August 1975
o Mitgliederzahl insgesamt: 559
o Mitglieder aktiv in Gruppen: 113
Gründung:
An der Nahtstelle zwischen rheinischer und alemannischer Fastnacht entstand im Jahr 1973 der heute vielseitig engagierte Verein. Beim gemütlichen Zusammensein im Gasthaus Buchkopf kamen einige am Schwarzwasen und am Buchkopf wohnende Bühlertäler unter der Führung von Klaus Zink auf die
Idee, die traditionsreiche Bühlertäler Fastnacht auch in Bühlertals abgelegenen Zinken neu aufleben zu lassen. Schon im folgenden Jahr wurde ein Umzug ins Leben gerufen, der sich vom Buchkopf über den Schwarzwasen bis zum Gasthaus Schöne Aussicht am Denni schlängelte also immer entlang der Bühlertäler Berge. Hieraus entstand schließlich der Name des Vereins: Narren der Bergstaaten Bühlertal. Vervollständigt wurde die Fastnachtskampagne durch die Prunksitzung im Gasthaus Immenstein in Neusatzeck. Die Begeisterung der Besucher führte schließlich dazu, dass man sich schon im zweiten Jahr nach der Gründung entschloss, dem Verein Narren der Bergstaaten eine ordentliche Satzung zu geben und den Verein ins Vereinsregister eintragen zu lassen. Die "Narrenkapp" in den badischen Vereinsfarben gelb und rot wurde zum Wappen des Vereins und ziert heute unter anderem den Orden, den alle Vorstandmitglieder tragen. Die in den Anfangsjahren im Gasthaus Immenstein stattfindende Prunksitzung war stets so gut besucht, dass meist schon ab dem Vormittag die Plätze im Gasthaus für die Abendveranstaltung reserviert wurden. Da das Freihalten der Plätze durstig macht, bekam manch ein Gast am Abend vor lauter Reservierungsstress gar nichts mehr von der Veranstaltung mit. Die Berggeister:
Bereits 1977 kamen als eigenständige Maskengruppe die Berggeister hinzu. Sie verkörperten den alemannischen Teil der Fastnacht. Ihr Häs besteht aus Sackleinen, die Maske aus Wurzeln, die innen ausgehöhlt wurden. Häs und Maske sind mit Moos, Rinde, Pilzen und Gräsern verziert und werden jedes Jahr neu aufgearbeitet. Die Idee zu der Gruppe stammte von Bernhard Geißler, der mit den Berggeistern schon von Anfang an mit Urgeschrei, Knüppelschlägen und Gesängen für die Austreibung des Winters sorgte. Das Straßenfest am Schwarzwasen
Ebenfalls 1977 wurde dann das erste Straßenfest am Schwarzwasen von den Bergstaaten veranstaltet. Die Einnahmen aus diesem Fest, das bis 1999 jedes Jahr stattfand, wurde zur Deckung der vielseitigen Ausgaben des immer größer werdenden Vereins gebraucht. Die Bergstaaten-Fußballer
Anlässlich des ersten Bühlertäler Fußball Vereinsturniers, das der Sportverein Bühlertal 1978 ins Leben rief, gründeten sich die Bergstaaten-Fußballer. In den drei folgenden Jahren belegten Sie stets die vorderen Plätze des heimischen Turniers. 1980 gewannen die Bergstaaten-Fußballer das Großfeldturnier. In den folgenden Jahren besuchten die Fußballer, durch den Erfolg ermutigt, zahlreiche Groß- und Kleinfeldturniere und vertreten seither den Verein in der gesamten Region. Der ONB-Beitritt
Im Jahre 1981 wurden die Narren der Bergstaaten Bühlertal unter Ihrem damaligen Vorsitzenden Klaus Zink Mitbegründer des ONB. Die Funkengarden
1983 wurde ein lang gehegter Wunsch der Vereinsführung realisiert: Die Gründung einer eigenen Funkengarde. Auch diese Garde hat sich weiterentwickelt und wurde unter der langjährigen Leitung von Michael Barbian bis auf drei Garden (Rote Garde, Gelbe Garde und Jungfunken) mit zusammen ca. 40 Tänzerinnen und zwei Nachwuchsgruppen für Mädchen ab 7 Jahre ausgebaut. Insgesamt sind heute sechs Trainer und Trainerinnen für die insgesamt über 60 tanzenden Mädchen im Einsatz. Der Spielplatzbau
Zu den vielfältigen ehrenamtlichen Tätigkeiten des Vereins gehörte auch der Bau des Spielplatzes in der Albert-Schnebele-Straße. Im Herbst 1981 wurde der Bau begonnen, wobei der Verein sämtliche Helfer, Maschinen und Geräte und das Baumaterial bereitstellte und die Gemeinde Bühlertal das Grundstück beisteuerte. Im Mai 1983 wurde der Spielplatz offiziell eingeweiht und in die Obhut der Gemeinde übergeben. Für den geleisteten Einsatz wurden die Narren der Bergstaaten mit einer Medaille des Landes Baden-Württemberg für herausragendes ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Der Fanfarenzug
1988 kam als weitere Gruppe der Fanfarenzug der Narren der Bergstaaten Bühlertal hinzu. Unter der Leitung des damals 18-jährigen Hans-Jörg Kist begannen die Proben für den ersten öffentlichen Auftritt, der 1990 im Rahmen des Ortenauer Narrentages, der von den Bergstaaten ausgerichtet worden ist, stattfand. Mit 27 Mitgliedern hat sich der Fanfarenzug inzwischen als eine Stütze des aktiven Vereinslebens bewährt, der auch außerhalb der närrischen Zeit den Verein und die Farben Bühlertals im ganzen Umland vertritt. Bau des Narrenhiesels
Lange Jahre schon suchte die Gemeinde Bühlertal nach einer neuen Nutzung des ehemaligen Bürogebäudes des Sägewerks Kern, das sich in einem erbärmlichen baulichen Zustand befand. 1993 einigten sich die Gemeinde und Narren der Bergstaaten darauf, dass die Bergstaaten das Haus in Eigenleistung sanieren sollten und dafür25 Jahre mitfrei überlassen bekommen. Mit vielen Helfern machte sich der Verein ans Werk. Für die Baukosten erhielt der Verein zwar einen Zuschuss in Höhe von ca. 1/3 der Gesamtkosten, trotzdem verlangte die selbstgestellteAufgabe auch finanziell einen großen Beitrag aus der Vereinskasse. 1994 wurde das sanierte Gebäude im Rahmen einer kleinen Feier offiziell seiner Nutzung als Vereinsheim, Requisitenlager und Probenraum übergeben. Das ehemals verwahrloste Gebäude bereichert nun wieder das Ortsbild Bühlertals. Die Keschdebengler
Zehn Jahre später, 1998 wurde schließlich die bis heute jüngste Gruppe der Bergstaaten ins Leben gerufen: Die Keschdebengler. Die Figur entstand aus dem Bezug zu den in Bühlertals Zinken auch heute noch reichhaltig anzutreffenden Kastanienwäldern und der alten Tradition, mit Holzknüppeln, den "Bengeln" die Kastanien ("Keschde") von den Bäumen zu schlagen und zu sammeln. Eine geschnitzte Maske in Form eines "Keschdeigels" und ein dazu farblich abgestimmtes Häs bilden das Kostüm der Gruppe, die inzwischen schon 35 Mitglieder hat und vor allem Jugendlichen ein Hineinwachsen in den Verein ermöglicht.