30/11/2025
Dieses Wochenende stimmt die Zürcher Stimmbevölkerung über den Gestaltungsplan der Seebahn-Höfe ab. Knapp davor aber noch rechtzeitig hat unser Hans Widmer aka P.M. mit Beihilfe von Manuel Süess eine alternative Vision verfasst, in der eine - nein, sogar zwei! - Klimagenossenschaften wunderbar Platz finden würden:
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
PROJEKT FÜR 2 KLIMAGENOSSENSCHAFTEN
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Das PALAIS BEAULIEU und BELAIR PALACE ermöglichen eine Lebensweise, die mit einem Earth Overshoot Day vom 31. Dezember und den planetarischen Grenzen gemäss Johan Rockström (und dem Umweltbericht der Stadt Zürich) kompatibel ist. Sie erfüllt also alle Vorgaben für Klimagenossenschaften gemäss der Motion des Zürcher Gemeinderates von 2023.
Sie sind selbstverwaltete Genossenschaften.
Das PALAIS BEAULIEU beherbergt 521, BELAIR PALACE 609 Personen. Die Bewohnerschaft ist demographisch gemischt. Jedes Mitglied richtet sein Leben im Rahmen eines ökologischen Budgets ein. Die Einhaltung dieses Budgets wird mit geeigneten Algorithmen überwacht. Die Nichteinhaltung wird sanktioniert (Jäten, Handy-Entzug, Zalando-Unterbruch, Protokolle schreiben…).
Die beiden Proletarierpaläste (gemäss Karl Bürkli, Volksrecht, 1898) funktionieren wie Hotels. Im Schnitt stehen jedem Mitglied 20m2 Wohnfläche (zwischen 10m2 und 40m2) zur Verfügung. Möbel müssen nicht mitgebracht werden. Durch Verbindungstüren können die Zimmer zu Zweierstudios, WGs aller Grössen, Familienwohnungen usw. kombiniert werden. Es gibt nur Duschen, dafür im Untergeschoss Bäder im japanischen Sento-Stil (so wie in «Perfect Days»). Die meisten Dach- und geeigneten Fassadenflächen sind mit photovoltaischen Panels versehen. Die Heizung wird mit Geothermie, Photovoltaik und Fernwärme betrieben. Der Stromüberfluss wird als Wasserstoff gespeichert, mit dem hauseigenen Generator umgewandelt, oder in das Netz gespiesen. Die Lebensmittelversorgung erfolgt zum grössten Teil durch einen oder mehrere angeschlossene, regionale Landwirtschaftsbetriebe im Umfang von je ca. 60 ha.
Die Lebensmittel werden in den Mikrozentrum lagerfähig gemacht oder zu Mahlzeiten verarbeitet. Diese können dort geholt oder eingenommen werden. Eine weitgehend vegetarische oder vegane Ernährung wird unterstützt (tierische Produkte können jedoch im Rahmen des Ökobudgets konsumiert werden). Der grösste Teil der Kleider, Möbel, Medien, Geräte usw. kann in einem Materialdepot ausgeliehen werden. Die Mobilität wird durch Lifte, Fahrräder, einige E-Autos (ausleihbar), Busse und andere öffentliche Verkehrsmittel ermöglicht. Die Umgebung ist fussgängerfreundlich. Menschen mit Behinderungen kommen
überallhin. Der Wasser- und Nährstoffkreislauf wird, wo es technisch praktizierbar ist, lokal geschlossen. Nährstoffe werden in den angeschlossenen Landwirtschaftsbetrieben eingesetzt. Die zwei Mikrozentren von ca. 2000m2 Fläche im Erdgeschoss bilden die ökonomischen, sozialen und kulturellen Zentren. Sie werden von der Genossenschaft verwaltet, sind jedoch öffentlich zugänglich. Möglichst viele bezahlte und unbezahlte Täatigkeiten werden an Ort und Stelle ermöglicht. Die beiden Paläste betreiben zusammen eine interne IT-Plattform für deren Vermittlung und für diverse Verleihdepots.
Generell gilt Tempolimit: 15kmh (auch für Jogger) Alle Erdgeschosse dienen gemeinschaftlichen Nutzungen und allerlei Tätigkeiten. Die Erismannstrasse und die Seitenstrassen werden zu einem Flanier- und Aktivitätsbereich. Es verkehren Omnibusse (lat. omnis; Dativ omnibus = für alle), verschiedenster Grössen. Zur Bahn hin wird eine Schallschutzwand installiert, wie auf der Ostseite. Die beiden Paläste werden intern durch Arkaden so verbunden, dass die Bewohner:innen überallhin trockenen Fusses gelangen können (Pantoffelgängigkeit).
Die Höfe sind öffentlich zugänglich.
Ich habe viel Gold verwendet, weil es Licht reflektiert. Goldleisten können auch im Inneren verwendet werden, so kann man Strom für die Beleuchtung sparen. Gold hilft Sparen und schafft trotzdem eine feierliche, luxuriöse Ambiance. (Siehe: Junichiro Tanizaki, «Lob des Schattens», Manesse).
UMBAUEN statt ABREISSEN! Für eine GOLDENE ZUKUNFT!
Gemeinschaft - erfüllende Tätigkeit - Liebe (Alfred Adler, 1870-1937)
Hans Widmer, 17.11.2025