06/06/2026
E GUETE: KURZ VOR SAISONBEGINN WIRD GANZER SÄÄLI- BELEGSCHAFT PER WHATSAPP GEKÜNDIGT, OHNE KÜNDIGUNGSFRIST UND OHNE VORWARNUNG
Wenn Rechte von Arbeiter:innen nicht respektiert werden, sind wir als IGA da und servieren der Geschäftsleitung vom Sääli einen gewerkschaftlichen Gruss für ihre Sommerpause.
Die Geschichte der Sääli-Arbeiter:innen ist keine Seltenheit. In der Gastronomie sind Arbeit auf Abruf oder Nullstundenverträge (gar kein Pensum oder kein fixes Pensum zB 0-30% im Vertrag) und ihre Folgen ein grosses Problem. Gleichzeitig wird von den Arbeiter:innen erwartet, stets mit einem Lächeln im Gesicht, endloser Flexibilität und Einsatz die Gäste zu bedienen und die Aushängeschilder des Betriebs zu sein.
Wir fordern ein faires Menu für Gastro-Arbeiter:innen:
Vorspeise
Arbeit ohne bitteren Nachgeschmack
Im Fall Sääli wurde der gesamten Belegschaft nur zwei Wochen vor dem Saisonbeginn gekündigt. Ohne transparente Kommunikation im Voraus „Nicht in einem Gespräch, nicht mit einem persönlichen Treffen, sondern durch eine WhatsApp-Nachricht. Das war’s, nachdem wir dort jahrelang gearbeitet hatte, Abend für Abend.“ (Sääli-Arbeiter:innen). Ohne Planungssicherheit. Ohne den Arbeiter:innen Arbeit während der Kündigungsfrist gemäss ihrem Anspruch zu geben.
„Die Besitzer und Betreiber der Bar wussten schon lange, dass sie die Bar schließen würden. Es gab einen Zeitplan. Was fehlte, war die Bereitschaft, dies den Menschen mitzuteilen, deren Arbeit den Betrieb am Laufen hielt. Den Beschäftigten, die ihren Körper, ihre Zeit und ihre Gastfreundschaft in die Bar und für die Gäste gegeben haben“ (Sääli-Arbeiter:innen)
Die Arbeiter:innen hatten ihre Zeit bereits eingeplant und waren auf dieses Einkommen angewiesen. Als die Kündigungen kamen, war es für viele bereits zu spät, rechtzeitig neue Arbeit zu finden. Diese Probleme und Anliegen haben die Sääli-Arbeiter:innen an Sitzungen sowie in E-Mails adressiert, diese wurden aber nicht ernst genommen.
Wer den Betrieb führt, trägt auch die Verantwortung dafür - bitte ohne bitteren Nachgeschmack!
Hauptgericht
Fixe Stunden und Einhaltung der Arbeitsrechte statt Pensums-Unsicherheit
Die Chef:innen teilen in den Arbeitsplan ein und je nach Bedarf wird die Schicht spontan gestrichen, verlängert oder gekürzt. Das Betriebs-Risiko wird ungerechterweise auf die Arbeiter:innen abgewälzt.
Das Resultat sind prekäre Arbeitsbedingungen, wie auch im Fall Sääli:
-Wer kein fixes Pensum hat, hat kaum Anspruch auf Stunden. Die Zeit, die du dir eingeplant und freigehalten hast, bekommst du oft nicht ausbezahlt.
-Wer kein fixes Pensum hat, erhält keine Kündigungsfrist.
-Wer kein fixes Pensum hat, hat nach der Kündigung erschwerten Zugang zu Arbeitslosentaggeld.
„Als die Nachricht von der Schließung von Sääli endlich kam, übernahm niemand die Verantwortung dafür. Selbst für den Monat Oktober, in dem wir rechtlich gesehen noch angestellt waren, erhielten wir weder eine Vergütung noch wurden uns Schichten angeboten.“ (Sääli-Arbeiter:innen)
Ist das fair? Nein! Deshalb sagen wir als IGA gemeinsam mit den Sääli-Arbeiter:innen: es reicht!
Wir brauchen faire Verträge statt prekärer Flexibilität
Wir fordern garantierte Mindestpensen und verlässliche Arbeitspläne.
Wir brauchen Planbarkeit statt ständiger Unsicherheit.
Wir fordern Respekt!
„Für manche mag ein Job in einer Bar als temporär oder nebensächlich erscheinen. Für uns jedoch ist es ein Einkommen, auf das wir angewiesen sind. Es deckt die Miete, die Lebensmittel und sorgt für grundlegende Sicherheit.“ (Sääli-Arbeiter:innen)
Dessert fürs Sääli
Gute Gastronomie funktioniert nur mit guten Arbeitsbedingungen.
Wer Freundlichkeit, Offenheit und Atmosphäre verkaufen will, muss auch Verantwortung für die Menschen übernehmen, die diese Atmosphäre überhaupt möglich machen.
Wir fordern deshalb Respekt für die Sääli-Arbeiter:innen und ihre Arbeitsrechte sowie die Einhaltung und Ausbezahlung der Kündigungsfrist.
Organisierung mit der IGA gegen Ungerechtigkeit am Arbeitsplatz
„Wir erzählen das nicht, weil wir glauben, dass unsere Geschichte außergewöhnlich ist. Wir erzählen sie, weil sie alltäglich ist, weil wir begonnen haben, uns als Arbeitnehmer*innen mit der IGA zu treffen und zu organisieren, und weil Dinge alltäglich bleiben, solange sie unsichtbar bleiben.“
Wenn ihr etwas trinken geht und entscheidet wo ihr eure Zeit verbringt und euer Geld ausgibt, entscheidet ihr immer auch, welche Arbeitsbedingungen ihr unterstützt.
Da für das Sääli und das Goldene Fass nun Sommerpause ist: Dies ist eine Erinnerung an die Geschäftsleitung vom Sääli: Setzt euch hin, denkt über Arbeitnehmerrechte nach und überlegt euch, was für ein Arbeitgeber ihr sein wollt. (Sääli-Arbeiter:innen)
Wenn Gastro-Arbeiter:innen und ihre Rechte angegriffen werden, schliessen wir uns als IGA und Arbeiter:innen zusammen und setzen ein klares Zeichen! E guete: taste our labour rights!
labour rights guete Arbeitsvertrag statt arbeitaufabruf pensum unter 20% auf abruf? lächeln auf Abruf!