03/09/2026
Herzlich willkommen, Manuela Waeber! Am 1. September hat die neue künstlerische Leitung ihre Stelle am lit.z angetreten. Wir haben ihr zum Einstieg sechs Fragen gestellt – für jeden Zentralschweizer Kanton eine:
Welches Buch hat dich als Kind geprägt?
Das Bilderbuch «Frederick» von Leo Lionni habe ich als Kind von meinem Gotti geschenkt bekommen. Die Geschichte einer Maus, die für den Winter Sonnenstrahlen, Farben und Wörter sammelt, ist bis heute eine meiner liebsten Geschichten geblieben – und ich habe sie natürlich auch meinen Gottikindern weitergeschenkt.
Erinnerst du dich an einen Moment in deinem Leben, als eine Lesung dich verändert hat?
Schon als Studentin besuchte ich begeistert die Solothurner Literaturtage und habe dort zum ersten Mal die Dichterin Inger Christensen lesen gehört. Sie las ihre Gedichte in einem sanften, rhythmischen dänischen Sprechgesang, der Sog und Stille erzeugte. Das Publikum konnte sich dem nicht entziehen. Es war Magie.
Auf welche lit.z-Veranstaltung freust du dich besonders?
Auf den Saisonauftakt mit Rita Clara Furger am 4. September, um 19 Uhr, im Winkelriedhaus. Ich freue mich dort Sabine Graf noch einmal für ihre Hilfsbereitschaft und Herzlichkeit bei der Übergabe zu danken, viele Menschen rundum das Literaturhaus kennenzulernen und nach der Schlüsselübergabe gemeinsam mit Co-Leiterin Daniela Krienbühl mit Kraft, Elan und frischen Ideen voranzugehen.
Was könnte ein:e lit.z-Besucher:in nach deiner ersten Veranstaltung zu einer Freund:in sagen?
Vielleicht: «Ich bin schon immer gern ins lit.z gegangen. Sabine Graf war eine wunderbare Intendantin, aber die neue Co-Leiterin macht es auch nicht schlecht, geben wir ihr etwas Zeit zum Ankommen. Die gestrige Lesung war so interessant und spannend, dass ich danach an der Bar weiterdiskutiert habe. Hast du Lust, einmal mitzukommen?»
Welche Autorin, welchen Autor möchtest du einmal nach Stans holen? Warum?
Mein Herzenswunsch ist es, einmal Herta Müller im lit.z zu begrüssen, weil ich sie als Autorin und als Mensch sehr schätze.
Welches Wort beschreibt deine aktuelle Gefühlslage am präzisesten?
VORFREUDE – bekanntlich die schönste Freude.
Manuela Waeber studierte Germanistik und Zeitgeschichte an der Universität Fribourg und schloss einen MAS in Kulturmanagement an der Universität Basel ab. Seither hat sie sich in verschiedenen Bereichen tätig: in der kantonalen Kulturförderung, als freie Lektorin, als Jurymitglied – unter anderem für den Schweizer Buchpreis – sowie als Partnerin bei Frieda Kulturberatung. Ausserdem bringt sie langjährige Leitungserfahrung im Bibliotheksbereich mit. Sie interessiert sich besonders für partizipative Formate, die unterschiedliche Zugänge zur Literatur eröffnen und neue Publika einbinden.
Am 4. September, anlässlich der Saisoneröffnung im Museum Nidwalden, findet die offizielle Stabsübergabe von Sabine Graf an Manuela Waeber statt.