09/04/2026
Benzidin-Grenzwert beim Basler Chemiegelände Klybeck teils überschritten: Es ist höchste Zeit, richtig hinzuschauen
Das alte Basler Chemiegelände Klybeck soll zu einem neuen Wohnquartier werden. Was die AefU schon lange befürchtet haben, bestätigen heute Rhystadt und Swiss Life: Die Grenzwerte z. B. für das hochgefährliche Benzidin und andere Benzidin-Verbindungen sind teils überschritten. Das bedeutet: Es dürften grössere Sanierungsarbeiten anstehen. Und dies, obwohl das Messnetz viel zu grosse Löcher aufweist, um die Verschmutzung des Grundwassers repräsentativ zu erfassen. Die Grenzwertüberschreitungen wurden zudem festgestellt, obwohl das Analyseprogramm die Substanzen viel zu wenig spiegelt, welche im Klybeck während mehr als 100 Jahren verarbeitet wurden. So z. B. N,N,N',N'-Tetramethylbenzidin: Es wurde 2003 im Areal 2 in einer Konzentration von 10-50 Milligramm pro Kilo Bodenmaterial gefunden. Das ist zwar extrem viel, trotzdem wurde die Substanz nicht weiter beachtet. Der provisorische Grenzwert aber ist extrem tief: Er liegt bei 3 Nanogramm pro Liter Grundwasser. Die Wahrscheinlichkeit ist also sehr gross, dass N,N,N',N'-Tetramethylbenzidin das Grundwasser über dem Grenzwert verschmutzt. Das zeigt: Es ist tatsächlich höchste Zeit, endlich systematisch hinzuschauen.
Swiss Life und Rhystadt veröffentlichen die Ergebnisse des erweiterten Grundwassermonitorings. Mehrfach wurden Grenzwerte für PFAS, Benzidin und andere Schadstoffe überschritten.