Adopta Obregón- Tiernothilfe für Nordmexiko
Der mexikanische Tierschutzverein "Adopta Obregón" wurde im Mai 2010 gegründet. Es gab damals eine große Notwendigkeit für die Neugründung eines lokalen Tierschutzvereins, denn zu dieser Zeit gab es in der nordmexikanischen Stadt Obregón noch keine Organisation oder Vereinigung, die sich für die Rechte und den Schutz von Tieren gewidmet hat. Die Hunde
haltung ist in Mexiko sehr unterschiedlich zu der in Deutschland: Die Hunde leben nur selten im Haus. Sie werden entweder als Wachhunde auf einem eingezäunten Gelände gehalten oder sind den ganzen Tag auf der Straße, sozusagen als frei laufende Besitzerhunde, und nur wenige von ihnen tragen ein Halsband. So sind sie vielen Gefahren wie dem Verkehr, den staatlichen Hundefängern oder Vergiftungsaktionen ausgesetzt. Zudem werden ungewollte Hunde immer noch ausgesetzt und nicht kastriert. Züchter machen mit Rassehunden Profit, und Absatz finden sie genug. Denn für viele Menschen ist ein Rassehund immer noch ein Statussymbol. Wenn der Hund dann aber zu anstrengend wird, erfährt er das gleiche Schicksal wie seine nicht reinrassigen Artgenossen Die passiert zur Zeit besonders häufig in Obregón mit den Rassen Pitbull, Boxer und Chihuahua. Von diesen Hunderassen haben wir immer häufiger Fälle von Verwahrlosung, starker Unterernährung, Verstümmelung und Haut- und Gelenkkrankheiten. Die Arbeit von "Adopta Obregón" begann mit einem Treffen von lokalen, engagierten Tierliebhabern und eingeladenen Tierärzten. Wir erhielten schon zum damaligen Zeitpunkt keinerlei finanzielle Unterstützung der mexikanischen Regierung oder der Stadt Obregón, so dass wir jederzeit verschiedenste Aktivitäten planen und durchführen (Flohmärkte, Kuchenverkauf, Verkauf von recyceltem Material, etc.), um Gelder zu sammeln, damit wir unsere Arbeit fortsetzen können. Wir begannen mit der Rettung von Straßenhunden- und Katzen, die dann in Pflegefamilien untergekommen sind. Nach ihrer Heilung und Erholung haben wir dann neue Familien für sie gesucht. Später dann haben wir ein Haus gemietet, um dort einige Hunde unterzubringen. Seit 2011 konnten wir dann, dank der Hilfe einer großzügigen Spenderin, ein größeres Gelände anmieten wo sich heutzutage unser Tierheim befindet. Die Hunde haben dort viel Auslauf und wir haben das Gelände in verschiede Bereiche eingeteilt, wo die Hunde nun in Gruppen leben. Katzen werden auch weiterhin gerettet, aber werden von den Volontären zu Hause betreut und verpflegt bis dann ein neuer Besitzer gefunden ist. Die meisten unserer "Heimtiere" kommen unterernährt, misshandelt, krank oder verletzt zu uns. Viele streunende Hunde werden auf den Straßen angefahren und einfach verletzt liegen gelassen. Andere Hunde werden einfach von ihrem ehemaligen Besitzern zurückgelassen oder ausgesetzt. Andere Besitzer wiederum haben nicht die finanziellen Möglichkeiten, ihren Vierbeiner impfen oder kastrieren zu lassen. Ein einheitliches Tierschutzgesetz gibt es in Mexiko nicht. Jeder Bundesstaat, ja sogar jeder Landkreis macht seine eigenen Tierschutzgesetze. In den meisten mexikanischen Bundesstaaten ist das Einfangen, Verwahren und Töten der Hunde seit Jahrzehnten gängige Praxis. So auch in Sonora, dem Bundesstaat im Norden Mexikos, wo sich auch die Stadt Obregón befindet. Die staatlichen Einfangaktionen in Obregón finden täglich statt. Die eingefangenen Hunde, ob Straßen- oder Besitzerhunde, kommen dann in die sogenannten "Perreras". Das bedeutet übersetzt „Zwinger“. Die "Perreras" sind aber nicht vergleichbar mit Tierheimen