Nacht andauern. Wer einen Vogel vermutet, liegt hier oft richtig – junge Waldohreulen sind nicht selten die Verursacher dieser merkwürdigen Rufe.

Die meisten Vögel sind tag- oder höchstens dämmerungsaktiv. Nächtliche Lautäußerungen können von einigen Singvögeln kommen (nicht nur Nachtigallen singen nachts), aber auch Rallen, Ziegenmelker, Kuckucke und andere kann man auch nachts hören. Am bekanntesten sind aber natürlich Eulen – heimische Arten kennzeichnen sich aber oft durch eher niederfrequente Gesänge: das „Schu-hu-hu-hu“ des Waldkauzes, die „Guhk-Rufe“ des Steinkauzes oder die ein- bis zweisilbigen „Hu-Rufe“ von Waldohreule und Uhu passen aber nicht zum Gehörten. Als Ausnahme erscheinen in NRW auch ganz selten die sonst vor allem im Mittelmeerraum beheimateten Zwergohreulen – als einzige echte Langstreckenzieher unter den mitteleuropäischen Eulen erreichen sie ihre Brutgebiete oft erst im Mai. Haben die Vögel im Siedlungsraum ein Revier bezogen, sind Anwohner*innen oft die ersten, die den Gesang hören und vielleicht erstmal für eine Alarmanlage halten.

Wir haben dabei aber bisher übersehen bzw. überhört, dass bei Vö**ln nicht nur Altvögel Lautäußerungen von sich geben, sondern natürlich auch die Jungvögel. Viele Bettelrufe sind eher hochfrequent und durchdringend. Dadurch sind sie übrigens für mögliche Prädatoren und auch für das menschliche Gehör oft nur schwer zu lokalisieren. Daneben haben manche Arten auch fauchende Bettelrufe, bei Schleiereulen klingt auch der Gesang unheimlich und hat wenig Ähnlichkeit mit den Gesängen der anderen Eulenarten. Das erwähnte Fiepen kommt aber tatsächlich von Jungvögeln und wie oben schon verraten, nicht selten von denen der Waldohreule.

Eine Vielzahl an Beispielen für die Bettelrufe junger Waldohreulen finden sich beispielsweise auf xeno-canto.org. Oft haben dann die bettelnden Waldohreulen bereits das Nest verlassen. Bei Eulen gibt es ein sogenanntes Ästlingsstadium. Die Jungvögel sind immer noch im Daunenkleid, klettern aber bereits im Baum umher, werden aber natürlich noch von den Eltern versorgt. Anders als der Name andeutet, kommen Waldohreulen kaum inmitten geschlossener Wälder vor. Häufiger sind Waldränder, Feldgehölze, aber auch Gärten in kleinen Dörfern. Sie benötigen jedoch geeignete Offenlandbereiche in der Nähe, in denen die Vögel auf Mäusejagd gehen können. Selbst Stadtparks werden teilweise besiedelt. Auch wenn anhaltende laute Rufe vor dem Fenster auch mal nerven können, die laute Bettelphase dauert meist nicht allzu lange und das faszinierende Spektakel ist spätestens nach wenigen Wochen vorbei. Waldohreulen bauen keine eigenen Nester, sondern brüten bevorzugt in verlassenen Nestern anderer Vögel – besonders häufig werden dabei übrigens die Nester von Krähen und Elstern angenommen. Waldohreulen sind streng geschützt und in NRW zwar verbreitet, aber nirgendwo wirklich häufig. Wer selbst junge Waldohreulen hört, ist eingeladen, die Beobachtung auf ornitho.de zu melden (am besten mit einer Handy-Tonaufnahme als Beleg).

📷 Angelika Meister

       Dachverband Deutscher Avifaunisten
25/05/2026


Dachverband Deutscher Avifaunisten

Vögel der NachtIn den kommenden schönen Frühsommernächten lohnt sich für Vogelbeobachtende auch eine nächtliche Kartierf...
23/05/2026

Vögel der Nacht

In den kommenden schönen Frühsommernächten lohnt sich für Vogelbeobachtende auch eine nächtliche Kartierfahrt, um den Vö**ln der Nacht zu begegnen. In allen Lebensräumen sind dabei schöne und spannende Begegnungen mit z.T. selteneren und besonders interessanten Arten möglich.

