Kongo Social-Care

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https://www.kongo-social-care.de/ Am 5. Im Juli 2014 hat das Kongo-Projekt sein 10-jähriges Bestehen gefeiert. V.

Juli 2004 wurde das Gesundheitsprojekt in Djabir (Faradje) im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo ins Leben gerufen. Zwischenzeitlich konnten wir zwei kleinen Filialen Lenvo (2008) und Ingo Dammer (2011) und mithilfe Ihrer großzügigen Spende im Mai 2014 die Herbert-Brauhardt-Klinik in Durba eröffnen. Wir unterstützen dauerhaft die bedürftige Landbevölkerung in der Region „Hilfe zur Selbsth

ilfe“, um ihre Lebensbedingungen dauerhaft zu verbessern. Mit der Eintragung des neuen Vereins Kongo Social-Care e. im Vereinsregister Mönchengladbach am 30. September 2014 wollen wir die bestehende Kongo-Aktion weiter ausbauen und neue Sozialprojekte einleiten.

FRONLEICHNAMSPROZESSION – WIR SIND PILGER AUF ERDENLiebe Schwestern und Brüder,am Donnerstag, dem 4. Juni 2026, durfte i...
06/06/2026

FRONLEICHNAMSPROZESSION – WIR SIND PILGER AUF ERDEN

Liebe Schwestern und Brüder,

am Donnerstag, dem 4. Juni 2026, durfte ich mit großer Freude das Hochfest des Leibes und Blutes Christi um 19:00 Uhr in der St. Wendelinus-Pfarrkirche in Wallerode feiern. Die anschließende Fronleichnamsprozession musste leider wegen leichter Regenschauer abgesagt werden.

Am Samstag, dem 6. Juni, hatten wir jedoch mehr Glück. Nach der Eucharistiefeier um 18:00 Uhr in der St. Albinus-Kapelle in Hinderhausen konnte die Fronleichnamsprozession wie geplant stattfinden.

Die Straßen waren festlich geschmückt. Kleine Fähnchen säumten den Weg und an vier liebevoll gestalteten Altären machten wir Halt. Diese waren reich mit Blumen, Marienstatuen und Kreuzen geschmückt und luden zum Gebet und zur Besinnung ein.

Eine Prozession hat eine tiefe Bedeutung. Sie erinnert uns daran, dass wir als Christen Pilger auf dem Weg sind. Unser Leben ist kein Stillstand, sondern ein Weg voller Veränderungen. Menschsein bedeutet, sich weiterzuentwickeln, zu lernen und manchmal auch neue Wege einzuschlagen. Veränderungen bringen oft Herausforderungen und Unsicherheiten mit sich. Doch gerade in solchen Zeiten können neue Chancen entstehen, die uns wachsen lassen und zu einem Neuanfang führen.

Kurz nach Beginn der Prozession hatte es noch geregnet. Währenddessen klarte der Himmel jedoch auf und schließlich strahlte die Sonne über uns. Da fiel mir das bekannte Sprichwort „Nach Regen kommt Sonnenschein” ein. Ich sagte den Anwesenden: „Seht ihr, das ist ein Zeichen Gottes.“ Viele lächelten und freuten sich über diesen schönen Augenblick.

Am Ende bedankte ich mich herzlich bei allen, die mit viel Einsatz und Engagement zur Vorbereitung und Durchführung dieses Festes beigetragen hatten. Wie ich es gerne tue, sagte ich ihnen scherzhaft, dass jeder von ihnen „zehn Punkte“ verdient habe. Daraufhin gab es herzlichen Applaus und viele lächelnde Gesichter.
Anbei finden Sie die Predigt, die ich in der Kirche von Wallerode gehalten habe.

PREDIGT

Liebe Schwestern und Brüder,

Es ist etwa 23 Uhr am 20. Juli 1969 in den Vereinigten Staaten, als Neil Armstrong als erster Mensch den Mond betritt. Während die Aufmerksamkeit von Millionen Fernsehzuschauern auf Armstrong gerichtet ist, spielt sich im Cockpit eine ungewöhnliche Szene ab.

Was tut der Copilot Buzz Aldrin? Der Astronaut hatte von seiner Kirche die Erlaubnis erhalten, die wesentlichen Elemente der Eucharistie mitzuführen: Brot und Wein. Er hatte sie auf das Steuerpult der Apollo-11-Mission gestellt, bevor er die Kommunion empfing.