in Deutschland. Es sind eher Tötungsstationen, in denen die Hunde nur wenig bis gar nicht versorgt werden. Hunger, Durst und Beißereien sind keine Seltenheit. Bei maximalen Höchsttemperaturen von über 50°C über die Sommermonate leiden die Hunde unter Wassermangel und erleiden Hitzschläge. Eine medizinische Versorgung findet überhaupt nicht statt. Nach Ablauf einer Frist von maximal fünf Tagen werden die Tiere dann mit einer Spritze eingeschläfert. Um eine eventuelle Vermittlung der Tiere wird sich in den "Perreras" nicht gekümmert. Und "Besitzerhunde" warten dort oft vergebens darauf, von ihrem Besitzern abgeholt zu werden. Im Jahr 2012 traten wir dann dem mexikanischen Vermittlungsprogramm der Firma Pedigree® bei, die uns seit daher mit Hunde- und Katzenfutter versorgt was es uns möglich macht, bis zu 50 Hunde temporär in unserer Tierherberge unterzubringen und auch die Pflegefamilien mit Futterspenden zu versorgen. Zudem bietet das Programm von Pedigree auch Schulungen zu Themen Tierschutz, Behandlung von Tierkrankheiten, artgerechter Tierhaltung- und Ernährung und Tierheimmanagement an, bei denen sich unsere Volontäre regelmäßig fortbilden können. Etliche Hundehalter lassen ihre frei laufenden Besitzerhunde nicht kastrieren und setzen ungewollte Welpen aus. Die vermehren sich weiter. Unser Hauptanliegen ist es, die Population der Hunde und Katzen zu verkleinern, unerwünschten Nachwuchs zu verhindern und damit mittel- bis langfristig das Elend der Hunde zu verringern. Wir sind davon überzeugt, dass dies nur durch regelmäßig stattfindende, große Massenkastrationen bzw. Sterilisationskampagnen passieren kann. Seit 2011 können wir ein stetiges Wachstum unserer Kastrationskampagnen verzeichnen. Leider können diese Kampagnen wegen fehlender finanzieller Unterstützung nicht kostenlos angeboten werden und sind immer mit einem Unkostenbeitrag von ca. 15€ pro Tier verbunden, um die Kosten für Medikamente und Operationsmaterial zu decken. Das macht es uns unmöglich, auch in umliegende Armenviertel und Dörfer zu fahren, um dort streunende Tiere einzufangen um sie dann vor Ort kostenlos zu kastrieren bzw. sterilisieren. Um die Hundepopulation deutlich zu reduzieren, müssten die Kastrationsprojekte flächendeckend umgesetzt werden. Derzeit arbeitet Adopta Obregón schon seit mehr als 5 Jahren, wir haben ca. 20 aktive Freiwillige, 45 Hunde in unserem Tierheim, 10-20 Hunde (meist Welpen) in Pflegefamilien sowie ca. 20 Katzen in Pflegefamilien. Ein weiterer wichtiger Kernpunkt unserer Arbeit ist die Bildung zum Thema Tierschutz an Schulen und Universitäten. Zudem veranstalten wir alle 2 Wochen öffentliche Tiervermittlungen, wo insbesondere für Hunde- und Katzenwelpen ein neues zu Hause gesucht wird. Adopta Obregón Germany-Tiernothilfe für Nordmexiko e.V. soll es nun möglich machen, unseren mexikanischen Partnerverein "Adopta Obregón" finanziell mit Sach- und Geldspenden aus Deutschland zu unterstützen. Mitglieds- und Spendenbeiträge werden ausschließlich für die Bezahlung von benötigen Medikamenten (Anästhesie, Antibiotika) und Operationsmaterial für die Kastrationen und Sterilisationen verwendet und zudem wird auch ein Anteil der Gelder für den Ausbau unseres "Bildungsprogrammes" an Schulen und Universitäten und den Kauf von Unterrichtsmaterial verwendet, um den Kindern und Jugendlichen einen artgerechten Umgang mit Begleittieren zu vermitteln. Da die mexikanische Partnerorganisation schon mit jahrelanger Erfahrung trumpfen kann, ist ein sinnvoller und gewissenhafter Umgang der Spendengelder garantiert.