In Wäldern und Grünanlagen machen um diese Jahreszeit die bettelnden Jungvögel der Eulen wie Waldohreule und Waldkauz mit auffälligen Rufen auf sich aufmerksam. In Laubwäldern kommt dazu die Waldschnepfe mit ihren eigentümlichen Balzflügen. In sehr offenen Nadelwäldern und Heiden ist in manchen Gebieten der eigentümliche Gesang der Nachtschwalben (besser als Ziegenmelker bekannt) zu hören.

In offenen Lebensräumen der Agrarlandschaft, vor allem aber in feuchten Niederungsgebieten und Flussauen und in Gewässernähe erweitert sich das Artenspektrum erheblich. Der Wachtelkönig kommt in einigen Gebieten wie der Hellwegbörde in Getreidefeldern und Brachen vor, lebt sonst aber vor allem in Feuchtwiesen und Auen. Sein nächtlicher Gesang („crex -crex“) ist weit zu hören. In der Agrarlandschaft wird er von Wachtel, Rebhuhn und Sumpfrohrsänger begleitet. Aus feuchten Hochstaudenfluren singt der Feldschwirl und mit etwas Glück vielleicht auch einmal der in NRW extrem seltene Schlagschwirl. Wird es noch nasser, können Teichrohrsänger, Wasserralle und vielleicht auch das seltene Tüpfelsumpfhuhn dazu kommen.

Alle genannten Arten stehen als im Fokus des Vogelmonitorings. Für einige von ihnen gibt es spezifische Erfassungsprogramme im Rahmendes Monitorings seltener Brutvögel, aber auch für die aktuelle ADEBAR-2-Kartierung sind sie von besonderem Interesse. Alle Beobachtungen sollten daher auf jeden Fall mit dem richtigen Brutzeitcode via ornitho.de bzw. NaturaList gemeldet werden.

Gute Gründe, sich auch einmal eine vogelkundliche Nacht um die Ohren zu schlagen!

Ralf Joest

Update zu Watching People Watching Birds Der Film wird am 6. Juni auf dem Kinofest Lünen laufen. Wann? Samstag, 6. Juni,...
23/05/2026

Update zu Watching People Watching Birds

Der Film wird am 6. Juni auf dem Kinofest Lünen laufen.

Wann? Samstag, 6. Juni, 14:30 Uhr

Wo? Cineworld Lünen (Im Hagen 3, 44532 Lünen)

Heute ist der internationale Tag der Artenvielfalt.Dazu gibt es einfach mal die volle Zahlendröhnung (Stand Dez. 2021 - ...
22/05/2026

Heute ist der internationale Tag der Artenvielfalt.

Dazu gibt es einfach mal die volle Zahlendröhnung (Stand Dez. 2021 - seit dieser Zeit gibt es einige kleine Änderungen)

✔️ In NRW wurden insgesamt 398 Vogelarten festgestellt
✔️ davon 377 Wildvögel mit Nachweisen seit 1950 (Kategorie A)
✔️ 9 nur vor 1950 beobachtete Arten (Kat. B)
✔️ 12 etablierte Neozoen (Kat. C)
✔️ 7 Arten mit Zweifeln an einem natürlichen Auftreten (Kat. D)
✔️ Fast 150 Gefangenschaftsflüchtlinge/nicht etablierte Neozoen (Kat. E)

Seit 1800 haben 220 Arten (Kat. A-C) in NRW gebrütet, 18 davon nur unregelmäßig (Vermehrungsgäste). 9 regelmäßige Brutvögel sind schon vor 1950 augestorben, weitere 15 seitdem. Aktuell brüten 178 Arten regelmäßig in NRW, inkl. 10 etablierter Neozoen.

Beobachtungstipp – von „Overshootern“ und anderen spannenden ArtenIm Mai und Juni tauchen oft Vogelarten auf, deren Verb...
21/05/2026

Beobachtungstipp – von „Overshootern“ und anderen spannenden Arten

Im Mai und Juni tauchen oft Vogelarten auf, deren Verbreitungsgebiete normalerweise weiter südlich oder östlich liegen. Wir geben einige Tipps und versuchen Euch und Ihnen den Mund wässrig zu machen.

Es ist kaum zu glauben, aber das ornithologische Frühjahr neigt sich schon fast dem Ende zu. Die ersten Meisen sind vielleicht schon mit der Brut durch, bei den Eulen gibt es Ästlinge, und die Gesangsaktivität kann mittags schon deutlich abgeflaut sein. Dennoch ist die Brutzeit natürlich noch nicht vorbei. Viele Langstreckenzieher sind noch nicht lange wieder in ihren Brutgebieten und bei Mauersegler, Neuntöter, Sumpfrohrsänger & Co geht es natürlich jetzt erst richtig los. Außerdem lassen sich jetzt auch die vielen Jungvögel beobachten.

