18/04/2023
Für einen fairen Umgang mit dem Potential erfahrener Menschen
Fachkräftemangel? Workspace 50+ Pilotprojekt für Ausgesteuerte 50+
Die Renten sind für viele Menschen 50+ nicht existenzsichernd, es braucht politische Rahmenbedingungen und Anpassungen, v.a. aber braucht es in der Wirtschaft innovative Projekte, einerseits zur Bekämpfung der Altersarmut und andererseits zur Minimierung des Fachkräftemangels.
Mit einem paritätischen Reintegrationsvertrag (RIV), könnte man sowohl im RAV (mittels EAZ) als auch in der Sozialhilfe (mittels monatliche Überweisung aller Leistungen) erwerbslose Menschen 50+ wieder in den 1. Arbeitsmarkt reintegrieren und dabei eine Win-Win-Win-Konstellation herbeiführen. Dazu bedürfte es eines Stellenangebots seitens der Unternehmen, die Bereitschaft staatlicher Institutionen ihren Teil des Beitrags zu leisten, sowie motivierte Erwerbslose 50+, die darin ihre Chance zur Rückkehr in den 1. Arbeitsmarkt erkennen. Komplex und viel auf einmal für einen Einzelkämpfer wie mich. Deshalb beschränke ich mich darauf einen RIV anzustossen und beschränke mich auf unser Projekt Workspace 50+.
Mein Vorbild ist Sina Trinkwalder, die mit der Gründung von manomama in der Finanzkrise 2008 in Augsburg bewiesen hat, dass es möglich ist, ein Unternehmen zu gründen mit Menschen, die nicht mehr auf dem Arbeitsmarkt gewünscht sind, resp. noch nie eine Chance hatten zu arbeiten und für sich selbst die Verantwortung zu übernehmen – Langzeiterwerbslose, Ungelernte, Migranten, Behinderte, Vorbestrafte, 50+ etc.. Heute arbeiten dort über 150 Menschen, vorwiegend Frauen im Textilbereich in einem Produktionsbetrieb und erhalten Löhne, welche über dem Existenzminimum liegen. Allerdings musste sie das Unternehmen ohne Hilfe von Politik und Wirtschaft selber aufbauen mit ihren eigenen Kapital (Verkauf ihrer erfolgreichen Werbeagentur, Erbschaft ca. 2 Mio.). Probleme sind stets Möglichkeiten, wenn man ganz fest an ihre Umsetzung glaubt und bereit ist Durchhaltewillen und Einsatzbereitschaft an den Tag zu legen.
Workspace 50+ Brückenangebot, ein Social Business von Workfair 50+ setzt sich für die Belange der Ausgesteuerten 50+ ein. Ausgesteuerte Personen sitzen zwischen Bank und Stühle, sie werden weder begleitet noch finanziell betreut – es droht ihnen nach dem Verbrauch ihrer Finanzmittel die Altersarmut resp. der Gang ins unterste Sozialnetz der Sozialhilfe. Wer jedoch noch den Status des Ausgesteuerten hat, ist in der Regel noch finanziell solvent, weil er über eine gute Ausbildung resp. einen gut dotierten Beruf ausgeübt hat. Viele werden in dieser Phase mit ihrem Schicksal hadern (warum ich?), einige werden jedoch die Chance ergreifen, ins Workspace 50+ Projekt einzusteigen, weil sie darin eine Chance sehen, mittelfristig nicht nur Gelder von ihrem Konto abzuheben, sondern auch welches in Form eines eigenen Verdienst wieder aufs Konto zufliessen zu lassen.
Der Verein Workfair 50+ sucht noch engagierte VS Mitglieder, um auch über 2023 hinaus weiterarbeiten zu können (Interessenten melden sich unter [email protected]). Workspace 50+ befindet sich in der Startphase. Weil wir über zu wenig finanzielle Mittel verfügen, das Projekt vollständig umsetzen zu können, starten wir mit einem Online Kanal auf ehrenamtlicher Basis ohne Lohnkomponente, bis wir das notwendige Kapital zusammen haben. Alle weiteren Infos zum Start im nächsten Blog via Newsletter.