06/08/2026
An der 1.-August-Rede in Höngg wurde die Rolle der Quartiervereine in der Demokratie angesprochen. Hier ein Auszug der Rede von Monika Wicki:
"Demokratie lebt davon, dass Menschen aufeinander zugehen und sich begegnen. Aber das ist heute schwierig geworden.
Wir gehen nicht mehr so viel aus dem Haus wie früher.
Wir arbeiten zu Hause, laden oft nicht einmal mehr Leute ein.
Wir machen Selfcheckout an der Kasse, unsere Spielwiese sind die sozialen Medien.
Es gibt weniger reale Kontakte, es gibt weniger menschliche Interaktionen im Alltag.
Es fehlen gemeinsame Erfahrungen.
Darum verstehen wir uns oft nicht mehr, schreiben hässliche Kommentare in den sozialen Medien oder beschimpfen die Leute auf der Strasse.
Es ist aber für die Demokratie extrem wichtig, dass sich die Menschen auch im echten Leben begegnen. Es ist wichtig, dass wir uns zwischen den sozialen Schichten austauschen.
Wir brauchen echte Begegnungen. Jeden Tag.
Und hier kommt nun der Quartierverein zum Zuge. Ja, die Vereine im Allgemeinen. Aber der Quartierverein in ganz besonderer Weise.
Denn sie schaffen Raum für Begegnungen im Quartier. Für Begegnungen zwischen Jung und alt, zwischen Altansässigen und Neuzugezogenen, zwischen eher konservativ orientierten Menschen und progressiven Menschen.
Sie schaffen den Boden, damit die Demokratie auch gelingen kann.
Die Demokratie lebt vor allem von Menschen, die miteinander sprechen.
Von Menschen, die bereit sind, auch andere Meinungen auszuhalten.
Demokratie braucht die Fähigkeit zuzuhören.
Sie braucht Respekt.
Und Menschen, die die Bereitschaft haben, Kompromisse zu finden.
Das sind wichtige Zutaten."