Die zweite Maihälfte und der Beginn des Juni sind aber auch aus einem anderen Grund spannend. Nun ist vielleicht die beste Zeit des Jahres, um Vögel aus südlichen Gefilden zu beobachten. Einige Arten wie der Orpheusspötter waren vor einigen Jahren noch Ausnahmeerscheinungen. Mittlerweile haben sie weite Teile des Südwestens unseres Landes besiedelt und können zunehmend auch weiter nordöstlich beobachtet werden. Es lohnt sich, sich Gesang und Rufe einzuprägen. Orpheusspötter bevorzugen meist warme, trockene Bereiche wie Bahndämme, Halden, Heiden und Ränder von Kiesgruben. In solchen Lebensräumen kann man auch nach den farbenprächtigen Bienenfressern und vielleicht sogar Wiedehopfen Ausschau halten. Diese sind jedoch störungsanfällig und Heerscharen von Fotograf:innen und Vogelbeobachtenden können diese leider schnell wieder vertreiben.

Wer lieber an Gewässern unterwegs ist, kann nach seltenen Reihern Ausschau halten. Lange Zeit wurden viele Fischfresser erbittert verfolgt und bis ins 20. Jahrhundert wurden einige Arten auch wegen ihrer Schmuckfedern intensiv bejagt. Zum Glück hat sich die Hutmode gewandelt und Reiher sind heute besser geschützt als früher. Hinzu kommen der Klimawandel mit milden Wintern und vielleicht auch die Entstehung neuer Lebensräume, so dass verschiedene Reiherarten eine deutliche Ausbreitung in Europa zeigen. Einige der südlichen Reiherarten brüten beispielsweise auf den britischen Inseln, und in den Niederlanden werden diese ebenfalls längst regelmäßig festgestellt. Auch in NRW sind z.B. Purpurreiher und Seidenreiher nicht mehr meldepflichtig und werden vergleichsweise regelmäßig in NRW gesehen. Auch Kuh- und Rallenreiher erfreuten immer wieder Vogelbeobachter*innen. Andere ökologisch ähnliche Arten wie Löffler, Sichler und Stelzenläufer breiten sich auch aus. Bei Letzteren sind auch zumindest Brutversuche zu beobachten. Auch Seidensänger sind bereits in fast allen Landesteilen beobachtet worden. Es lohnt sich also, an den Gewässern im Lande genauer hinzuschauen.

Daneben gibt es viele weitere Arten aus dem Süden, die zu dieser Zeit verstärkt beobachtet werden können. Einige Zugvögel ziehen im Frühjahr weiter als ihre Artgenossen. Im Südwesten verbreitete Arten können z.B. weiter nach Nordosten fliegen, südöstliche Arten tauchen plötzlich weiter nordwestlich auf (im Englischen spricht man von „overshooting“). Darunter sind zahlreiche Ausnahmeerscheinungen, die oft nur ganz kurz hier verweilen, manchmal aber auch Reviere bei uns etablieren. Für Aufsehen sorgten in der Vergangenheit immer mal wieder mediterrane Grasmücken oder auch Arten wie der Rotkopfwürger. In diesem Jahr wurden z.B. auch Iberienzilpzalpe gemeldet, die im Feld meist nur anhand ihrer Lautäußerungen zu bestimmen sind. Ganz aktuell wurde in den letzten Tagen beispielsweise eine Rotflügel-Brachschwalbe von der Bislicher Insel auf ornitho.de gemeldet. Auch Arten, die sonst weiter östlich verbreitet sind, werden im Mai/Juni immer mal wieder in NRW beobachtet. Es lohnt sich also jetzt auch, nach Arten wie Zwergschnäpper, Sprosser, Schlagschwirl, Karmingimpel & Co die Ohren offen zu halten. Wer für ADEBAR oder das Vogelmonitoring unterwegs ist, wird vielleicht zusätzlich noch mit der Beobachtung einer kleinen Seltenheit belohnt. Meldepflichtige Arten sollten natürlich bei der AviKom dokumentiert werden.

Wir wünschen viel Spaß beim Beobachten und spannende Entdeckungen!

📷 Stelzenläufer
🌐 ornitho-Meldungen Seidenreiher/Purpurreiher 2022-2026

Adresse

Bondorfer Str. 45
Bad Honnef Am Rhein

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