08/09/2026
Die Abrechnung mit den selbsternannten Dorfkönigen
Die Polizei soll gefälligst nur fremden Personen teure Parkbussen verteilen – während man als Egger am liebsten ein Sonderrecht für sich beansprucht. Ein Freipass für Einheimische, wie bei Globi ein Passpartout, das einen über das Gesetz stellt.
Es ist ein bekanntes, aber unerträgliches Schauspiel:
Lokalmagnaten und selbsternannte Dorfkönige, die den Rechtsstaat nur so lange schätzen, wie er ihren Profiten nicht im Wege steht. Geht es um die eigenen geschäftlichen Interessen, wird die Polizei plötzlich als Störfaktor betrachtet, den man am liebsten vom Acker jagen würde. Das ist kein Unternehmertum, das ist die schleichende Zersetzung unserer Demokratie aus purer Eigennützigkeit. Wer Regeln nur für die anderen fordert, aber das Gesetz biegen will, sobald der eigene Geldbeutel im Spiel ist, handelt nicht wie ein Bürger – sondern wie ein Feudalherr im falschen Jahrhundert.
Weg von der Haudegenpolitik der Dorfkönige, hin zu verlässlicher Verwaltung und Chancengleichheit für alle.
Eine GePo die zu Diensten von unternehmerischen oder einzel-privat Interessen ist, gibt es in Gemeinde Egg ZH noch lange nicht.
Aber die Ignoranz hört bei den Dorfkönigen nicht auf. Auch der gewöhnliche Anwohner drückt sich nur zu gern vor der Verantwortung, sobald der erste Handwerker auf den Hof rollt. Wer Dienstleister bestellt, hat gefälligst dafür zu sorgen, dass diese auch parken können. Es kann nicht sein, dass Handwerker den Unmut der Nachbarschaft abbekommen oder Strafzettel kassieren, nur weil der Auftraggeber zu bequem ist, eine Lösung zu organisieren.
Möglichkeiten gibt es genug:
Eigene Kapazitäten nutzen: Das eigene Auto für die Dauer der Arbeiten in eine öffentliche Garage stellen.
Nachbarschaftshilfe: Vorab mit den Nachbarn sprechen und deren Einfahrt oder Stellplatz organisieren.
Amtliche Genehmigung: Rechtzeitig bei der Gemeinde eine Ausnahmebewilligung inklusive temporärer Signalisation beantragen.
Die Pflicht der Verwaltung: Das Bauamt muss aufwachen
Hier steht jedoch auch die Behörde in der Pflicht. Das örtliche Bauamt muss endlich aus seinem Dauerschlaf erwachen und pragmatische, digitale Lösungen liefern. Wer eine Baubewilligung einreicht, sollte künftig ein klares Park- und Logistikkonzept für die Handwerker nachweisen müssen.
Gleichzeitig muss die Verwaltung bei kurzfristigen Einsätzen liefern: Wer für einen Tag oder eine Woche Handwerker im Haus hat, braucht vom Bauamt eine schnelle, unbürokratische Bewilligung ohne tagelangen Papiertiger. Öffentliche Parkplätze in unmittelbarer Nähe von Baustellen gehören für die Dauer der Arbeiten prioritär für das Handwerk reserviert – denn ohne sie steht das Dorf still.