05/10/2026
TRIGGERWARNUNG KRAFTAUSDRÜCKE*
Auch, wenn Bonny und Clyde Grade ein super schönes Yin und Yang bilden, trotzdem sind wir nicht ganz so harmonisch besonnen...
Etwas auskotzen darf auch Mal sein.. und ich denke, Grade die die Auffangstationen haben alles Recht dazu ..
Ihr Lieben,die Meisten von euch durften mich freundlich, fürsorglich und liebevoll kennen lernen. Wie jeder Mensch hab auch ich meine anderen Seiten. Und ja, ich kann richtig giftig werden. Aktuell weiß ich kaum, wo mir der Kopf steht. Und diverse Leute meinen das hoch ambitioniert triggern zu müssen.
Ich liebe Liebe Tiere, ich helfe, wo ich kann. Ich hatte lange die Hoffnung, dass es den meisten ähnlich geht.
Die letzte Zeit nagte wirklich sehr an meiner Gutmütigkeit. Aber ich bin über die Entwicklung der letzten Wochen wirklich fassungslos.
Ich bekomme am Tag ca 200 Nachrichten. Das ist soweit in Ordnung, ich Versuche wirklich, euch allen schnellstmöglich zu antworten. Und es tut mir herzlich leid, wenn nicht rechtzeitig Resonanz meiner seits kommt.
Aber was nun hier zeitweise abgelaufen ist, grenzt an emotionaler Erpressung.
Nein, wir sind nicht verpflichtet, Tiere aufzunehmen. Nein, wir müssen auch keine Tiere abholen. Und Nein, wir sind niemanden in irgendeiner Weise dafür Rechenschaft schuldig, wenn es Grade nicht so funktioniert, wie die Herrschaften es wollen.
Ich spreche jetzt Klartext, und ja, es sind unschöne Worte, und wer darauf keine Lust hat, soll ab sofort nicht weiter lesen..
Es läuft scheiße.
Die Resonanz ist absolut scheiße und die Tiere sind den meisten Leuten scheiß egal.
Pflegestellen in ganzen Land schreien Alarm, wir arbeiten alle ehrenamtlich. Sehr viele haben dicht gemacht und das ist kein Wunder. Denn in den meisten Fällen läuft es so:
Tier gefunden, Facebook abgegrast, Pflegestelle gefunden, bestmöglich hingebracht und das war es dann.
Die Realität sieht anders aus.
- Man diskutiert stundenlang, verucht alles Menschensmögliche, das Tier bzw die Tiere schnellstmöglich unter zu bekommen, kaum einer interessiert sich dafür, wie das passiert. Ja, dann hängt es auch an und, Fahrten zu organisieren, diese auch zu bezahlen. Wir reißen und im wörtlichen Sinne schon zur Ankunft den A***h auf, dass die Tiere in entsprechenden Stationen landen.
Von den Findern kommt ggf ein paar Tage später Mal die Frage, ob jeweiliges Tier überlebt hat.
Ich hab die Schnauze voll davon, das Auffangbecken für abgeschobene Verantwortung zu sein. Ich liebe die Tiere, mit Leib und Seele. Aber die Menschen dahinter sind es mir leid. Nein, wir nehmen keine Aufnahmegebühren, nein, wir nehmen keine Abgabegebühr. Wir erwarten keine spenden. Und ja, ich fahre auch Mal eben 187km, obwohl schon in der ersten Nachricht steht "ich gebe aber mein Geld dafür"...
Das ist in Ordnung. Das müsst ihr nicht. Dann wundert euch aber auch nicht, wenn beim nächsten Fundtier dieses keiner mehr aufnehmen kann.
Ich verlange wirklich nicht viel. Aber bei den meisten Tieren ist es leider "aus den Augen, aus dem Sinn". Bei vielen fragt Tage später niemand mehr.
Jetzt waren es erst wieder Igelbabys, Mama überfahren. Die kleinen dürfen nicht zurück in ihren Garten. Die Finder wollten absolut nichts damit zu tun haben, sie haben sie entgegen gebracht, damit war es auch schon vorbei. In dem Fall hat es funktioniert, dass die kleinen hier angekommen sind..
Eine kleine Brandmaus aus dem Leipziger Raum hat es leider nicht so gut Getroffen. Die Madame Finderin hatte soziemlich gar keinen Bock, einen Finger für das Tier krumm zu machen. Mit schwerer Otitis Media/interna hat sie sich dann noch ein paar Wochen gequält. Tierärzt? Madame Finder ja angeblich keinen. Die empfohlenen Tierärzte.. da probiert man es erst gar nicht. Man versucht dann tagelang irgendwie eine Fahrt zu organisieren. Egal, was man vorschlägt, es ist nicht machbar. Nein, es wird verlangt, dass das Tier von mir Persönlich abgeholt wird.
Info nebenbei, ich, Vollzeit Berufstätig in der Intensivpflege, mit ca 300 kranken Tieren Zuhause, mit Handaufzuchten, die ca alle 2h Futter brauche... Soll mich jetzt auf meine Kosten über 3h ca 220km ins Auto setzen, zusehen, wie ich den Sprit dafür ran kriege, um die kleine Mausi abzuholen.
Ja, hab ich schon oft genug getan. Mein Fehler. Hab gedacht, Menschheit wär etwas dankbarer. Kann ich aber nicht mehr. Ich hab werder die Kohle, noch die Zeit dafür. Auf Mitfahrgelegenheiten hat sich Madame auch nicht eingelassen.
