Eine Langenthaler Fasnacht ohne die Ideen und deren Verwirklichung durch die Langenthaler Fasnachtsgesellschaft ist heute undenkbar. Die Langenthaler Fasnacht zu neuem Leben zu erwecken und die närrischen Aktivitäten zu koordinieren, das hatten sich vor 40 Jahren einige Mitbürger zum Ziele gesetzt. Dezember 1952 traf man sich bei Mitinitiant Fritz Meister in seinem Hotel Bahnhof, «Chez Fritz» also
, wo schon die inzwischen sanft entschlafene Schwefelzunft das Licht der Welt erblickt hatte. Es sollte der, von vielen angefressenen Fasnächtlern sehnlich erhoffte, Neubeginn sein. Als um Punkt 20.07 Uhr, so das Protokoll, der heutige « Ehrenober» Franz Bucher seine anwesenden fünf Kollegen begrüsste, war man sich rasch einig. Peter Kuert wurde zum ersten Präsidenten des Komitees erkoren. Auf die Wiederbelebung der eingeschlafenen «Schwefelzunft» verzichtete man; dafür aber wurde das «Langenthaler Fasnachtskomitee» gegründet. Die übrigen Mitinitianten, Franz Bucher, Fritz Ruef, Fritz Meister, Gerard Jaccaud, Albert Schaufelberger und die abwesenden Emil Geiser und Hans Flück übernahmen die verschiedenen Chargen.
« Wiedererwachen der Langenthaler Fasnacht», hiess das erklärte Ziel, das sich die Initianten setzten. Einen flotten und humoristischen Umzug wollte man an der Fasnacht 1953 präsentieren. Noch vor Weihnachten präsentierte Peter Kuert an einer weitern Sitzung sein bereits recht fasnächtlich gestimmtes Komitee. Das Ziel wurde erreicht und gar übertroffen. Bei prächtigem Frühlingswetter zog am Sonntag, den 21. Februar 1953 ein farbenfroher und humorvoller Fasnachtsumzug durch die Gassen, die von erstaunlich vielen Zuschauern gesäumt waren. Die Langenthaler Strassenfasnacht war tatsächlich aus ihrem Tiefschlaf erwacht.