04/02/2026
Sicherheit nur für die „oberen Zehntausend“?
Das Egger Polizeidebakel
Man muss sich die Zahlen auf der Zunge zergehen lassen: Während die gängige Faustregel für eine funktionierende Gemeindepolizei (Gepo) von einem Beamten pro 1000 Einwohner ausgeht, herrscht in Egg mathematische Willkür. Bei rund 8000 Einwohnern müssten acht Polizisten Präsenz zeigen, für Sicherheit sorgen und ansprechbar sein. Doch was finden wir vor? Ein mickriges Trio. Drei Polizisten für 8000 Menschen.
Die Rechnung geht nicht auf
Diese eklatante Unterbesetzung wirft eine hässliche Frage auf: Wen schützt diese Rumpf-Polizei eigentlich noch? Rechnet man die Kapazitäten ehrlich durch, reicht die Dienstleistung der Gepo vielleicht für 3000 Leute – wenn man beide Augen zudrückt. Und genau hier liegt der Hund begraben. Gespräche im Dorf machen das Bild deutlich: Der normale „Füdlibürger“ wartet vergeblich auf ein offenes Ohr oder eine sichtbare Patrouille.
Es drängt sich der Verdacht auf, dass hier eine Zweiklassen-Sicherheit zementiert wird. Dient die Gepo am Ende nur den elitären Interessen der reichsten 1000 Einwohner? Während die Villenbesitzer am Pfannenstiel vielleicht noch den Vorzug einer lokalen Polizeipräsenz geniessen, wird der „Pöbel“ – also der Rest von uns – eiskalt an die Kantonspolizei (Kapo) abgeschoben. Die Kapo als Notnagel für die Masse, die Gepo als exklusiver Sicherheitsdienst für die Privilegierten?
Teurer Luxus ohne Gegenwert
Das eigentlich Unverschämte an dieser Situation ist die Finanzierung. Wir alle bezahlen einen hohen Preis für diese Institution. Unsere Steuergelder fliessen in einen Apparat, der strukturell gar nicht in der Lage ist, die gesamte Gemeinde abzudecken. Wir subventionieren hier einen Luxus, von dem nur eine winzige Minderheit profitiert.
Man sucht in diesem Konstrukt vergeblich nach einer Wesensart, die auf das Gemeinwohl ausgerichtet ist. Es fehlt jegliche Beobachtung eines inneren Drangs, wirklich für alle Egger da zu sein. Stattdessen sehen wir eine Verwaltung des Mangels, die logischerweise dazu führt, dass sich die Polizei dorthin zurückzieht, wo der politische und finanzielle Druck am grössten ist – weg von der Strasse, hin zu den Eliten.
Fazit: Wenn die Gemeinde nicht bereit ist, die Gepo massiv aufzustocken oder das Konzept grundlegend zu überdenken, dann ist diese Truppe nichts weiter als ein teures Statussymbol für wenige. Es ist Zeit, dieses unfaire System zu beenden. Sicherheit darf kein Privileg der Postleitzahl oder des Kontostands sein!