Schlussendlich ist passiert, was passieren musste.
Mausi ist leider verstorben.
Und dieses selten blöde Stück hält es ernsthaft noch für notwendig, mir mit einem lachenden Smiley zu schreiben, die ist leider Tod, aber wir haben sie schön begraben. Bravo. Applaus für dich. Du hast es geschafft, ein Loch zu buddeln, und ein BESONDERS GESCHÜTZTES Tier zu begraben. Dass durch deine Unfähigkeit gestorben ist. Sie hatte Chancen. Sie hätte es schaffen können. Du warst dir zu bequem, einen anständigen Tierarzt aufzusuchen.
Und so, wie dieser armen kleinen Brandmaus,
geht es vielen Tieren.
Das kommt hier nicht mal eben vor. Das hab ich tagtäglich, manchmal 3-4x. Ich bin die Diskussionen Leid. Es tut mir unendlich leid für die Tiere. Aber ich kann nicht mehr an die Vernunft der Menschen appellieren, wenn diese einfach nicht vorhanden ist. Kann ich nicht mehr, will ich nicht mehr. Ich bin ausgelaugt davon. Ich hab die Schnauze gestrichen voll davon. Ich habe meinen Bock mehr, mit Idioten zu diskutieren, die die einfachsten Anleitungen nicht umsetzen können. Ich habe keine Lust mehr, Tiere aus Messibuden zu retten, danach zusammen zu brechen, weil ich einfach absolut kein Verständnis dafür habe. Eventuell bin ich zu weich dafür. Vielleicht bin ich nicht hart genug für den Tierschutz. Aber ich hab mein Bestes gegeben. Dass, was die letzten Jahre gelaufen ist, glaubt kaum jemand. Wir hätten glatt ne Seite draus drehen können. Ich war oft sprachlos. Häufig hab ich gedacht, hier sitzt wer mit versteckter Kamera.. das können die nicht ernst meinen. Und doch. Ich habe nach einigen Einsätzen erstmal eine Zeit gebraucht, damit zurecht zu kommen. Ich habe Räumlichkeiten betreten, wo ich danach dachte "heilige scheiße, wo bin ich gelandet". Ich hab sogar Tierheime geräumt, wo mir durch den Kopf ging "ist das hier eucher ernst?!" .
Von den Wildtieren will ich nicht anfangen, da würde ich nie fertig werden.
Fängt an, bei nicht mal 2 Wochen alten Igeln, denen Rührei in den Rachen gedrückt würde, über frisch geborene Mäusebabys, die halb in Leberwurst ertränkt wurden.. geht bis zu "ich hab einen Igel gesichert".. ca 500m entfernt, uner einem Basecap.
Ich bin wirklich unendlich dankbar, über jeden Finder oder Abgeber, der es wirklich gut gemeint hat, sich nach Möglichkeit belesen hat und sein bestmögliches tut. Ich danke euch von Herzen, ihr seid Gold wert ❤️ wie u.a die Finderin von Nathalie, oder Herr Stache. Sowie die Finderin meiner ganzen Babyigeln. Die Finderin der kleinen Waldmaus Simon, Brandmaus Ruby, Gelbhalsmaus Freya und all den anderen, die bis zu ihrer Ankunft wirklich gut versorgt wurden ❤️ Grade diese Finder kümmern sich auch um die Nachsorge, teilweise auch um die spätere Auswilderung der kleinen Schützlinge.
Für euch ist es erstmal eine Kleinigkeit, für uns und die Tiere bedeutet das eine ganze Menge.
Viele sehen Unsere Arbeit als selbstverständlich, danke, an die wenigen, die es zu schätzen wissen. Ehrenamtliche Auffangstationen, wie wir, bekommen keinerlei staatliche Förderung. Das überleben der Tiere ist abhängig von meinem Gehalt und den Spenden. Ich hab die letzten Jahre wirklich an jeder Ecke versucht zu helfen, egal um was es ging. Ich hab auch Haustiere zwischendurch behandelt, stabilisiert, Tierarzttermine gemacht, habe Halter begleitet, mich um Nachsorge gekümmert, Kastrationen organisiert...
Ich hab täglich Vorwürfe bekommen, bin gewissen Leuten, warum ich Tiere nicht mal eben abhole, warum ich denen nicht die Kastrakosten zahle, warum ich Tiere Grade nicht aufnehmen kann.. ja, ist für die Leute eventuell kaum vorstellbar, aber auch der Tierschutz hat seine Grenzen. Aber vorallem haben diese Pflegestellen
Wir können leider auch nur mehr tun, als wir nicht ohnehin schon machen.
Wir versuchen trotzdem unser möglichstes, um Halter und Haustiere irgendwie unter einen Hut zu bekommen ❤️
Wir pflegen nicht nur Tiere, geben Medikamente, fahren zu Tierärzten und bleiben OPs und Nachsorge. Wir sind auch für die Halten und Adoptanten da. Oder eben für Finder von Wildtieren.
Und Grade dieser Zusammenhalt braucht Bestand, damit es für die kleinen weiter gehen kann.
Denn sie alle sind Teil dieser Welt, jeder von ihnen hat ein Recht auf ein sorgenfreies, schmerzloses Leben.
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