14/04/2026
𝗡𝗲𝘂𝗲𝘀 𝗞𝗶𝗻𝗱𝗲𝗿𝗯𝘂𝗰𝗵 „𝗟𝗮𝘀𝘁 𝗞𝗻𝗼𝘄𝗻 𝗔𝗱𝗱𝗿𝗲𝘀𝘀“: 𝗪𝗶𝗲 𝗞𝗮𝘁𝗵𝘆 𝗞𝗮𝗰𝗲𝗿 𝗱𝗶𝗲 𝗚𝗲𝘀𝗰𝗵𝗶𝗰𝗵𝘁𝗲𝗻 𝗵𝗶𝗻𝘁𝗲𝗿 𝗱𝗲𝗻 𝗦𝘁𝗼𝗹𝗽𝗲𝗿𝘀𝘁𝗲𝗶𝗻𝗲𝗻 𝗳ü𝗿 𝗷𝘂𝗻𝗴𝗲 𝗟𝗲𝘀𝗲𝗿 𝗹𝗲𝗯𝗲𝗻𝗱𝗶𝗴 𝗺𝗮𝗰𝗵𝘁
Kurz vor Jom HaSchoa, dem internationalen Gedenktag für die Opfer des Holocaust (in diesem Jahr vom 15. bis 16. April), hat die preisgekrönte kanadische Kinderbuchautorin Kathy Kacer ihr neues Buch „Last Known Address“ veröffentlicht – ein Werk, das eindrucksvoll zeigt, wie wichtig gelebte Erinnerung ist.
Seit vielen Jahren widmet sich Kacer der Aufgabe, Kindern und Jugendlichen den Holocaust näherzubringen. Mehr als 30 Bücher sind aus diesem Engagement hervorgegangen. In ihrem neuesten Werk wählt sie einen besonders eindringlichen Ansatz: Sie stellt die Stolpersteine in den Mittelpunkt – und vor allem die Menschen, deren Namen dort festgehalten sind. So erzählt sie die Geschichten hinter den Namen, denen wir im Alltag begegnen – leise, aber unübersehbar.
Ausgehend von diesen Orten zeichnet Kacer die Lebenswege von Anne Frank sowie zwölf weiteren Opfern der nationalsozialistischen Verfolgung nach. Viele von ihnen sind heute kaum noch bekannt – und genau darin liegt die besondere Stärke des Buches: Es macht aus anonymen Namen wieder Menschen mit individuellen Schicksalen.
Dabei erweitert sie bewusst die Perspektive: Neben jüdischen Opfern erinnert sie auch an andere Verfolgte des NS-Regimes – darunter ein Roma-Paar, ein homosexueller Mann und ein geistig beeinträchtigter Junge. So wird deutlich, wie umfassend und vielschichtig die Verfolgung war.
Einige der Porträtierten überlebten – darunter Vera Katz Schiff und Salman Schocken. Ihre Lebensgeschichten stehen für Hoffnung, aber auch für die bleibende Verantwortung, Erinnerung weiterzutragen.
In einem Podcast-Gespräch berichtet Kacer von ihrer intensiven Recherche und davon, warum sie weiterhin vor Tausenden von Schülerinnen und Schülern spricht (https://thecjn.ca/news/on-yom-hashoah-kathy-kacer-explores-13-victims-of-nazi-persecution-jewish-and-beyond/). Ihre Überzeugung: Erinnerung muss lebendig bleiben – gerade für die nächsten Generationen.
„Last Known Address“ macht deutlich, wie eng unsere Gegenwart mit der Vergangenheit verbunden ist. Das Buch holt die Geschichten hinter den Stolpersteinen zurück ins Bewusstsein – dorthin, wo sie hingehören: mitten in unser Leben.