02/10/2026
Immer wieder erzählen mir Menschen, dass sie seit Wochen oder Monaten Gelenkschmerzen haben. Mal stärker, mal schwächer. Von schuppiger, trockener Haut, tiefsitzenden Rückenschmerzen und einer Erschöpfung, die sich manchmal fast wie eine Grippe anfühlt.
Und irgendwann kommt vorsichtig die Frage: „Meinst du, das könnte Rheuma sein?“
Meine ehrliche Antwort: Ich weiss es nicht. Ich kann und möchte das nicht beurteilen. Aber wenn Beschwerden länger anhalten, immer wiederkommen und dir Sorgen machen, dann lass sie bitte ärztlich abklären.
Dann kommt aber häufig: „Nein, nein. Rheuma habe ich sicher nicht. Jeder hat mal Gelenkschmerzen. Jeder ist mal erschöpft.“
Ja, natürlich. Aber offensichtlich beschäftigt dich etwas daran so sehr, dass du angefangen hast, dir Sorgen zu machen. Sonst hättest du mich vermutlich gar nicht gefragt. Und gleichzeitig verstehe ich dich so gut. Denn „Rheuma“ ist so ein schweres Wort. Voller beängstigender Fragezeichen, irgendwie so endgültig und auch bedrohlich. Und in vielen Köpfen noch immer verbunden mit dem Bild, irgendwann auszusehen wie Edward mit den Scherenhänden.
Du möchtest nicht jemand sein, der Rheuma hat. Das verstehe ich. Niemand möchte das.
Aber niemand sagt, dass du Rheuma hast, aber dein Körper braucht jetzt dennoch Hilfe und Klarheit.
Falls eine rheumatische Erkrankung dahinterstecken sollte, ist Wegschauen keine Behandlung und die Symptome verschwinden dadurch leider auch nicht. Je früher klar ist, was hinter deinen Beschwerden steckt, desto früher kann (falls nötig) die passende Therapie beginnen und dir wird es besser gehen.
Deshalb: Wenn du länger Beschwerden hast, die wiederkehren und dir Sorgen machen, geh bitte zur Ärztin oder zum Arzt. Nicht, weil du dir einreden sollst, dass du Rheuma hast. Sondern weil dein Körper und deine Psyche Klarheit benötigen, was mit deinem Körper los ist.
Manchmal bedeutet Mut einfach, trotz der Angst hinzugehen. ❤️