11/02/2025
Gewalt im Hundetraining: Veraltete Glaubenssätze 🐾
⚠️ Immer häufiger verbreiten vermeintliche "Expert:innen“ auf Social Media Trainingsmethoden, die auf veralteten Glaubenssätzen basieren und nicht mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen übereinstimmen. ❌Diese Glaubenssätze werden oft genutzt, um Strafen und Korrekturen zu rechtfertigen, die Hunde einschüchtern, ängstigen oder ihnen sogar Schmerzen zufügen.
Es darf niemals das Ziel sein, einen Hund durch gewaltvolle Methoden zu einem bestimmten Verhalten zu zwingen, das er nur zeigt, weil er Angst vor den negativen Konsequenzen hat‼️ Wer gibt uns ethisch das Recht, ein Lebewesen physisch oder psychisch zu bestrafen? Ein erfolgreiches Zusammenleben mit Hunden basiert vielmehr auf Fürsorge, Vertrauen und einer engen, sicheren Bindung.
Es ist an der Zeit, gängige Mythen und falsche Aussagen im Hundetraining zu entkräften und richtigzustellen.
📖 Mythen und Fakten:
❌ Mythos: Der Mensch muss sich als “Alpha”, "Leitwölf:in" oder “Rudelführer:in” etablieren.
✅ Fakt: Die sogenannte Alphatheorie wurde fälschlicherweise von Wölfen auf Hunde übertragen, obwohl sie bereits in den 1970er Jahren widerlegt wurde. Wölfe leben in hochsozialen Familienverbänden, in denen keine ständige autoritäre Unterdrückung stattfindet und nur sehr selten wird Gewalt ausgeübt.
❌ Mythos: Manche Hunde brauchen eine harte Hand.
✅ Fakt: Dies führt zu Angst, Vertrauensverlust und Aggression. Alle Hunde brauchen Fürsorge, Gruppenzugehörigkeit, Fairness, Vorhersehbarkeit und Verständnis.
❌ Mythos: Über Belohnung kann man keinen Hund zuverlässig erziehen.
✅ Fakt: Belohnungsbasiertes Training ist wissenschaftlich fundiert, schafft positive Emotionen und Assoziationen und erfüllt so grundlegende Bedürfnisse aller Hunde. Dass es wirkt, beweist die Tatsache, dass es erfolgreich bei Dienst-, Therapiebegleit- und Sporthunden eingesetzt wird.
❌ Mythos: Strafen wie z.B. ein Leinenruck, tun dem Hund nicht weh.
✅ Fakt: Selbst ein leichter Leinenruck kann Schmerzen und Verletzungen verursachen und bekämpft lediglich Symptome, nicht die Ursache für unerwünschtes Verhalten.
❌ Mythos: Hunde gehen untereinander auch nicht zimperlich um.
✅ Fakt: Gut sozialisierte Hunde kommunizieren über feine Körpersignale und gehen aufeinander ein. Gewalt kommt selten vor.
❌ Mythos: Der Hund ist einfach gestrickt.
✅ Fakt: Hunde sind intelligente und komplexe Lebewesen, die kognitiv vergleichbar mit Kleinkindern sind. Sie sind hochsoziale Wesen, die Emotionen und Freude empfinden.
❌ Mythos: Positives Hundetraining zeigt den Tieren keine klaren Grenzen.
✅ Fakt: Grenzen können liebevoll und konsequent gesetzt werden. Den Hunden wird gezeigt, welches Verhalten stattdessen erwünscht ist, ohne Angst zu erzeugen und Gewalt auszuüben.
Denkt daran, dass Hundetraining ein freies Gewerbe ist und Hundetrainer:innen daher keine speziellen (wissenschaftlich fundierten) Ausbildungen vorweisen müssen. Falls ihr tierquälerisches Verhalten beim Hundetraining beobachtet, meldet dies bitte unbedingt der zuständigen Behörde.
Lasst uns gemeinsam für ein modernes, gewaltfreies Hundetraining einstehen! 💙🐶 Lest hier mehr dazu ➡️ bit.ly/Positive-Hundeerziehung