11/07/2025
Stellungnahme der UL BEN zum Artikel
„Wie unabhängig berichtet der BEN-Kurier?“
(Rhein-Lahn-Zeitung, 07.07.2025)
Der am 7. Juli erschienene Beitrag in der Rhein-Lahn-Zeitung wirft aus Sicht der UL BEN erhebliche Fragen hinsichtlich journalistischer Sorgfalt, Einordnung und Absicht auf. Der Text erweckt den Anschein politischer Verflechtungen, die in dieser Form nicht existieren – gestützt auf Chat-Zitate aus einem nicht-öffentlichen und inoffiziellen Austausch, deren Authentizität weder überprüft noch deren Veröffentlichung autorisiert wurde. Die betreffenden Personen wurden vorab nicht kontaktiert und erhielten auch keine Gelegenheit zur Stellungnahme. Dieses Vorgehen lässt aus unserer Sicht grundlegende Maßstäbe einer fairen und verantwortungsvollen Berichterstattung vermissen.
Besonders irritierend ist, dass sich bereits einen Tag später einzelne Vertreter einer Stadtratsfraktion dieser fragwürdigen Darstellung anschließen – offenbar ohne eigenes Bemühen um Prüfung oder Kontext. Ein solches Vorgehen erschüttert uns und wirft Fragen auf: Dient es tatsächlich der politischen Aufklärung oder geht es vielmehr um gezielte Stimmungsmache – ungeachtet möglicher negativer Folgen für Personen, Institutionen und das politische Klima vor Ort?
Die UL BEN weist die Behauptung – oder auch nur die implizite Unterstellung – einer Einflussnahme auf redaktionelle Prozesse des BEN Kuriers entschieden zurück. Es gibt keine Zweifel, dass der BEN Kurier unabhängig arbeitet, seine redaktionelle Entscheidungen autark und ohne Einfluss politischer Akteure trifft. Wer anderes behauptet, ignoriert die Tatsachen oder bewegt sich auf dem Boden von Mutmaßungen, die nicht belegt sind.
Unsere kommunalpolitische Arbeit ist sachorientiert – und manchmal unbequem. Denn wir stellen Fragen, auch wenn sie nicht jedem gefallen. Dass Mitglieder unserer Wählergruppe dafür bereits persönlich angegangen wurden, nehmen wir mit Sorge zur Kenntnis. Es sagt mehr über den Zustand der politischen Auseinandersetzung aus als über uns. Trotz dieser Umstände konnten wir in kurzer Zeit zahlreiche Impulse für unsere Heimat setzen – sachlich, fundiert und konstruktiv.
Mit Befremden beobachten wir zudem, dass ein ehemaliges Mitglied nach seinem freiwilligen Austritt aus der UL BEN öffentlich Kritik an seiner früheren politischen Heimat äußert – in einer Art und Weise, die unsachlich und einseitig erscheint. Wir respektieren den individuellen Weg, sehen jedoch keinen Anlass, auf persönliche Motivlagen öffentlich weiter einzugehen. Für uns zählt die inhaltliche Arbeit – nicht das Nachtreten.
Ein letzter Punkt: Wenn ein journalistischer Beitrag vorgibt, Transparenz und Faktenorientierung zu vertreten, am Ende jedoch eigene Darstellungen relativiert oder korrigiert, sollte man mit moralischen Urteilen gegenüber anderen besonders vorsichtig sein.
Und vergessen wir bitte am Ende nicht, wer durch Falschbehauptungen und Intransparenz, dem Stadtrat und der Öffentlichkeit gegenüber, diese Situation zu verantworten hat.