26/07/2025
: Ab 2015 ging es bergab
Zu schnell zu viele neue Schüler mit zu schlechten Voraussetzungen, keine Möglichkeit zur Kompensation. Komplette Überforderung, die auch die guten Schüler mitreißt. Und es zeigt, dass der Grundsatz der alten Bildungspolitik von Egalität und Beteiligung statt Selektion sich überlebt hat.
Immerhin wird der offensichtliche Zusammenhang von Bildung und Migration nicht pauschalisiert bestritten. Und die migrantischen Millieus sind sehr heterogen und divers. Manche sind kulturell Europa nahe und durch den Krieg in der Heimat extrem motiviert zu Leistung und Integration (bspw. Ukrainer). Andere müssen kulturell riesige Gaps schließen zu ihren Herkunftsländern wie Syrien und Afghanistan. Sprache ist immer ein Thema, aber seit Jahren werden Sprachtests vor der Schule in allen Bundesländern gefordert und sie kommen nicht.
Das Hauptprinzip der Kultuspolitik der letzten Jahrzehnte war nicht die selektive Behandlung unterschiedlicher Niveaus, sondern Egalität und Gleichsetzung der Leistungsniveaus. Abi 1.0 für alle war das SPD-Ziel. Really? 😳
Der Generationswechsel in der Lehrerschaft ist auch passiert: Boomer-Lehrer verstehen die Pädagogik der Gen Z -Nachfolger oft gar nicht, so vermischen sich eher formal strenge, leistungsorientierte Lehrer mit einem Typus, dem inklusives Lehren unter identitätspolitischen Gesichtspunkten und emotionaler Fröhlichkeit wichtig ist; wo emotionale Kümmernis vor hartem Fordern geht.
Der Politik fällt dazu wenig ein; man hofft wohl, dass es in 10 Jahren ausgestanden ist mit der Migration: „Herr Dobrindt, bitte regeln Sie das, aber sagen Sie uns nicht wie!“
Dobrindt soll die Zahlen runterbringen, Prien rauf. Viele migrantische Schüler wiederholen derweil die ersten Klassen, das Problem wird also zeitlich gestreckt. Hatte Prien als Kultusministerin SW im Land mehr Einfluss als im Bund? Ist sie eine Talkshow-Ministerin? Nein, sie glaubt nur an die alten, links-grünen Erziehungsgrundsätze.
Dabei hat sich der Grundsatz der deutschen Bildungspolitik, so wie er über viele Jahre seit den 1968ern von Sozialdemokraten und Grünen geprägt wurde, schlicht überlebt: Egalität vor Selektion. Lehrer lassen sich nicht klonen und sie müssten Schüler leistungsgerechter adressieren.
Selektion war im Kaiserreich der Beginn des alten deutschen Bildungerfolgs - nur die besten wurden nach dem System von Humboldt Professoren. Linken gilt es als Wurzel des Dritten Reichs. Natürlich gingen nicht >60 % eines Jahrgangs aufs Gymnasium. Dort versinkt man heute im Mittelmaß, soziale Probleme werden auf Real- und Hauptschulen ausgelagert. Dieses System hat sich überlebt, denn es ist ungerecht: Es wertet Starke ab und Schwache auf. Und so sinkt das ganze Niveau für alle. Es ist ethisch fragwürdig, wenn Bildung so weitermacht.
Quelle: Bußmann