01/05/2026
Tiergestützte Therapie auf Intensivstationen – Hoffnungsträger oder Herausforderung?
Hintergrund
Tiergestützte Angebote gelten als vielversprechende ergänzende Massnahme, da sie positive Effekte auf Wohlbefinden, Stressreduktion und Behandlungsmotivation haben können. In der Intensivmedizin könnten sie emotionale Belastungen reduzieren und nicht-medikamentöse Unterstützung bieten. Die Evidenz ist jedoch begrenzt. Die Studie untersuchte Verbreitung, Umsetzung und Hürden tiergestützter Angebote auf Intensivstationen in Australien und Neuseeland.
Methoden
Im Rahmen einer Online-Befragung nahmen 63 Intensivstationen teil (55 in Australien, 8 in Neuseeland, Rücklaufquote 47 %). Erfasst wurde, ob Angebote vorhanden sind oder waren, wie diese organisiert sind, welche Sicherheitsmassnahmen bestehen und welche Schwierigkeiten auftreten. Die Auswertung erfolgte überwiegend deskriptiv, ergänzt durch eine Analyse offener Antworten.
Resultate und Diskussion
Rund 44 % der Stationen berichteten von bestehenden oder früheren Angeboten. In allen Fällen kamen Hunde zum Einsatz, vereinzelt auch Katzen, Hasen oder ein kleines Pony. Die Angebote richteten sich primär an Patient:innen, wurden aber auch von Angehörigen und Personal genutzt. Hygienemassnahmen wurden durchgängig angewendet, immungeschwächte Personen häufig ausgeschlossen. Unerwünschte Ereignisse wurden keine berichtet; das Feedback war durchwegs positiv. Als zentrale Hürden nannten die Befragten fehlende Ressourcen, organisatorische Herausforderungen und Infektionsschutzvorgaben. Viele Programme wurden während der COVID-Pandemie eingestellt und nicht wieder aufgenommen.
Die Studie zeigt, dass tiergestützte Angebote auch in der Intensivmedizin positiv wahrgenommen werden. Für fundierte Aussagen zur Wirksamkeit sind robustere Studien erforderlich.
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Quelle: Ranse et al. (2025). Animal-assisted services in Australia and New Zealand intensive care units. Australian Critical Care, 38(5), 101272. https://doi.org/10.1016/j.aucc.2025.101272