10/06/2026
Naru hatte heute vormittags Tierarztbesuch auf dem Plan stehen.
Blutbild, regulär zur Kontrolle und im Hinblick auf ihre Medikamente und ihr "Stresstrinken" (nicht sehr ausgeprägt, aber sie trinkt schon etwas viel). Sie war sehr nervös, konnte sich aber während dem Besuch auch beruhigen und ihr "verfressen-sein" ist da hilfreich.
Wenn man sie nie eskalieren erlebt, unterschätzt man sie rasch, denn sie ist weder "böse" noch grundsätzlich Abgeneigt mit Menschen in Kontakt (wenn auch oft nur oberflächlich) zu kommen. Sie wurde erzogen und will grundsätzlich gefallen.
Auch der Abendspaziergang war aufregend. Die Katzen meisterte sie gut, auch das E-Bike konnte sie gut "nehmen", dann hatten wir wenig Auslösereize bis auf dem letzten Stück. Erst eine Reiterin, die konnte sie mit einem ausreichenden Bogen durchs Feld soweit gut "nehmen" dann Auto 1 wir konnten 2m in einen Weg rein, das war schwieriger, ging aber noch ohne Eskalation. Zurück auf das Strässchen drehte sie wieder hoch, weil sie das Auto noch wegfahren sah und von der anderen Seite kam gleich noch Auto 2. Was in der Gesamtheit trotz wieder 2m in den Feldweg rein gehen, dann nicht mehr ging für Naru und sie versuchte sich an mir zu entladen..
Konnte sich mit etwas "Hemmung" von meiner Seite dann aber doch noch halbwegs fangen und sich auch recht schnell wieder einigermassen beruhigen. Halt das "Naru-Spaziergang-Ruhig"..
Hunde wie Naru sind in ihrem Verhalten und dem Nutzen davon sehr komplex. Teils widersprüchlich. Auch wenn Naru nun schon mehrere Wochen hier ist, bin ich noch immer viel am Beobachten, Analysieren und immer wieder Hinterfragen.
Trotzdem läuft die Arbeit mit Naru bereits, denn manchmal hat man noch keine genauen "Plan" was wie wo und weshalb und trotzdem muss man handeln. Das Handeln wird zu einem Teil der Verhaltensbeobachtung, zu einem Teil des Diagnoseprozesses, laufend hinterfragt und reflektiert.
Wir sind im Prozess. Wir sind auf dem Weg. Unser Ziel ist klar: mehr Gelassenheit und Ruhe, vor allem ausserhalb von "Zuhause". Spaziergänge sollen sich nicht anfühlen, als steht man bei Vollmond und kurz nach Zahltag in der Disco an der Türe oder als Abtrennung zwischen Fans an "heissen Spielen".. Weniger Eskalationen. Mehr Gelassenheit.
Mehr Lebensqualität.
Verbesserung der Vermittlungschancen.