26/08/2026
Vorschläge zum SPNV im Saarland - S-Bahn - Reaktivierungen
In den letzten Tagen hat das Thema Trassenpreise die Gemüter erhitzt.
Das Land hat Ausdünnungen und die Rückstellungen der Reaktivierungen "angedroht", falls der Bund die Problematik der Trassenpreise nicht löst und evtl. die Mehrkosten nicht zahlt.
Unbesehen von der finanziellen Lage im MUKMAV gibt es dennoch Alternativen um den SPNV im Saarland zu stärken und auszubauen.
Der Autoverkehr wird gefühlt eher mehr ale weniger, heute Morgen am 26.08.2026 in Saarlouis, auf den meisten Straßen Stau oder zähfließender Verkehr und dies außerhalb der Pendlerzeiten.
Wer als Ministerin verkündet, sie wolle den Individualverkehr bis 2030 um 40% reduzieren und die Fahrgastzahlen im Schienenpersonennahverkehr verdoppeln, der muss auch handeln und muss auch bei sich verändernden Rahmenbedingungen Alternativen in der Schublade haben und diese auch transparent kommunizieren.
Um den SPNV im Saarland finanzierbar zu halten schlägt die Plattform Mobilität folgendes vor:
1) Das S-Bahn Netz nicht einführen, auch das Kernnetz nicht
2) Die ausgewählten und positiv bewerteten Bahnstrecken reaktivieren und Verkehr bestellen
3) Die reaktivierten Strecken zuerst in einem Grundtakt bedienen (Stundentakt)
Zu 1.
Das S-Bahn Netz begünstigt im Kernnetz nur die Menschen, die schon eh eine gute Taktverbindung (30 Minuten) haben, daher kann der 20 Minutentakt im Kernnetz (Saarlouis - Saarbrücken - Neunkirchen - Homburg - St. Ingbert) entfallen und der 30 Minutentakt sollte ausgebaut (Halte der RB 70 zwischen Homburg und Saarbrücken) und ausgeweitet werden.(Neubrücke - Saarhölzbach)
Durch eine Verlängerung der RB 70 bis Saarhölzbach könnten die Ergänzungszüge zur Stunde XX:46 entfallen.
Zur Verbesserung des Angebotes müssen die Buslinien besser auf die Züge abgestimmt werden (Anschlusssicherung).
Zu 2.
Ohne reaktivierte Bahnstrecken wird eine Verkehrswende nicht gelingen, daher ist es zwingend erforderlich die Strecken an der Saar, Rossel, Bist und der Prims zu reaktivieren.
Zu 3.
Das Gutachten und das MUKMAV sehen auf den reaktivierten Strecken einen 30 Minutentakt vor, zwischen Fürstenhausen und Saarbrücken sogar 15 Minuten.
Hier sollte man aus finanziellen Gründen zuerst einen Grundtakt (Stundentakt) einführen, andere Bundesländer verfahren ähnlich.
Also beginnend ► Stundentakt Rosseltalbahn Großrosseln - Fürstenhausen - Quartier Schanzenberg - Saarbrücken Hbf.
► Stundentakt Überherrn - Wadgassen - Hostenbach - Völklingen (gute Anschlüsse nach Saarbrücken und Trier)
► Stundentakt Schmelz - Limbach - Schmelz - Nalbach - Dillingen (Weiterführung und Verknüpfung ins Niedtal) (gute Anschlüsse in Dillingen nach Saarbrücken und Trier).
Alternierend zum SPNV kann die R5 beibehalten werden um die Gemeinden zu erschließen und so kann sogar ein Halbstundentakt im Primstal angeboten werden, der Zug ersetzt dann die X5 (Expressbus). (diese alternierende Version hätte man auch zwischen Merzig und Losheim anbieten können).
Die Reaktivierung des Abschnittes Hostenbach - Fürstenhausen sollte zunächst zurückgestellt werden, ebenso der Bau der Körpricher Verbindungskurve nach Knorscheid (hier sind Teile der Flächen entwidmet also von Eisenbahnzwecken freigestellt.)
Je nach Fahrgastzahlen und finanzieller Lage kann dann das Angebot später erweitert werden.
Noch ein Wort zu S-Bahn.
Die Triebwagen der BR 1440 (DB Regio) und 8442 (Vlexx) sind keine S-Bahn Fahrzeuge, sie haben zuwenig Türen (nur 1 Tür je Seite und Wagenkasten), sind teilweise zu klein und die Vlexx Triebwagen haben auch noch Stufen im Innern.
Bei ohen Steigerungen der Fahrgastzahlen müssten öfters (unwirtschaftliche) Doppeltraktionen eingesetzt werden und da haben wir das Problem von zu kurzen Bahnsteigen (Burbach - Burbach Mitte - Luisenthal - Beckingen)
Laut Aussage des MUKMAV sollen die Triebwagen die zur Zeit eingesetzt sind bis 2049 laufen.
Die ehemaligen Triebwagen der BR 426/426, die vorher im Saarland eingesetzt wurden, waren eher S-Bahn tauglich, doppelt soviele Türen wie die heutigen Triebwagen und die 425/426er waren im Innenraum eben.
Die Triebwagen der BR 425 werden heute noch auf den Linien S1 und S2 im Verkehrsverbund Rhein-Neckar eingesetzt.
Ein S-Bahn Netz muss aber auch sichtbar sein, nur das Zugangebot von RB auf S-Bahn umzubenennen macht noch keine S-Bahn.
Für ein richtiges S-Bahn Netz müsste es weitere Haltepunkte geben und an den Bahnhöfen müsste dieses Netz zu erkennen sein, also mit Logo, Netzkarten usw. und auch diese Umgestaltung würde Geld kosten, wenn man es denn richtig macht.