21/08/2026
Nach einer längeren Pause melde ich mich zurück. 👋
Im Juni waren wir während zwei Wochen überhaupt nicht erreichbar. Danach haben wir vorübergehend keine neuen Anfragen mehr angenommen.
Aus Hunderten von E-Mails und WhatsApp-Nachrichten konnte ich herauslesen, dass offenbar viele ganz genau wussten, weshalb wir plötzlich nicht mehr erreichbar waren:
💸Wir hätten uns mit unseren «Millionen an Spendengeldern» einen schönen Sommerurlaub am Strand gegönnt.
Uns seien die Schicksale der Haustiere sowieso egal.
Wir seien herzlos. Egoistisch. Faul. Geldgierig. Und rassistisch seien wir natürlich auch.
Die Realität sah etwas anders aus.
🚑Ich hatte einen schweren Unfall.
Mehrere Knochen auf meiner rechten Körperhälfte waren gebrochen. In komplizierten Operationen wurde versucht, alles mit Platten, Schrauben und Pins so gut wie möglich wieder zusammenzusetzen.
Ich hatte unglaubliche Schmerzen.
Bei solchen Verletzungen beginnt die Mobilisation sehr früh. Bereits nach kurzer Zeit musste ich wieder versuchen zu laufen und mit der Physiotherapie beginnen. Das war nur mit sehr starken Schmerzmitteln überhaupt möglich.
💔Doch das Schlimmste für mich waren nicht einmal die Schmerzen.
Das Schlimmste war der Gedanke an all die Haustiere und ihre Menschen, denen ich in dieser Zeit nicht helfen konnte.
Meine Gedanken kreisten ständig um die offenen Fälle, die Hilferufe und die Tiere, die uns brauchten.🐶🐱
Nach meiner Entlassung aus dem Spital tat ich deshalb etwas, das rückblickend völlig unvernünftig war: Ich beantwortete innerhalb von zwei Tagen rund 240 E-Mails.📩
Unter starken Schmerzen.
Teilweise musste ich mich währenddessen immer wieder übergeben.
Aber ich wollte unbedingt weitermachen.
Nach zwei Wochen ging es nicht mehr.
Ich hatte meinen Körper so weit über seine Grenzen getrieben, dass ich erneut operiert werden musste.
Schweren Herzens traf ich deshalb eine Entscheidung, die mir unglaublich schwerfiel: Ich musste eine richtige Pause einlegen und mich auf die bereits laufenden Fälle beschränken.
Denn irgendwann musste auch ich akzeptieren, dass ich niemandem helfen kann, wenn ich meinen eigenen Körper dauerhaft kaputtmache.
❤️🩹Noch immer bin ich in der Rehabilitation. Aber ich freue mich sehr darauf, ab dem 3. September wieder für Tierhalterinnen und Tierhalter und ihre Haustiere da zu sein.
Nein, diese vergangenen Wochen waren kein Strandurlaub.
Sie waren schmerzhaft, frustrierend und zermürbend.
Und vielleicht ist jetzt der richtige Moment, einmal zu erklären, wie unser Alltag tatsächlich aussieht.
Wir sind ein kleiner Verein mit einem bescheidenen Budget.
Ich bin die einzige Angestellte.
⏰Normalerweise arbeite ich durchschnittlich 10 bis 12 Stunden pro Tag. Zusätzlich bin ich für Notfälle auch abends, nachts, an Wochenenden und an Feiertagen erreichbar.
Einen klassischen Urlaub gibt es für mich praktisch nicht. Wenn es die Zahl der Anfragen zulässt, gönne ich mir vielleicht einmal ein verlängertes Wochenende.
Erreichbar bin ich trotzdem.
Warum?
Weil dieser Verein für Frau Fischer und mich weder einfach ein Job noch irgendein Hobby ist.
🐾Wir haben einen grossen Teil unseres Lebens der Aufgabe gewidmet, Haustieren und ihren Menschen in der Schweiz zu helfen.
Und die vergangenen Wochen haben uns einmal mehr gezeigt, wie dringend diese Hilfe gebraucht wird.
Tierschutz in der Schweiz ist nicht besonders populär.
Ein Haustier hier zu retten ist oft teuer. Viel teurer, als Hilfe im Ausland zu leisten. Das macht unsere Arbeit schwieriger zu erklären, schwieriger zu finanzieren und manchmal auch unbequem.
Aber noch nie haben wir bereut, einem dieser Tiere geholfen zu haben.
Denn auch sie sind es wert.❤️
Sie sind es wert, dass jemand für sie kämpft. 👀
Liebe Grüsse
Kira Schweizer von Haustierhilfe💚❤️🐱🐶🐰🐹🐭
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