Bis nach dem Zweiten Weltkrieg wurde vor allem von den Kindern nach der Schule der «Heeräli-Marsch» gespielt. Am Schmutzigen Donnerstag weckten vier bis zehn Fasnächtler mit Blechkannen und Kuhschellen die Bewohner um 4 Uhr morgens. Der frühmorgendliche Lärm wurde von Geschrei, dem «Työ-ö, työ-ö», begleitet. Die Stimme des «Heerälis» wurde bis Ende der 1950er-Jahre gesungen. Die Gründung der Musik
gesellschaft Wassen im Jahre 1957 hatte auch eine Änderung im Repertoire der Katzenmusik zur Folge. Einige Musikanten kamen auf die Idee, an der Fasnacht den Urner Katzenmusikmarsch mit Trompeten, Posaunen, Trommeln und Pauken zu spielen. Anfänglich waren an der Wassner Katzenmusik noch besondere Blasinstrumente wie das Clairon oder das Flügelhorn vertreten. Anfänglich wurde die Fasnacht am Mittwochabend mit einer Katzenmusik eröffnet. Das Resultat war jedoch mangelnde Präsenz am Frühkonzert, worauf man den so genannten «Üfftakt» auf den Freitag vor dem Schmutzigen Donnerstag verschob. Die älteste Katzenmusik ist auch in Wassen das Frühkonzert am Donnerstagmorgen mit Start um 4 Uhr beim Gemeindehaus. Früher wurde die Katzenmusik noch mit einer Sprengung eröffnet, bis man keinen Sprengmeister mit Brevet mehr fand. Am Donnerstag wird bis am Mittag gespielt. Die Katzenmusik bleibt dabei zusammen und nimmt wiederum am Kinderumzug teil. Am Güdelmontag findet um 5 Uhr ein spezieller Morgenstreich für Kinder statt. Früher kam dieses morgendliche Fasnachtstreiben an diesem Sonntag ins kirchliche Gehege des Dorfpfarrers. Am Sonntag war jeweils das Allerheiligste ausgesetzt, der «Bettag» war jedoch erst am Montag mit der Messe um 7 Uhr zu Ende. Die Katzenmusik ist in Wassen sehr stark verankert. Wo immer im Land die gebürtigen Wassnerinnen und Wassner wohnen, für die Katzenmusik fahren sie herbei.