20/03/2026
Kein Geld für Zahnarzt mit fatalen Folgen.
«Zahnarzt muss man selber bezahlen - ergo kein Thema» sagt Markus Christen, selbst armutserfahren und Referent an der Fachtagung der Winterhilfe Schweiz und der SSO, Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft.
Wer in Armut lebt oder davon bedroht ist, verzichtet auf zahnärztliche Behandlungen oder prophylaktische Massnahmen, denn diese sind durch die obligatorische Krankenkasse nicht gedeckt. Für teure elektrische Zahnbürsten und jährliche zahnärztliche Dentalreinigung ist schlicht kein Geld vorhanden.
Doch dies hat fatale Folgen.
An der Fachtagung wurden die vielfältigen Herausforderungen dieser gesundheitlichen Unterversorgung diskutiert.
Denn vernachlässigte Mundgesundheit kann auch gravierende medizinische Folgen haben. Eine schlechte Zahngesundheit wirkt sich auf die Lebensqualität aus. Zahnschmerzen beeinträchtigen den Alltag massiv. Schlechte Zähne verursachen Depressionen, Ängste und Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper. Karies und chronische Zahnfleischentzündungen stehen auch in Zusammenhang mit verschiedenen Erkrankungen wie Herzklappenentzündungen, Herz-Kreislauf-Problemen, Diabetes oder Atemwegserkrankungen.
Die schweizerische Erfolgsgeschichte bei der Kariesbekämpfung, die schon im Schulalter ansetzt, zeigt: echte Veränderung muss über strukturelle Verbesserung erfolgen. Niederschwelliger Zugang zu Hilfe, durch die Grundversicherung gedeckte Präventions- und Behandlungskosten, ein Gutscheinsystem (Kanton Wallis) oder Koppelung an die individuelle Prämienverbilligung (Basel-Stadt).
Doch selbst die reduzierten Kosten sind für viele armutsbetroffene Baslerinnen und Basler nicht bezahlbar.
«…die Hilfe muss niederschwellig erreichbar sein», sagt Christen.
In diese Lücke springt die Winterhilfe Basel-Stadt und hilft mit jährlich rund 50'000 Franken für Zahnbehandlungen und Zahnspangen für Kinder. Dank der Unterstützung der Winterhilfe Schweiz, vieler Stiftungen und Spender:innen ist dies möglich.
Vielen Dank für eure Hilfe!