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17/12/2025

Einschätzung der Bürgergeld-Reform 2026

Was sich mit der Bürgergeld-Reform 2026 abzeichnet, macht vielen Menschen große Sorgen. Nicht, weil sie nicht arbeiten wollen oder sich verweigern würden – sondern weil sie spüren, dass sich der Ton geändert hat. Es geht weniger um Unterstützung und mehr um Kontrolle. Weniger um Vertrauen, mehr um Druck.

Für viele Menschen, die auf Bürgergeld angewiesen sind, bedeutet diese Reform vor allem eines: mehr Angst. Angst, einen Termin zu verpassen. Angst, etwas falsch zu machen. Angst, plötzlich mit weniger oder gar keinem Geld dazustehen. Wer ohnehin schon am Rand lebt, wer psychisch belastet ist, krank, erschöpft oder allein, für den kann dieser Druck sehr schnell existenziell werden.

Die Möglichkeit, Leistungen stark zu kürzen oder ganz zu streichen, trifft nicht abstrakt „Fälle“, sondern konkrete Menschen. Menschen, die ihre Miete bezahlen müssen. Die Medikamente brauchen. Die sich ohnehin schämen, Hilfe zu benötigen. Wenn dann das Existenzminimum zur Verhandlungsmasse wird, geht etwas Grundlegendes verloren: das Gefühl, dass der Staat im Zweifel hinter einem steht.

Viele Betroffene erleben das Jobcenter schon heute nicht als Ort der Unterstützung, sondern als Ort der Anspannung. Mit der Reform droht sich dieses Gefühl zu verstärken. Wer ständig unter Druck steht, wird nicht stabiler, sondern unsicherer. Wer Angst hat, macht Fehler. Wer Fehler macht, wird sanktioniert. So entsteht ein Kreislauf, der Menschen nicht in Arbeit bringt, sondern tiefer in Krisen.

Besonders hart trifft das Menschen mit psychischen Erkrankungen. Depressionen, Angststörungen, Traumafolgen oder Erschöpfung lassen sich nicht mit Sanktionen „wegorganisieren“. Im Gegenteil: Druck verschärft oft genau das, was eigentlich überwunden werden soll. Was als Aktivierung gedacht ist, kann zur Überforderung werden – mit Rückzug, Abbruch und im schlimmsten Fall mit völliger Isolation als Folge.

Auch die Nullrunde bei den Regelsätzen wirkt auf dem Papier vielleicht unspektakulär, im Alltag aber schmerzhaft. Die Preise steigen, das Geld nicht. Das heißt ganz konkret: noch mehr Rechnen, noch mehr Verzicht, noch weniger Teilhabe. Kein Spielraum mehr für kleine Dinge, die das Leben etwas leichter machen. Armut wird nicht gelindert, sondern weiter verengt.

Gesellschaftlich betrachtet sendet die Reform ein schwieriges Signal. Sie vermittelt den Eindruck, als müsse man Menschen vor allem misstrauen, statt sie zu unterstützen. Als sei Arbeitslosigkeit in erster Linie ein individuelles Versagen und nicht oft das Ergebnis von Krankheit, Brüchen im Lebenslauf, Pflegeverantwortung oder schlicht fehlenden passenden Arbeitsplätzen.

Das spaltet. Es schafft ein „Wir“ und ein „Die da“. Es untergräbt Solidarität und verstärkt Vorurteile. Und es übersieht, dass soziale Sicherheit kein Geschenk ist, sondern eine Grundlage dafür, dass Menschen überhaupt wieder handlungsfähig werden können.

Was kurzfristig als Sparmaßnahme erscheint, kann langfristig teuer werden: mehr psychische Krisen, mehr Wohnungslosigkeit, mehr Belastung für Kommunen, für soziale Dienste, für Ehrenamtliche. Vor allem aber verliert die Gesellschaft etwas Wertvolles: Vertrauen.

Eine soziale Sicherung, die vor allem mit Angst arbeitet, schwächt nicht nur die Betroffenen – sie schwächt den Zusammenhalt insgesamt. Eine Gesellschaft zeigt sich nicht daran, wie hart sie mit den Schwächsten umgeht, sondern daran, wie verlässlich sie ihnen in schwierigen Zeiten den Rücken stärkt.

1 vor 12!die sozialen Träger der Stadt Stuttgart veranstalten am kommenden Montag, den 15.12.25 um 11:59 (eine Minute vo...
11/12/2025

1 vor 12!
die sozialen Träger der Stadt Stuttgart veranstalten am kommenden Montag, den 15.12.25 um 11:59 (eine Minute vor 12) auf dem Wilhelmsplatz eine Kundgebung, um gemeinsam die Stimme gegen Kürzungen im sozialen Bereich zu erheben.

Die Veranstalter sind ein Zusammenschluss der Träger der Flüchtlingshilfe, Wohnungsnotfallhilfe, Sozialpsychiatrie und Suchthilfe in Stuttgart.

