15/04/2025
Annette Scheckmann ist Vorständin der Strabag AG Österreich, beschreibt sich selbst als hartnäckige Optimistin und bringt genau diesen Optimismus in die Diskussion über Frauen in der Arbeitswelt ein. In einem Interview mit DER STANDARD spricht sie über Herausforderungen, Chancen und notwendige Veränderungen für mehr Diversität und Flexibilität im Berufsleben.
💡 Warum viele Frauen in Teilzeit doch Vollzeit arbeiten
Viele Frauen reduzieren nach der Elternzeit ihre Stunden – aber nicht unbedingt ihre Arbeit. Teilzeit bedeutet für viele nicht weniger Aufgaben, sondern lediglich eine flexiblere Verteilung der Arbeitszeit. Tagsüber früher das Büro verlassen, um die Kinder zu betreuen und abends noch einmal den Laptop aufklappen – diese Realität betrifft viele, wird aber selten offen thematisiert. Scheckmann betont, dass Unternehmen hier genau hinschauen müssen: Wie viele Stunden arbeiten Frauen tatsächlich? Werden Teilzeitkräfte für dieselbe Verantwortung nur anders bezahlt?
⏳ Flexibilität als Schlüssel – für alle!
Flexible Arbeitsmodelle sind kein Frauenthema, sondern betreffen die gesamte Arbeitswelt. Führungskräfte haben die Verantwortung, neue Lösungen zu schaffen, die sowohl Karrierechancen als auch individuelle Lebensrealitäten berücksichtigen. Scheckmann selbst lebt diese Flexibilität: Wenn ihre Tochter sie braucht, nimmt sie sich die Zeit – und arbeitet danach weiter. Sie fordert diese Freiheit nicht nur für sich, sondern für alle Mitarbeitenden. Dabei können neue Technologien eine entscheidende Rolle spielen: In der Baubranche zum Beispiel könne Virtual Reality es ermöglichen, bestimmte Tätigkeiten ortsunabhängig auszuführen – ein Schritt hin zu mehr Flexibilität, selbst in klassischen Präsenzberufen.
🚀 Warum wir weiterhin über Frauen in Führungspositionen sprechen müssen
Die gläserne Decke ist noch nicht durchbrochen – und Scheckmann macht deutlich, warum: Menschen befördern Menschen, die ihnen ähnlich sind. Solange Führungsetagen überwiegend männlich besetzt sind, bleibt es für Frauen schwieriger, aufzusteigen. Die Lösung? Quoten sind notwendig, um Strukturen aufzubrechen. Auch wenn Veränderungen nicht über Nacht passieren, sieht Scheckmann die Gesellschaft an einem Wendepunkt – aber nur, wenn alle weiter Druck machen.
Das ganze Interview findet ihr hier 👉 https://www.derstandard.at/story/3000000250168/strabag-vorstaendin-scheckmann-fra