19/05/2026
„Max“ – unser Seelenhund
Lieber Max,
mit gerade einmal eineinhalb Jahren bist du zu uns gekommen – völlig vertattert, voller Stress und Unsicherheit. Allein zu bleiben war für dich kaum auszuhalten. Du wolltest immer bei uns sein, immer in unserer Nähe. Schon bei dem Gedanken, alleine gelassen zu werden, bekamst du Angst. An fremden Orten hast du gezittert, geweint und warst völlig überfordert mit der Welt um dich herum.
Viele verstanden dich nicht. Keine Hundeschule wollte uns in einer Gruppe aufnehmen, weil du aus Unsicherheit ständig gebellt hast. Doch dann fanden wir die Hundeschule Regenbogen und dort durftest du einfach du selbst sein. Du hast dich wohlgefühlt, Vertrauen gefasst und deinen Platz gefunden. Wir durften dort gemeinsam eine wunderschöne Zeit erleben. Jeden Dienstag warst du voller Vorfreude bereit, sofort ins Auto zu steigen. Es waren kleine Momente aber für uns ganz grosse.
Dann begann dein schwerer Weg. Immer wieder wurdest du von Koliken geplagt. Anfangs nur gelegentlich, doch mit der Zeit immer häufiger und heftiger. Vor fünf Wochen kam erneut eine massive Kolik dazu, begleitet von starken Rückenschmerzen. Vor zwei Wochen mussten wir mit dir in den Notfall. Von da an ging es nur noch rückwärts.
Die Schmerzen wurden immer schlimmer. Besonders der Bereich über deinen Nieren bereitete dir unendliche Qualen. Schliesslich kamen die Lähmungserscheinungen in deinen hinteren Beinen dazu. Wir wollten kämpfen, dir helfen, dir mit starken Medikamenten Erleichterung verschaffen. Doch am Montag hast du uns gezeigt, dass deine Kraft zu Ende geht. Trotz deines unglaublich starken Willens hast du losgelassen und uns still gezeigt, dass dein Weg hier zu Ende ist.
Wir haben dich ganz behutsam in deine Box begleitet und sind mit dir in die Klinik gefahren. Dort durftest du ruhig und friedlich einschlafen und wurdest von deinen grossen Schmerzen erlöst.
Lieber Max, du warst weit mehr als nur ein Hund. Du warst unser Seelenhund. Treu, liebenswert, charakterstark und manchmal auch stur. Du hast uns oft gefordert und uns gezeigt, Dinge zu hinterfragen und neue Wege zu gehen. Genau das machte dich so besonders.
Du warst unser Freund, unser Begleiter, unser Beschützer und ein treuer Kamerad. Du hinterlässt eine riesige Leere. Niemand mehr, der aufmerksam über den Hof wacht. Niemand mehr, der meldet, wenn fremde Menschen kommen. Niemand mehr, der einfach da ist.
Max, wir vermissen dich unendlich.
Wir hoffen von Herzen, dass du nun ohne Angst, ohne Schmerzen und frei über grüne Wiesen laufen kannst. Komm gut über die Regenbogenbrücke, lieber Max. Und wenn es das Regenbogenland wirklich gibt, dann sehen wir uns eines Tages wieder.
Mach’s gut, unser treuer Freund.