29/08/2026
Junis – wenn Hilfe nichts kosten darf 😿
Junis lebte seit über einem Jahr auf einem grossen Pferdehof im Schweizer Mittelland, wo sie mehr oder weniger regelmässig gefüttert wurde. Offenbar war sie immer recht mager, hatte aber einen guten Appetit und niemand sah sich veranlasst, sie tierärztlich untersuchen zu lassen. Sie war ja nur eine zugelaufene Katze.
Als Junis dann aber zwei oder drei Wochen lang kaum mehr ass, hatte jemand Mitleid und brachte das Mädel endlich zu einem Tierarzt. Dieser verlangte eine Kostengutsprache, bevor er sich der Katze widmen wollte. Aber eine solche gab es nicht. Junis hatte niemanden, der sich für sie verantwortlich fühlte.
Der Tierarzt empfahl der Überbringerin, Tierschutzorganisationen zu bitten, die Kosten zu übernehmen. Auch wir wurden angefragt, reagierten jedoch zugegebenermassen etwas unwillig. Wir fragten, warum es nicht möglich sei, dass alle Pensionäre für das Büsi zusammenlegen würden, um wenigstens den Erstuntersuch zu finanzieren. Vielleicht ist es vermessen von uns zu denken, wer sich ein Pferd leisten kann, sollte doch auch ein paar Franken für das Stallbüsi aufbringen können.
Es hiess, man wisse ja nicht, was nach so einem Untersuch auf einem zukommen würde. Sollte es was grösseres sein, könne man das dann vielleicht nicht bewältigen. Ohne Erstuntersuch werde man das nicht wissen, konterten wir etwas ungehalten. Die Dame meinte, sie schaue weiter und wir verabschiedeten uns.
Es ist uns schlicht nicht möglich immer und überall die Kosten zu übernehmen, wenn Leute sich aus der Verantwortung stehlen wollen. Täglich erreichen uns unzählige Hilferufe und es bleibt uns nichts anderes übrig als zu priorisieren. Und manchmal müssen wir ablehnen. Vor allem dann, wenn davon auszugehen ist, dass die Antragssteller durchaus in der Lage wären, zumindest die Erstkosten selbst zu tragen.
Ein ungutes Gefühl blieb und so riefen wir die Praxis an, um mitzuteilen, dass wir die Patientin übernehmen würden, sollte der Pferdehof die Katze ohne Untersuchung einschläfern lassen wollen. Kurze Zeit später rief uns die Praxis zurück und erklärte, die Dame des Pferdehofes habe sich entschieden, die Katze am Abend wieder abzuholen, um sie unbehandelt auszusetzen. Wir waren gelinde gesagt schockiert.
Sofort organisierten wir eine Abholung. Das Büsi, welches wohl bald 24 Stunden in einer Transportbox in den eigenen Exkrementen sass, machte einen jämmerlichen Eindruck. Völlig abgemagert, total dehydriert und panisch wurde es in unsere Partner-Klinik gebracht, wo es vollständig untersucht wurde. Es war wohl Rettung in letzter Minute!
Nun hängt Junis am Tropf, bekommt gezielt Medikamente und verbleibt die nächsten Tage in der Klinik. Wir hoffen inständig, dass sie ihr Wohlbefinden wiedererlangen wird. Was wir dazu beitragen können, werden wir tun. Hoffentlich mit eurer Hilfe!
Junis steht sinnbildlich für das Schicksal Abertausender Katzen in der Schweiz. Sie werden geduldet als Mäusefänger, haben zu funktionieren, wenn sie aber Hilfe brauchen ist niemand da, der für sie einstehen will. Geld ausgeben für etwas, was man doch gratis ersetzen kann, kommt für einen Grossteil unserer Gesellschaft nicht in Frage. Die Katze ist ein Wegwerfartikel geworden. Auch dank unserer Politik und unseren Behörden die sich gar nicht oder viel zu wenig mit dem Katzenelend auseinandersetzen.
Drückt Junis die Daumen. Und vielleicht habt ihr ein paar Franken für Junis übrig und zeigt, dass auch ihr Leben wichtig ist.
Weil jedes Leben zählt! Auch das des geduldeten Stallbüsis!
www.netap.ch/spenden
Stichwort: Junis