08/12/2025
01/12/2025

Die IPE- Stuttgart hat 681 Follower gewonnen und 80 Reaktionen erhalten während der vergangenen 90 Tage! Vielen Dank für euren anhaltenden Support! Ohne euch wäre das nie möglich gewesen. 🙏🤗🎉

PRESSEMITTEILUNGStuttgart stellt ein seit 40 Jahren bestehendes Hilfeangebotfür Menschen mit psychischen Erkrankungen vo...
16/11/2025

PRESSEMITTEILUNG
Stuttgart stellt ein seit 40 Jahren bestehendes Hilfeangebot
für Menschen mit psychischen Erkrankungen vor das AUS.
Der Stuttgarter Bürgerkreis https://www.buergerkreis-seelische-gesundheit.de/
unterstützt Menschen und hilft sehr erfolgreich Einsamkeit und Isolation zu überwinden
während und nach einer psychischen Erkrankung
durch gemeinsame Aktivitäten und Unterstützung im Alltag.
Die Stadt Stuttgart will dieses Angebot nach nun über 40 Jahren
nicht mehr fördern, es geht hier um eine jährliche Summe von 2.500 Euro.
Dies bedeutet für viele Menschen mit psychischen Erfahrungen und auch deren Angehörigen in Stuttgart
das AUS einer Heimat, die das Leben lebenswerter macht, Einsamkeit vorbeugt und soziale Ausgrenzung verhindert.
Dies bedeutet das AUS einer seit Jahrzehnten erfolgreichen Unterstützung und Zusammenarbeit
mit befreundeten Selbsthilfen wie die Offene Herberge e.V
und der IPE-Stuttgart sowie weitere Unterstützungsangebote innerhalb der Landeshauptstadt.
Die Stadt beginnt hier mit einer Amputation der Stuttgarter Selbsthilfe für Menschen mit psychischen Belangen.
verantwortlicher Autor
Harald Metzger

Ich hätte alles markieren können, hier aber nur ein paar Markierungen in der öffentlich einsehbaren Sparliste des Hausha...
14/11/2025

Ich hätte alles markieren können, hier aber nur ein paar Markierungen in der öffentlich einsehbaren Sparliste des Haushaltes 26/27 der LHS Stuttgart.

Beschlussantrag
Den von den Ämtern und Referaten gemachten Sparvorschlägen und vorgeschlagenen Maßnahmen zur Konsolidierung des Stadthaushalts gemäß Anlage 1 wird zugestimmt.
Die Verwaltung wird beauftragt, die beschlossenen Maßnahmen zügig umzusetzen. Sollten die Einsparvorschläge der Ämter im Rahmen der Beratungen zum Doppelhaushalt 2026/2027 weiterhin unzureichend sein, bringt die Finanzverwaltung eigene Vorschläge ein, die den Ämtern angerechnet werden können. Können einzelne Maßnahmen nicht oder nur teilweise umgesetzt werden, sind geeignete Ersatzvorschläge durch die Verwaltung vorzulegen.

💔 Der Treffpunkt Süd darf nicht sterben!Für viele psychisch belastete Menschen in Stuttgart ist der Bürgerkreis mit Tref...
30/10/2025

💔 Der Treffpunkt Süd darf nicht sterben!
Für viele psychisch belastete Menschen in Stuttgart ist der Bürgerkreis mit Treffpunkt Süd mehr als ein Ort – er ist Gemeinschaft, Stabilität und Vertrauen.
Jetzt droht das Aus durch fehlende Förderung.

Wir – die Initiative Psychiatrie-Erfahrener Stuttgart (IPE-Stuttgart) – appellieren an die Stadt, diesen Ort der Menschlichkeit zu erhalten.

👉 Unser offener Brief an die Stadt: https://acrobat.adobe.com/id/urn:aaid:sc:EU:ce5ecb92-1795-4419-8836-3e9e3646d079

Stuttgarter Bürgerkreis zur Förderung seelischer Gesundheit e.V. Derzeit ist unsere Website in Bearbeitung – bitte haben Sie noch etwas Geduld Impressum Datenschutzerklärung

Stuttgart hatte erste Initiative bundesweithttps://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.initiative...Auszug Stuttgarter Zei...
04/01/2025

Stuttgart hatte erste Initiative bundesweit
https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.initiative...
Auszug Stuttgarter Zeitung 02.01.2025:
Seit Januar 2024 ist Michalski Vorsitzende der Initiative Psychiatrie-Erfahrene (IPE) Stuttgart, die ihren Vereinssitz im Kneippweg 8 in Bad Cannstatt hat. Der eigene Erfahrungsschatz bildet den Kern der Arbeit des IPE. Wenn Michalski in Vorträgen die Initiative vorstellt, erzählt sie daher auch manchmal aus ihrer eigenen Lebensgeschichte. Insgesamt setzt sich die IPE für ein möglichst selbstbestimmtes Leben für psychisch erkrankte Menschen ein, so Michalski.

Gemeinsam Verbesserung Schaffen

Adresse

Kneippweg 8
Bad-Cannstadt
70374

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