05/10/2026
Feminizide sind keine Einzelfälle. Und viel zu oft eine Vorgeschichte von Gewalt, Kontrolle und Bedrohung.
Gemeinsam mit der Paulus Akademie haben wir deshalb bei unserem Podium in Zürich gefragt: Was hat ein mit Geschlecht und Macht zu tun? Und vor allem: Was müssen wir tun, damit Gewalt nicht tödlich endet?
Vier Frauen brachten sehr unterschiedliche und eindrückliche Perspektiven ein: Anja Derungs, Geschäftsführerin der Stiftung Frauenhaus Zürich, Nicole Dill, Femizidüberlebende, Bestsellerautorin und erfolgreiche Beschwerdeführerin vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, unsere Co-Präsidentin Katharina Jost Graf, Seelsorgerin und Theologin, sowie Claudia Wyss, Leiterin der Anlaufstelle gegen Aargau.
Besonders bewegt hat uns die Geschichte von Nicole Dill. Als Überlebende eines versuchten Femizids machte sie sichtbar, was hinter Zahlen und Begriffen steht. Und wie entscheidend es sein kann, Warnsignale ernst zu nehmen und zu handeln, bevor es zu spät ist.
Die Diskussion zeigte: Es braucht ein funktionierendes Bedrohungsmanagement über Institutions- und Kantonsgrenzen hinweg, konsequenten Schutz von Betroffenen und die Arbeit mit gewaltausübenden Personen. Aber wir müssen auch dort hinschauen, wo Gewalt ihren Nährboden findet: bei Vorstellungen von Geschlecht, Macht, Kontrolle und Unterordnung.
Unsere Co-Präsidentin Katharina brachte dabei ihre Perspektive als Seelsorgerin ein. Sie zeigte auf, wie feministische Theologie tradierte Geschlechterstereotype aufbrechen kann, und berichtete von ihren Erfahrungen in der seelsorgerischen Begleitung einer gewaltbetroffenen Frau.
Durch den Abend führten Sarah Paciarelli, Verantwortliche Kommunikation & Politik beim Frauenbund Schweiz, und Dr. Caroline Krüger, Fachbereichsleiterin Diversität und Teilhabe bei der Paulus Akademie.
Was wir von diesem Abend mitnehmen: Wir dürfen nicht erst über Gewalt gegen Frauen sprechen, wenn eine Frau getötet wurde. Wir müssen früher hinschauen. Früher zuhören. Früher handeln.
Mehr zu unserer Arbeit gegen Feminizide www.frauenbund.ch/femizid