15/06/2026
Die Parole “Globalize the Intifada” wird oft als radikaler Protest verpackt. Als Solidarität, als Widerstand, als vermeintlich legitime Zuspitzung. Genau diese Verpackung ist das Problem. Denn “Intifada” ist kein leerer Kampfbegriff für politische Empörung, sondern ein Begriff mit blutiger Geschichte: Anschläge auf Busse, Cafés, Restaurants, Einkaufsstrassen, jüdische Zivilisten als Ziel.
Das Dossier des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus zeigt, warum diese Rhetorik nicht als harmlose Israelkritik durchgeht. Wer die Intifada globalisieren will, überträgt eine Gewalttradition aus dem Nahostkonflikt auf jüdisches Leben weltweit. Aus einem lokalen Konflikt wird eine globale Drohkulisse. Aus angeblicher Solidarität wird die Normalisierung antisemitischer Einschüchterung.
Besonders gefährlich ist, wie anschlussfähig diese Parole geworden ist: in linken, islamistischen und antizionistischen Milieus. Unterschiedliche Ideologien, aber ein gemeinsames Feindbild: Israel, Zionismus, am Ende jüdisches Leben selbst. Das Ganze wird dann mit progressiver Sprache lackiert, damit die Gewalt dahinter nicht mehr so auffällt.
“Intifada” ist keine Pose. Kein Lifestyle. Kein rebellischer Slogan für Sticker, Demos oder Social Media. Wer diese Parole benutzt, spielt mit einer Geschichte, in der Juden nicht Symbol, sondern Ziel waren. Und wer daraus einen globalen Auftrag macht, macht aus Hass Haltung. Genau deshalb muss diese Rhetorik klar benannt werden: nicht als Widerstand, sondern als antisemitische Drohung.
Quelle: Dossier “Globalize the Intifada?” des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus.
https://d64e45e8-d961-4c9b-b090-6a382ad323d2.usrfiles.com/ugd/d64e45_4ed59f574ed3433c97a57c1c747b79b1.pdf