10/05/2026
Laut einer Studie der NGO "Make Mothers Matter" fühlen sich in Europa 67 % der Mütter chronisch überlastet. Für jede zweite hat die Überlastung schwerwiegende psychischen Folgen wie Depressionen oder Burnout.
Diese Zahlen spiegeln die strukturelle Schieflage: Mütter übernehmen den Grossteil der Sorgearbeit allein, unabhängig davon, ob sie berufstätig sind oder nicht. Sie plagen sich mit übersteigerten Erwartungen und leiden unter einer Ökonomie, die ihre Arbeit weder anerkannt noch entlöhnt.
Es reicht nicht Danke zu sagen. Wer nur danke sagt, hat die systemische Dimension nicht verstanden und trägt zur Stabilisierung der Verhältnisse bei, in denen Mütter ausbrennen.
Es ist wichtig, kulturelle Mutterbilder zu hinterfragen, die Mütterlichkeit mit Aufopferung gleichsetzen und naturalisieren, die reproduktive Arbeit ins Private verschieben und Mütter allein lassen.
Sorgearbeit ist keine Privatsache. Sie ist die Praxis, die der existentiellen menschlichen Abhängigkeit und Verbundenheit entspricht. Wir alle sind grundlegend auf die Fürsorge anderer angewiesen.
Deswegen möchten wir zum Muttertag fragen:
Wie können wir Mutterbilder dekonstruieren, die Selbstaufgabe romantisieren?
Wie sieht eine Gesellschaft aus, in der Sorgearbeit sichtbar, bezahlt und kollektiv getragen wird?