18/05/2026
𝐃𝐞𝐫 𝐆𝐨̈𝐭𝐭𝐥𝐢𝐜𝐡𝐞 𝐊𝐚𝐦𝐩𝐟
𝑀𝑒𝑑𝑖𝑡𝑎𝑡𝑖𝑜𝑛 𝑚𝑖𝑡 𝐺𝑢𝑟𝑢 𝑀𝑎𝑘𝑎𝑗𝑎
𝐾𝑖𝑟𝑠𝑐ℎ𝑏𝑙𝑢̈𝑡𝑒, 6. 𝐴𝑝𝑟𝑖𝑙 2026
Stoppe die Gedanken!
Setze dich, schliesse die Augen, entspanne und stoppe die Gedanken!
Nachdem der Meditierende den Körper beruhigt und die Gedanken zum Stillstand gebracht hat, bleibt der alltägliche Stress zurück sowie das über Jahre angesammelte Chaos in der Seele – mit all den Wunden und Narben, die von den Eltern, den Erziehern, der Umgebung sowie von eigenen falschen Entscheidungen und Handlungen herrühren. In diesem Zustand der gestoppten Gedanken bleibt dieses Chaos in der Seele übrig. Aber nicht nur.
Neben diesem Chaos in jedem Menschen gibt es auch eine natürliche Sehnsucht nach paradiesischen Visionen der verschiedenen Religionen. Diese Sehnsucht ist in allen Menschen vorhanden, sonst würden die Menschen nicht religiösen Lehrern und Meistern folgen. Ein natürlicher Drang, eine natürliche Sehnsucht nach Schönheit, Harmonie, Frieden, Freude, nach schönen Beziehungen zwischen dir und deinen Liebsten, mit den Freunden, mit den Nachbarn, in deinem Ashram, mit deiner geistigen Gemeinschaft, am Arbeitsplatz, auf der Straße, im Café, im Restaurant.
Dieser natürliche Drang ist in jedem Menschen vorhanden.
Der Mensch möchte gesehen und erkannt werden. Und der Mensch möchte auch andere Menschen sehen und kennenlernen. Deshalb wollen so viele Menschen in den Großstädten leben. Deshalb gehen sie jeden Tag ins Café.
Einerseits gibt es dieses, von den alltäglichen Gedanken bedeckte Chaos der Seele: Chaos, Konflikte, Wunden, Komplexe.
Und auf der anderen Seite gibt es diese natürliche Sehnsucht nach paradiesischer Harmonie, Schönheit, Freude, Zusammensein, Teilen, Kennenlernen.
Diesen zweiten Teil des Menschen wollen wir durch verschiedene Meditationstechniken stärken.
Der zweite Teil bringt den Menschen vorwärts und fördert seine Entwicklung. So umarmt der yogische Aspirant, die yogische Aspirantin, das eigene Chaos: „Okay, du bist da, mein Chaos. Aber ich bin auch viel mehr! Ich habe diesen Drang nach dem Paradies. Ich fühle auch meine himmlische Natur. Ich fühle auch die himmlische Natur der anderen Menschen. Und so, trotz meines ganzen inneren Chaos, oder zusammen mit ihm, umarme ich es und gebe mich dem Paradiesischen in mir und in den anderen hin.“
Und dann, nach der Meditation, versucht der geistige Aspirant, den ganzen Tag über weiter – trotz dieses inneren Chaos – mit derselben Hingabe zu leben, zu handeln und mit anderen zu kommunizieren, bis zur abendlichen Meditation, in der er sich erneut stärkt. Sich vorbereitet für die Nacht, für die astrale Welt.
Das ist sicher nützlich, das ist hilfreich, aber letztendlich ist das wie ein Leben mit einer Krebswunde oder sogar mehreren Krebswunden in verschiedenen Teilen des Körpers: dieses innere Chaos in der Seele, diese Knoten der Disharmonien, Knoten der Komplexe. Knoten, die die Eltern durch ihre Unwissenheit über sich selbst wie auch über die wahre Natur des Menschen verursacht haben. Und so bekommt der geistige Aspirant irgendwann Angst vor der Meditation. Weil jedes Mal, wenn der Mensch sitzt, die Augen schließt und sich entspannt und dann die Gedanken stoppt, sieht man wie auf einem Bildschirm das ganze innere Chaos. Es gibt ganz viele Programme, wie im Fernsehen, und es ist schwer, dies jahrelang unter den Teppich zu schieben – trotz Hingabe zu Gott und zum Paradies, trotz liebevoller geistiger Freundinnen und Freunde.
Letztendlich musst du deinen Garten, dein Chaos, selbst pflegen! Das riesig gewachsene Unkraut musst du schneiden, sonst droht auch der Seelenkrebs, der ohnehin viele körperliche Krebskrankheiten mitverursacht. Der geistige Aspirant, die geistige Aspirantin, muss es also irgendwann anpacken.
Irgendwann beginnt er oder sie, nicht nur eine liebende, harmonische Yogini oder ein Yogin zu sein, sondern auch eine spirituelle Kriegerin, ein spiritueller Krieger, der gnadenlos das Chaos aus der Seele reinigt. Und so entsteht mehr und mehr Platz für die göttliche Liebe, für das göttliche Licht, für okkulte Kräfte, für Heilung – sogar für die Heilung anderer Menschen, die uns wichtig sind.
Und dann, in diesem schrecklichen Kampf mit dem eigenen Chaos, beginnt man langsam, ein echter Bhakta zu werden. Man beginnt, Krishna zur Hilfe zu rufen, und Jesus Christ und Buddha und alle Heiligen. Teresa von Ávila nennt es die dunkle Nacht der Seele.
Und deswegen soll der geistige Aspirant, die geistige Aspirantin, nicht zu viele kritische Gedanken haben, nicht zu viele kritische Worte oder Energien, weil das ganze essenzielle Problem, die ganze essenzielle Arbeit, innerhalb deiner selbst liegt: Es geht nicht um deine Mitmenschen, auch nicht um deinen Partner – es ist nur dein inneres Chaos.
Daher, setze dich, schließe die Augen, entspanne dich, stoppe die Gedanken und erlaube, dass deine innere, natürliche Sehnsucht nach dem Paradies und nach Gott zum Ausdruck kommt! Mit der Zeit wird dir diese innere meditative Tätigkeit große Kraft verleihen, um schließlich den letzten Kampf, den letzten Krieg gegen dein inneres Chaos zu beginnen.
Meine Hingabe zu Gott ist meine mächtigste Waffe.
Ein solcher Mensch hat keine Zeit zu kritisieren. Er bleibt ruhig, stark, tut alles, was die anderen nicht getan haben, repariert alles, was die anderen kaputt gemacht haben, und bleibt gesammelt im inneren Kampf, im Dschihad.
Das ist der wahre Dschihad von echten Muslimen: Der wunderschöne göttliche Kampf – der Kampf der Seele gegen das eigene innere Chaos.
Sat Chit Ananda