Mitglied im "Ortenauer Narrenbund"
Träger der Freien Jugendhilfe
Fastnächtliches Brauchtum seit 1932
Ursprung "Sandwangst":
Die Geschichte des „Sandwangst” reicht bis ins 15.Jahrhundert zurück und begann mit einem ganz realen Streit um ein Wegerecht. Damals schon besaß Appenweier den großen Wald nordwestlich von Urloffen. Diese Besitzverhältnisse gefielen den Urloffener Bauern gar nicht, besonder
s auch, weil der Weg zum Wald durch die Wolfsgasse führte, die auf ihrer Gemarkung lag, und als die holzfahrenden Nachbarn auch noch ihre müden Pferde auf den Wiesen an der Wolfsgasse weiden ließen, kam es zu handfesten Auseinandersetzungen. Diese Ereignisse malt die Sage um den „Ochsenkrieg mit derer von Urloffen” blumig aus und berichtet, dass die Urloffener in besagter Wolfsgasse den Appenweierern auflauerten, als diese wieder einmal ihr Vieh dahertrieben. Mit allen nur erdenklichen Stich- und Hiebwaffen fielen die Urloffener über Vieh und Hirten her und schlugen die Appenweierer in die Flucht. Durch diese negative Erfahrung gewitzigt, legten sich die Appenweierer einen grobleinenen mit Sandpolstern abgesteppten Harnisch zu und gingen so geschützt mit ihrem Vieh erneut gen Urloffen. Während der erneuten Keilerei brachte einer aus Zimmern einen ungewöhnlich großen Bienenkorb, in dem ein Hornissenschwarm gefangen war. Damit wollte er eigentlich besonders große Bienen züchten. Da dies nicht gelang, warf er den Korb samt dem nixnutzigen und brusigen Inhalt in die gegnerische Schlachtreihe. Diese bäuerliche Fehde hatte ein gerichtliches Nachspiel vor dem Schwurgericht in Offenburg und ist damit urkundlich überliefert. Nach dem Urteil durften die Appenweierer ihre Pferde nicht mehr neben der Wolfsgasse weiden lassen, die Urloffener die Durchfahrenden nicht mehr bedrohen. So wurden die Übernamen „Sandwängst” für die Appenweierer und „Hornusser” für die Urloffener geboren, erzählt man sich
Ursprung "Alde":
Der Ursprung der Alde geht nicht so weit in die Geschichte zurück. Sie ist eine Figur aus jüngerer Zeit. Im gesamten mittelbadischen Raum ist der Appenweierer Altweiberball bekannt, der immer am Dienstag vor dem „Schmutzigen” ursprünglich in den Gaststätten und Hallen, seit einigen Jahren nur noch in den Hallen stattfindet, bereichtert durch zahlreiche Stände und Straußwirtschaften der örtlichen Vereine. Er wurde in den fünfziger Jahren von der seinerzeitigen Sonnenwirtin ins Leben gerufen. Sie war auch die Erste, die als „Alde” verkleidet auftrat. Seither tun es ihr Jahr für Jahr Tausende am närrischen Geschehen teilnehmender Frauen und Männer am Altweiberball in Appenweier nach. Neben dem schwarzen, langen Rock und dem gemusterten Oberteil, dem sogenannten „Peter”, ist vor allem der mit bunten Federn geschmückte Hut ein wichtiges Merkmal der Appenweierer Alden. In der Gruppe der Alden der NZA lebt heute die Tradition des Altweiberballs in Appenweier weiter.