06/08/2026
Eine Sommergeschichte:
Wenn eine leise Stimme plötzlich zu strahlen beginnt.
In diesen heissen Tagen fragen wir unsere Klient:innen telefonisch, wie es ihnen geht und ob sie mit der Hitze zurechtkommen. Als Heidi Z., Jahrgang 1936, den Telefonhörer abnahm, klang ihre Stimme dünn und kraftlos. Sie verbringt viel Zeit allein. Doch kaum begann sie von ihrem Freiwilligen zu erzählen, veränderte sich ihre Stimme. „Er kommt regelmässig zu mir. Mit ihm kann ich über alles sprechen. Wirklich über alles.“ Plötzlich wurde Heidi munterer. Seit vier Monaten besucht sie ein Freiwilliger. Für sie ist das weit mehr als Abwechslung. „Er ist so ein lieber Mensch. Er hört mir zu und nimmt sich Zeit. Das tut mir gut.“
Vor Kurzem begleitete er sie beim Kauf eines neuen Rollators. Abgeholt wurde Heidi mit einem grossen SUV. „Als ich dieses riesige Auto gesehen habe, dachte ich: Wie soll ich da hineinkommen?“, erzählte sie lachend. „Aber irgendwie haben wir es geschafft. Das war vielleicht ein Theater!“
Im Fachgeschäft konnte Heidi verschiedene Rollatoren ausprobieren und selbst entscheiden, welches Modell am besten passt. „Ich durfte alle testen: vorwärts, rückwärts, bremsen – alles“, erzählte sie stolz. „Jetzt habe ich einen modernen Rollator. Und stellen Sie sich vor: Die Bremsen funktionieren sogar richtig!“ Man hörte, wie sehr sie sich freute – über den Rollator und darüber, diesen Moment nicht allein erlebt zu haben.
Auch an ihrem Geburtstag dachte er an sie. Aus den Ferien brachte er ihr ein grünes Steinarmband und eine Katzentasse mit. „Das Armband ist wunderschön. Und Katzen mag ich sowieso“, sagte Heidi. „Aus der Tasse trinke ich jeden Morgen meinen Kaffee. Dann denke ich daran, dass er sie extra für mich ausgesucht hat.“ Kleine Geschenke, die ihr viel bedeuten: Er hat an sie gedacht – während seiner Ferien.
Dann erzählte sie vom alten VW Käfer ihres Freiwilligen. Er habe ihr eine Ausfahrt versprochen. „Das können wir machen. Aber zum Einsteigen brauche ich einen Kran!“ Heidi lachte herzlich. „Und beim Aussteigen wahrscheinlich gleich noch einmal!“
Seit sie regelmässig besucht wird, geht es ihr psychisch deutlich besser. „Früher war ich sehr viel allein. Jetzt weiss ich: Da ist jemand, der wiederkommt. Jemand, der mich nicht vergisst. Es ist schön, mit einem lieben Menschen Zeit zu verbringen. Man muss nichts Besonderes machen. Reden, lachen, zusammen unterwegs sein – das reicht.“
Am Anfang des Telefonats war Heidis Stimme leise und müde. Während sie erzählte, wurde sie immer lebendiger. Am Ende klang sie voller Wärme und Lebenslust. Diese Geschichte zeigt, was Schenkzeit bewirken kann: Aus einem Besuch entsteht Vertrauen. Aus gemeinsamer Zeit entsteht Nähe. Und aus dem Gefühl, allein zu sein, wächst die Gewissheit: „Da ist jemand, der an mich denkt.“
Hinweis: Die Aussagen von Heidi sind sinngemäss wiedergegeben. Das Foto ist KI-generiert.