01/10/2026
Erfolgreiche Herdenschutzmassnahmen auf der Alpe Bri/Ninagn (TI)
Aus «nicht zumutbar schützbar» wird schützbar
Die Alpe Bri/Ninagn wurde vom Kanton TI als „nicht zumutbar schützbar“ eingestuft. Der Alpbewirtschafter und Hirte Donald, der die Alp seit letztem Jahr bewirtschaftet, wollte seine Tiere jedoch nicht ungeschützt sömmern. Auch wenn die Alp, die sich über 3 Täler erstreckt, sehr weitläufig, felsig, steil und schwierig ist, hat er mit grossem Einsatz und Leidenschaft die Weiden schützbar gemacht. Dies mit dem Einsatz von 5 Herdenschutzhunden (1 Erwachsener und 4 Junghunde), viel Zaunmaterial, Nachtpferch und enorm viel Herzblut… Je nach Weiden und Wetter hütet Donald die 360-köpfige Herde tagsüber mit Hilfe seiner Hütehunde, oder sie sind in eingezäunten Umtriebsweiden. Nachts verbringen die Schafe und die wenigen Ziegen immer in einer gut eingezäunten kleineren Nachtweide. Damit er auch nachts immer in der Nähe der Herde sein kann wurden im oberen Teil der Alpe Ninagn ein Wohnwagen und auf der Alpe Bri eine mobile Hütte mit dem Heli hochgeflogen.
Nach dem Wechsel von der Alpe Ninagn zur Alpe Bri hat der Wolfsdruck zugenommen. Ein Schaf, das nachts nicht im Nachtpferch war wurde dann auch Opfer des Wolfes. Daraufhin hat Donald die Schutzmassnahmen nochmals verstärkt. In den ersten Nächten nach dem Riss hat er Feuer gemacht, den Nachtpferch verkleinert und wenn er ihn nicht direkt bei der Hütte aufstellen konnte hat er z.T. auch im Zelt direkt beim Pferch übernachtet. Trotz Wolfspräsenz konnte er so weitere Risse verhindern. Der Wolf tappte dann auch noch in die Fotofalle, die Donald am Ort des Risses aufgestellt hat.
Die viel grösseren Herausforderungen für Donald waren die schlechte Futterqualität und der Wassermangel. Damit die Tiere immer genug Wasser hatten, musste er mit dem Heli einen Wassertank hochfliegen lassen und Schläuche verlegen… Die Tiere tagsüber bei dem wenigen Futter zusammenzuhalten und sie abends dann alle wieder zurück in den Nachtpferch zu führen war die grösste Herausforderung.
Donald ist sehr zufrieden mit dem Verlauf der Alpsaison. Auch wenn es extrem streng und aufwändig war, ist er glücklich, dass er nur ein Schaf - das zum Zeitpunkt des Risses nicht geschützt war - an den Wolf verloren hat.
Vielen Dank Donald für diese super Arbeit!
Die sehr aufwändigen Herdenschutzmassnahmen werden von CHWOLF unterstützt.
Zusätzlich hat der Verein Schweizer Bergheimat Donald bei der Finanzierung der mobilen Hütte unterstützt.
Kurzvideo unsers Alpbesuches https://chwolf.org/assets/film/content/wolf-projekte/herdenschutz/2026/Alpe%20BriNinagn/AlpeBriNinagn_2026-07-13.mp4
Informationen zu unseren Herdenschutzprojekten sind auf unserer Website unter https://chwolf.org/chwolf-aktivitaeten/wolfschutz-durch-herdenschutz/aktuelle-herdenschutz-projekte/projekt-uebersichtskarte-2026
Die Fotos wurden und von Donald zur Verfügung gestellt