02/10/2026
Information zum Krieg in Äthiopien: Unsere Projekte sind nur indirekt betroffen und können ungehindert weitergeführt werden.
Am 22. September 2026 ist im Norden Äthiopiens der Bürgerkrieg erneut ausgebrochen. Dies hatte sich bereits seit März abgezeichnet, als die Zentralregierung die neue Übergangsregierung der Region Tigray nicht anerkannte und damit den im November 2022 abgeschlossenen Pretoria-Friedensvertrag faktisch ausser Kraft setzte.
Wie jeder Krieg, ist auch dieser unvorstellbar verheerend. Und wie in jedem Krieg, leidet auch in Äthiopien ganz besonders die Zivilbevölkerung. In den betroffenen Gebieten sind Strom und Internet unterbrochen, Transporte sind nicht mehr möglich. Es fehlt an den einfachsten Dingen des täglichen Lebens oder sie sind unerschwinglich teuer. Unternehmen schliessen, Arbeitsplätze fallen weg. Besonders bedrückend ist, dass die Rückkehr der Menschen, die jetzt in den Krieg ziehen müssen, ungewiss ist.
Glücklicherweise befinden sich unsere Projekte nicht in den unmittelbaren Kriegsgebieten. Somit können sie relativ ungehindert weitergeführt werden. Ausserdem verwenden wir in unseren Projekten lokale Produkte. Beispielsweise nutzen wir Stroh zur Beschattung der Setzlinge statt Schattennetze aus Plastik. Dadurch sind sie kaum von den fehlenden bzw. sehr teuren Transporten abhängig. Aufgrund wiederkehrender Versorgungsprobleme mit Diesel sind wir es gewohnt, den Transport der Setzlinge zu Fuss und mit Esel zu bewältigen. So pflanzen wir weiterhin Wälder, und dank mehr Wasser in den Bächen können die Bauern auch in diesen schwierigen Zeiten immer mehr Gemüse anbauen. Das Bild zeigt eine Bauernfamilie auf ihrem Feld in Weyenti, Adwa, in der Region Tigray (die Friedenstauben wurden mittels KI hinzugefügt).
Unsere Projektpartner vor Ort sind uns ausserordentlich dankbar:
- dass unsere Projekte weiterhin Löhne bezahlen, wenn es sonst keine Einkommensmöglichkeiten mehr gibt,
- dass dank der Wälder Gemüse angebaut werden kann und die Bauern ihre Familien in dieser schwierigen Zeit ernähren können,
- und ganz grundsätzlich dafür, dass unsere Projekte die Unabhängigkeit und Selbständigkeit der Bauern fördern. Ein Beispiel hierfür ist die Nutzung von neuen Solarpumpen, die das Gemüse nur mit der Kraft der Sonne produzieren.
Wie in der Vergangenheit in schwierigen Zeiten, stehen wir auch jetzt wieder an der Seite der Bauern und führen die Projekte weiter. So lange, wie wir regelmässig Kontakt haben, die Quartalsrapporte inklusive Fotos in gewohnter Qualität ans uns zugestellt werden und sowohl die Bauern als auch die Frauengruppen in den Baumschulen ungehindert ihrer Arbeit nachgehen können.
Wir hoffen sehr, dass der Krieg bald zu Ende ist. Wir wünschen allen Menschen in Äthiopien Frieden, Sicherheit und Freiheit. Wir danken allen Spendern, die uns und die tapferen Bauern weiterhin unterstützen.