Geschichte der Station
1870 Ein erstes hölzernes Ruderrettungsboot (30'-Peake-Boot, zehn Riemen) wird stationiert. Vormann ist Lotsenkommandeur von Krohn. Das Lotsenwesen auf der Jade lag bis zum Zweiten Weltkrieg in den Händen der Marine. Daraus ergab sich eine enge Verzahnung der Station mit der Flotte, die sich nicht nur in der Besetzung der Boote durch Marinelotsen, sondern auch durch operat
ive Zusammenarbeit mit Dienstfahrzeugen, vereinzelt auch mit Kampfschiffen der Marine niederschlug. Diese intensive Verbindung zur Kaiserlichen Marine lässt sich bis zum Ersten Weltkrieg nachweisen.
1872 Einstweilen geht die Station außer Dienst, weil sie noch unrentabel ist.
1874 Ein neuer Rettungsschuppen soll am Boots- und Torpedohafen erbaut werden.
1876 Das alte Boot ist morsch und wird außer Dienst gestellt. Der Transportwagen kommt zur Station Schwarzort. Zwei neue Boote (BERLIN, 28'-Peake-Boot, und BONN, 29', kannelliertes Eisenblech) werden stationiert.
1877 Am Torpedohafen wird ein neuer Rettungsschuppen aus Fachwerk für zwei Ruderrettungsboote fertiggestellt. Die Planungen liefen seit 1874.
1881 Das Ruderrettungsboot BONN wird bei einer Einsatzfahrt beschädigt und kommt zur Reparatur nach Rönnebeck. Als Ersatz verlegt ein größeres Rettungsboot zur Station.
1888 Ende des Jahres erhält die Station einen neuen Rettungsschuppen an der Schleuse zum Neuen Hafen. Auch ein Kran zum Fieren des Bootes gehört zur Ausrüstung.
1897 Die BERLIN wird durch ein neues, kleineres (6,5 Meter) Boot ersetzt, da sich für das größere Boot nicht genügend Freiwillige gefunden hatten.
1901/1902 An der alten Hafeneinfahrt nahe der Signalstation entsteht eine Raketenstation.
1913 Im Oktober erhält Wilhelmshaven das neue 8,5-Meter-Boot GROSSHERZOG FRIEDRICH AUGUST, benannt nach dem Großherzog von Oldenburg und gestiftet von E. Oldemeyer aus London.
1921 Die Raketenstation wird aufgelöst.
1930 Mitte März wird das offene Motorrettungsboot LOTSENKOMMANDEUR VON KROHN zur Station gebracht. Es ist 8,75 Meter lang, 2,70 Meter breit, hat 0,60 Meter Tiefgang, ist sieben Knoten schnell und aus Stahlblech bei Havighorst in Rönnebeck gebaut. Für das Boot muss der Bootswagen verstärkt werden. Anstelle des bisher benutzten leichten Handkrans wird auf Kosten der Marine ein stärkerer Kran mit elektrischem Antrieb an der Kaimauer aufgestellt.
1937 Die LOTSENKOMMANDEUR VON KROHN wird zu einem halbgedeckten Boot umgebaut.
1943 Bei einem Luftangriff auf Wilhelmshaven wird die Station am 10. Juni zerstört.
1958 Wegen des zunehmenden Öltankerverkehrs vor Wilhelmshaven richtet die DGzRS die Station wieder ein und stationiert zunächst das Motorrettungsboot GEHEIMRAT SARTORI. Im selben Jahr folgt ihm das Motorrettungsboot CARL LAEISZ.
1959 Das Motorrettungsboot BORKUM kommt nach Wilhelmshaven.
1963 Die BORKUM geht außer Dienst. Das Motorrettungsboot WESER, bisher Station Laboe, vom gleichen Typ wird ihr Nachfolger.
1969 Die DGzRS verkauft die WESER an die südafrikanische Seenotrettungsgesellschaft NSRI. Der neue Seenotkreuzer HANS LÜKEN (18,9 Meter lang, 3,8 Meter breit, 1,25 Meter Tiefgang) mit Tochterboot ABELIUS kommt zur Station.
1980 Die HANS LÜKEN verlegt nach Langeoog und wird durch den neuen 23-Meter-Seenotkreuzer EISWETTE I ersetzt.
1985 Die EISWETTE wechselt nach Amrum. Wilhelmshaven erhält den 23-Meter-Seenotkreuzer MINDEN, einen modifzierten Nachbau.
1989 Am 22. April tauft die DGzRS den 27,5-Meter-Seenotkreuzer VORMANN STEFFENS für Wilhelmshaven und verlegt diie MINDEN nach List/Sylt.
1993 Zusätzlich kommt das neue 8,5 Meter lange Seenotrettungsboot OTTO BEHR zur Station. Juli getauft.
1994 Im Dezember wird die VORMANN STEFFENS nach Hooksiel verlegt. Sie hat ihren Liegeplatz damit weiter in Richtung Außenjade, um bei Notfällen noch schneller vor Ort sein zu können.
2000 Im Fluthafen wird ein neues, hochwassergeschütztes Stationsgebäude für die Seenotretter eingeweiht.