05/08/2026
Öko-Tipp der Woche 31 – 2026
Wildkatzen brauchen unsere Hilfe
Der BUND Naturschutz (BN) ruft zum Schutz der Europäischen Wildkatze auf und zeigt, wie jeder helfen kann. Die Europäische Wildkatze ist eine wilde Verwandte unserer Hauskatze – und eine wahre Überlebenskünstlerin. Nach ihrer fast vollständigen Ausrottung im vorletzten Jahrhundert schleicht sie heute wieder durch viele Teile Deutschlands – auch dank jahrzehntelanger Aktivitäten des BN unter der Führung von Hubert Weinzierl, des damaligen Vorsitzenden, und des populären Tierfilmers Bernhard Grzimek, wobei Wildkatzen ab 1984 in ihren ursprünglichen Lebensraum freigesetzt wurden. Durch dieses Zucht- und Auswilderungsprojekt hatte sich auch im Spessart eine kleine, sich selbst reproduzierende Wildkatzen-Population etabliert. Gemeinsam mit zuwandernden Tieren aus Thüringen und Hessen breitete sie sich in angrenzende Waldgebiete aus. Insgesamt ist die Wiedereinbürgerung der Wildkatze eine der größten Erfolgsgeschichten des BUND Naturschutz. Heute gehen die Experten von über 700 Wildkatzen in Bayern aus. Der deutsche Gesamtbestand wird derzeit auf etwa 5 000 Tiere geschätzt. Doch sie bleibt gefährdet: Zerschneidung der Landschaft durch den Straßenverkehr, Verlust des Lebensraums und Vermischung und Verwechslung mit Hauskatzen setzen ihr weiter zu. Die Europäische Wildkatze ist ein echtes Wildtier, wir Menschen bekommen sie nur selten zu Gesicht. Doch Katzenfreunde können unserer heimlichen Waldbewohnerin helfen. Mit einfachen, aber wirksamen Schritten.
Vier Wege, der Wildkatze nachhaltig zu helfen:
Spaziergänger sollten im Wald auf den Wegen bleiben und ihre Hunde nicht frei laufen lassen. Junge, getigerte Kätzchen, die im Wald gefunden werden, dort lassen. Es könnten Wildkatzen sein, die von ihrer Mutter versorgt werden.
Katzenhalter sollten ihre Freigänger konsequent kastrieren lassen. Es stellt einen wichtigen Beitrag dar, um Paarungen mit Wildkatzen zu vermeiden und das Leid der rund zwei Millionen Streunerkatzen bei uns einzudämmen.
Naturfreunde können sich am regelmäßigen Wildkatzen-Monitoring des BN beteiligen. Durch sogenannte Lockstöcken sammeln wir wertvolles Wissen über die Verbreitung der Wildkatze u. können so Schutzmaßnahmen planen.
Waldbesitzer können schon mit kleinen Maßnahmen attraktive Wildkatzen- Lebensräume gestalten u. gleichzeitig ihre Wälder klimarobust umwandeln.
Der Schutz der Wildkatze beginnt mit dem Erhalt und der Erweiterung ihrer Lebensräume. Intakte und vernetzte Laubmischwälder sind zusätzlich für viele weitere Tiere der Wälder überlebenswichtitig. Wer sich für die Wildkatze engagiert, hilft damit auch vielen weiteren Tieren der Wälder, wie der Haselmaus, dem Mittelspecht und den holzbewohnenden Käfern. Mehr zu den Mitmachmöglichkeiten unter:
Die Wildkatze braucht naturnahe Wälder. Doch die sind selten geworden. Deshalb sichern und erweitern wir wildkatzengerechte Lebensräume.