07/08/2026
Wer durch Ostfriesland fährt, hat sie sicherlich schon bemerkt: Knapp 20 Kommunen verfügen über zweisprachige Ortsschilder. Darauf ist der Ortsname auf Hochdeutsch und darunter etwas kleiner auf Plattdeutsch aufgeführt. Als Pionier gilt dabei die Stadt Aurich mit der 2004 eingeführten plattdeutschen Übersetzung Auerk. Weitere Beispiele sind Friedeburg mit Freborg, Großheide mit Grootheid oder Wirdum mit Wir´m.
Wie kommt eine Kommune zu einem plattdeutschen Ortsschild? Seit 2004 regelt ein Erlass des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, dass unser Plattdüütskbüro die plattdeutschen Namen auf ostfriesischen Ortsschildern festlegt. Dazu reicht ein formloser Antrag der jeweiligen Kommune. Dabei geht es in erster Linie um die korrekte plattdeutsche Schreibweise.
Was einfach klingt, ist es allerdings manchmal gar nicht: Denn sogar innerhalb einer Ortschaft gibt es mitunter verschiedene Aussprachevarianten des Ortsnamens. Zusätzlich muss die Kommune die unter Umständen von der Aussprache abweichende Schreibweise akzeptieren.
Erreicht ein Antrag auf ein plattdeutsches Ortsschild das Plattdüütskbüro, vergewissern sich die Mitarbeiterinnen zunächst vor Ort, welcher Ortsname im gesprochenen Plattdeutsch gebräuchlich ist. Außerdem werden Ortsnamenbücher hinzugezogen, welche die Entstehung, Entwicklung und Bedeutung der Ortsnamen erklären. Zudem muss der plattdeutsche Ortsname der offiziellen Schreibweise der Ostfriesischen Landschaft entsprechen. Die Bearbeitung durch das Plattdüütskbüro ist kostenfrei, so dass auf die Kommunen lediglich die Kosten für die Schilder zukommen.
Einige ostfriesische Orte können übrigens auch mit bestem Willen keine zweisprachigen Ortsschilder einführen. Der Grund dafür ist einfach: Orte wir Moorhusen, Suurhusen, Rechtsupweg oder Möhlenwarf sind schon „heel un dall up Platt“ und haben dementsprechend bereits eine plattdeutsche Beschilderung. ;-)
Auf dem Foto:
Grietje Kammler, Leiterin des Plattdüütskbüros, steht bei dem Ortsschild Aurich / Auerk.