09/04/2026
35 Jahre – wie lange noch?
Seit 35 Jahren setzen sich engagierte Initiantinnen im Thurgau für ein Frauenhaus ein. 35 Jahre, in denen auf eine offensichtliche Versorgungslücke hingewiesen wurde. Und trotzdem gibt es bis heute kein Frauenhaus – und das Thema scheint politisch kaum Priorität zu haben.
Das ist nicht nur enttäuschend, sondern in der Konsequenz gefährlich.
Häusliche Gewalt ist Realität – auch im Thurgau. Frauen und Kinder brauchen Schutz, oft von einem Moment auf den anderen. Wenn dieser Schutz vor Ort fehlt, bleiben ihnen oft nur unzureichende Alternativen: das Ausweichen in andere Kantone, das Verharren in der Gewalt – oder das Auffangen in Strukturen, die eigentlich nicht dafür gedacht sind.
Wir erleben, dass Frauen in akuten Krisen teilweise in psychiatrischen Kontexten landen – nicht, weil sie krank sind, sondern weil sie keinen sicheren Ort haben. Das zeigt deutlich: Wenn Schutzräume fehlen, werden Probleme verschoben statt gelöst.
Als Verein Alleinerziehende Ein Eltern Familien Region Ostschweiz sehen wir, wie hoch die Hürden für Betroffene bereits sind. Wer Kinder hat, wer finanziell unter Druck steht, wer wenig Unterstützung hat, braucht nicht zusätzliche Hindernisse, sondern konkrete Lösungen.
Ein Frauenhaus ist eine solche Lösung. Es ist kein Luxus, sondern Teil der Grundversorgung.
Nach 35 Jahren ist eines klar: Es fehlt nicht am Bedarf – es fehlt am politischen Willen.
Es ist höchste Zeit, dass die Verantwortlichen im Thurgau handeln und den Initiantinnen endlich das Gehör schenken, das ihnen seit Jahrzehnten zusteht.
Wir fordern:
Ein Frauenhaus im Thurgau – jetzt.
https://www.watson.ch/schweiz/videos/366184583-thurgauerinnen-kaempfen-seit-35-jahren-fuer-ein-frauenhaus?fbclid=IwY2xjawRE11JleHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEeCUsFS512P0F9UcvTx6uyOeyXZmNuPrBJkSjhP8PU_wUL2HqaHQvW08gq22A_aem_FGBLNqHN10T40dFguanY-Q
Im Thurgau demonstrieren Frauen für ein eigenes Frauenhaus. Der Kanton sah dafür bisher keinen Bedarf.