20/06/2025
🤨 Weniger Feiertage = mehr Wirtschaftsleistung? Falsch! ❌
📅 Gestern war Fronleichnam. In NRW (für die meisten Branchen) ein arbeitsfreier Tag, jedoch gilt dies nicht bundesweit – nur in einigen Bundesländern ist es ein gesetzlich verankerter Feiertag. Dass das so bleibt, befürworten nicht alle.
🗯️ Die These: In Monaten mit vielen Feiertagen nimmt die wirtschaftliche Produktivität ab.
🔴 Das Gegenteil beweist nun eine neue Kurzstudie unseres IMK. Denn: In der Empirie gibt es keine Belege dafür, dass die Abschaffung von Feiertagen die Wirtschaftsleistung erhöht.☝️Im Gegenteil: In gut der Hälfte der untersuchten Fälle entwickelte sich die Wirtschaft sogar in jenen Bundesländern besser, in denen arbeitsfreie Feiertage beibehalten wurden oder neu hinzukamen.
🔎 Das IMK hat sechs konkrete Fälle seit 1990 betrachtet. Bei den Beispielen wurden gesetzliche Feiertage in manchen Bundesländern gestrichen oder neu eingeführt, in anderen nicht. Hier kann man im Jahr der Einführung oder Streichung die Wirtschaftsleistung dieser Länder mit jener der Bundesrepublik insgesamt und ähnlich strukturierten (benachbarten) Bundesländern vergleichen.
📌 Die Beispiele:
1️⃣ Abschaffung des Buß- und Bettages in allen Bundesländern außer Sachsen ab 1995,
2️⃣ die einmalige Ausdehnung des Reformationstages auf alle Bundesländer 2017,
3️⃣ erneuter Wegfall des arbeitsfreien Reformationstages in vielen Bundesländern 2018,
4️⃣ Einführung des Internationalen Frauentages als gesetzlicher Feiertag in Berlin 2019,
5️⃣ Einführung des Weltkindertages in Thüringen, auch 2019
6️⃣ Einführung des Internationalen Frauentags in Mecklenburg-Vorpommern 2023
📈 Basis für die Analyse sind die Daten des Statistischen Bundesamts zum jährlichen nominalen Bruttoinlandsprodukt auf Ebene der Bundesländer.
💡 Erkenntnisse:
👉 Viel spricht laut IMK dafür, dass – auch in Zeiten von Fachkräftemangel – die Nachfragesituation der Unternehmen der bestimmende und begrenzende Faktor für die Produktion ist.
👉 Hinzu kommt: Die gesamtwirtschaftliche Produktion geht nicht nur auf die geleistete Zahl der Arbeitsstunden zurück. Auch Produktivität und Innovation spielen eine wichtige Rolle.
👉 „Denkbar ist, dass die Beobachtung fehlender positiver Wachstumseffekte einer geringeren Zahl an Feiertagen darauf zurückgeht, dass die geringere Erholungszeit die Produktivität senkt“, schreiben Dullien, Stein und Herzog-Stein.
❤️📅🤝 Teilt den Beitrag, wen ihr auch für die Beibehaltung der gesetzlichen Feiertage seid.
Unsere Pressemitteilung zum Thema: https://www.boeckler.de/de/pressemitteilungen-2675-feiertage-und-wirtschaftswachstum-69786.htm