16/02/2026
Eh-Presse
Weltklasse Goalie Simon Hrubec besuchte den EHC Laufen
(eh) Die Torhüter des EHC Laufen kamen in den Genuss eines Trainings mit dem tschechischen Weltklasse Goalie Simon Hrubec und seinem Vater Stanislav. Hrubec hütet bei den ZSC Lions das Tor, wurde letzte Saison mit dem «Z» Schweizer Meister und Champions Hockey League Sieger.
Christoph Imhof, viele Jahre ein sicherer Wert im Tor der Laufentaler, orchestrierte das Training von Stanislav und Simon Hrubec mit den zahlreichen Vereins-Torhütern aller Altersstufen. Eine Herausforderung war, die Übungen der beiden Hrubec für die Goalies zu übersetzen. Simon sprach Englisch und Imhof übersetzte. Vater Stanislav, in Tschechien ein hoch angesehener Torhütertrainer, spricht nur Tschechisch und dies wurde von Vaclav Sulista, Honorar Konsul von Tschechien in Basel, übersetzt. Dafür zog Sulista die Schlittschuhe an.
Der 34-Jährige Simon Hrubec steht seit der Saison 2022/23 im Tor der ZSC Lions, wurde letzte Spielzeit zum zweiten Mal Meister und gewann dazu noch die Champions Hockey League. Dass er in Laufen weilte, liegt einerseits am Meisterschafts-Unterbruch wegen den Olympischen Spielen und anderseits dank dem Kontakt zu Vaclav Sulista. Der hat seinerseits seit vielen Jahren guten Kontakt zum EHC Laufen. «Ich war vor zwei Jahren an einem tschechischen Podiumsgespräch mit Simon Hrubec. Daraus entstand der Kontakt. Da jetzt Pause ist, kam mir die Idee für dieses Training und weil sein Vater gerade in Zürich zu Besuch ist, setzten wir die Idee in die Realität um.» Sulista erklärt, dass Stanislav Hrubec in Tschechien eine Legende als Goalie-Trainer sei und seit vielen Jahren beim HC Budweis arbeite. «Budweis kennt man auch wegen des Budweiser Bieres, dem einzig wahren Budweiser», betont Sulista lachend, während er ein Bier aus einer blauen Büchse aus Rheinfelden ansetzte.
Der Vater habe aus ihm den Torhüter gemacht, der er heute ist, sagt Simon. Begonnen hatte er jedoch als Feldspieler. Mit sieben Jahren wurde er immer wieder krank. Die Ärzte sagten dem Vater, dass Simon nicht mehr Eishockey spielen dürfe, da die Kälte nicht gut für seine Lungen sei. Er könne aber ins Tor gehen, da sei die Anstrengung nicht so gross. «Das mit geringerer Anstrengung war falsch. Aber wegen der Torhütermaske musste ich keine kalte Luft einatmen und blieb gesund.» Es sei wegen Zeitmangels nicht üblich, dass er Trainings bei Vereinen gebe, erklärt Simon Hrubec. Familie und Kinder sind ihm sehr wichtig und weil jetzt gerade Pause ist, sagte er dennoch gerne zu. «Ich habe zwei Kinder und versuche jetzt die Pause dazu zu nutzen, ein guter Vater zu sein. Das bedeutet, dass ich mir so viel Zeit wie möglich für sie nehme.»
Hrubec begann bei Budweis, wechselte dann zum HC Ocelari Trinec, wo er 2019 Tschechischer Meister wurde und am Spengler Cup teilnahm. Er hat mit Tschechien an Weltmeisterschaften teilgenommen. 2019/20 wechselte er in die KHL, ins Chinesische Team Kunlun Red Star. Ein Jahr später folgte der Wechsel zu Avangard Omsk. Mit Omsk holte er 2021 den KHL-Titel. Nach den Olympischen Spielen 2022 wechselte er in die Schweiz zu den ZSC Lions. Er hat den Vertrag kürzlich bis 2028 verlängert. Wenn sein Vater Spiele von ihm Spiele verfolgt, sagt er seinem Sohn schon auch mal, was ihm nicht gefallen hat. «So sind halt Väter», lacht Simon. «Er darf das natürlich, aber ich habe mittlerweile so viel Erfahrung, dass ich selbst weiss, was ich nicht gut machte», sagt er. Stanislav nickte zustimmend.
An den Olympischen Spielen in diesem Jahr nehmen seit langem wieder alle NHL-Spieler für ihre Nationen teil, so dass man ein hochstehendes Turnier erwarten darf. Am Sonntag treffen die Schweiz und Weltmeister Tschechien aufeinander. Natürlich auch für die Familie Hrubec ein spezielles Spiel. «Selbstverständlich werde ich dann vor dem TV-Gerät sitzen. Ich will aber jetzt kein Ergebnis sagen, aber ich bin der Meinung, dass die Torhüter das Spiel entscheiden und da haben wir den besseren», lacht Simon Hrubec. Die Kinder waren begeistert vom Besuch der beiden sympathischen Tschechen, die sich sehr viel Zeit für sie nahmen. Der eine und andere meinte, er habe etwas Neues gelernt. «Die Zeit war natürlich knapp, um gezielt zu arbeiten», so Stanislav Hrubec. «Das Leistungsgefälle, bedingt auch durch die Altersunterschiede, war sicher sehr gross, aber ich habe beim einen und anderen Talent entdeckt. Sie müssen hart arbeiten, dann wird es etwas.»
Simon Hrubec gab geduldig Autogramme. Vaclav Sulista plauderte etwas aus dem «Nähkästchen» und sagte, dass Simon Hrubec in erster Linie Leistung zeigen und wenn schon, über seinen Sport reden wolle. Er sei nicht der Typ, der sich ins Rampenlicht stelle. So musste er Sulista erklären, dass er keine Autogrammkarten habe. Die Laufentaler gaben dann vor Ort eine Auflage in Druck, die gerade rechtzeitig fertig wurde. Auch Fotos mit Simon und den beiden Pokalen, die er extra aus Zürich mitbrachte, liess er geduldig machen.