13/01/2026
“The wonders of anticoagulation”
Unter diesem Titel veröffentlichte Prof. Hugo ten Cate 2025 einen Beitrag, der aufhorchen lässt. Er schreibt: „Viele angehende Ärzte haben kaum Erfahrung im Umgang mit Vitamin- K-Antagonisten (VKA). Daher ist meine Beobachtung, dass diese Alternative zu DOAKs in der Praxis kaum in Betracht gezogen wird."
Zeschick N. (Health Services Insights 18, 2025): „Hausärzte stehen bei der Entscheidung, bei bestehendem Vorhofflimmern, für oder gegen Phenprocoumon im Spannungsfeld zwischen ökonomischen Anforderungen (Hohe Kosten der DOAKs), Patientenwünschen und kollegialer Zusammenarbeit mit den Krankenhausärzten. Die Verfügbarkeit von Informationen und ihre Präferenzen beeinflussen. Wenn sie als Hausarzt sagen: Ja, Sie sollten Marcumar® einnehmen, werden sie missbilligend angeschaut. Sie haben also keine richtige Wahl. Die Mitarbeit der Patienten ist entscheidend. Der Zeitaufwand für die Ärzte ist eine erhebliche Herausforderung für die Einstellung auf Phenprocoumon."
Wenn man wie ich seit 38 Jahren Phenprocoumon einnimmt, verbunden mit der Gerinnungs-Selbstbestimmung, stellt sich auch für mich die Frage, wie es zukünftig weitergeht. Wird Phenprocoumon eines Tages aus dem Markt genommen, da es keine Nachfrage gibt? Oder erlebt gerade Phenprocoumon – nicht nur aus Kostengründen, sondern auch auf Grund geplanter wissenschaftlicher deutscher Studien (DOAKs versus Phenprocoumon) eine Renaissance? Erste Hinweise (HC Diener, Essen und C.Engelbertz, Münster) hierzu gibt es schon. Dadurch gelingt auch die Patientenmitarbeit beim INR-Selbstmanagement.
C. Schaefer
Die Gerinnung aktuell N. 10:
https://die-gerinnung.de/fileadmin/user_upload/Gerinnung-10.pdf