Diese surreale Zeremonie beschreibt Aldrin in einem Artikel aus dem Jahr 1970: „Ich goss den Wein in den Kelch, den uns unsere Kirche gegeben hatte. Der Wein floss aufgrund der Schwerkraft des Mondes langsam. Es war unglaublich zu denken, dass dies die erste Flüssigkeit war, die auf dem Mond vergossen wurde, und die erste Nahrung, die dort gegessen wurde – und dass es sich dabei um die Elemente der Kommunion handelte. Ja, ich bin erfüllt von einem Gefühl der Bewunderung und des Respekts, zu wissen, dass die erste Mahlzeit der Menschen auf dem Mond Brot und Wein war.“

Genau heute feiern wir Fronleichnam, das Hochfest des Leibes und Blutes Christi. Im Altarsakrament wird der Leib Christi unsere Speise. Im Johannesevangelium sagt Jesus: „Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben.“ (Joh 6,51+54). Dabei geht es nicht um Brot als normales Nahrungsmittel, sondern um das Lebensmittel schlechthin.

Ein Student stellte mir einmal folgende Frage: „Wie soll man verstehen, dass Brot und Wein plötzlich zum Leib und Blut Christi werden?” Das ist eine grundlegende Frage, die das Geheimnis unseres Glaubens betrifft.

Brot und Wein sind sehr einfache Nahrungsmittel, ohne die wir nicht leben könnten. Sie sind die „Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit“. Sie sind ein Abbild unseres gesamten Lebens mit all seinen Freuden und Leiden, Zweifeln und Hoffnungen.

In der Eucharistie liegen Brot und Wein zwar auf dem Altar, doch erst durch die Wandlung werden sie zu Leib und Blut Christi. Während der Wandlung handelt der Priester im Namen Christi (in persona Christi). Er sagt nicht „Das ist der Leib Christi“, sondern „Das ist mein Leib“ und „Das ist der Kelch des neuen und Ewigen Bundes, mein Blut“.

Sobald diese Worte gesprochen sind, werden Brot und Wein tatsächlich zu Leib und Blut Christi.

Wie ist die Gegenwart Christi in der Eucharistie zu verstehen? Welchen Platz nimmt die Eucharistie in meinem Leben ein? Und inwiefern hilft uns das Hochfest des Allerheiligsten Sakraments, den Sinn der Eucharistie besser zu verstehen?

Die Eucharistie ist kein gewöhnliches Mahl. Sie ist ein Mahl zum Gedächtnis des Herrn. Es gibt zwei Arten, die Eucharistie zu verstehen und das Gedächtnis Jesu Christi zu feiern: Während die ersten drei Evangelisten (Matthäus, Markus und Lukas) von der Einsetzung der Eucharistie am Abend des Gründonnerstags berichten, berichtet Johannes von der Fußwaschung.

Die Aufforderung Jesu, die Eucharistie zu seinem Gedächtnis zu feiern, verwirklicht sich vor allem dort, wo Frauen und Männer an der Eucharistie teilnehmen, den Leib und das Blut Jesu empfangen und ein neues Leben führen.

Die Einladung Jesu verwirklicht sich auch dort, wo wir uns in den Dienst der anderen stellen – ein Dienst, der durch die Fußwaschung symbolisiert wird. Das ist Diakonie, das ist gelebte Nächstenliebe.

Liebe Schwestern und Brüder,

Trotz deiner Schwächen, Verletzungen und Zweifel vertraut Jesus dir. Er ruft dich dazu auf, Menschen in seinem Namen zu lieben und ihnen zu helfen – hier und jetzt.
Viele Menschen brauchen Unterstützung. Der jüdische Philosoph Emmanuel Levinas sagte einmal: „Die materiellen Bedürfnisse meines Nächsten sind für mich spirituelle Bedürfnisse.“

Das bedeutet: Wahre Spiritualität zeigt sich auch darin, dass wir uns um die konkreten Bedürfnisse anderer kümmern. Wenn wir Menschen helfen, zeigen wir, dass sie wichtiger sind als ihre Probleme oder ihr Mangel.

Am Hochfest des Leibes und Blutes Christi richten wir unseren Blick auf Maria, die Mutter Jesu. Durch ihr gläubiges Ja hat sie Christus in sich aufgenommen und ihn zu den Menschen gebracht. So zeigt sie uns, wie wir Christus in der Eucharistie empfangen und seine Liebe im Alltag weitergeben können.

Bitten wir Maria, unseren Glauben zu stärken, damit wir die Gegenwart Christi erkennen, ihm treu folgen und durch unser Leben Zeugnis seiner Liebe geben. So wird das Geheimnis des Leibes und Blutes Christi in unserem Glauben und Handeln sichtbar. Amen.

Pater Badi O.P.
Vorstandsvorsitzender
https://www.kongo-social-care.de/

SCHENK LIEBE … UND DEIN LEBEN HAT EINEN SINN!Geteilte Freude ist doppelte Freude. Deshalb versuche ich, jedes Wochenende...
31/05/2026

SCHENK LIEBE … UND DEIN LEBEN HAT EINEN SINN!

Geteilte Freude ist doppelte Freude. Deshalb versuche ich, jedes Wochenende auf Facebook von meinen Erlebnissen zu berichten.

In der letzten Woche des Marienmonats Mai durfte ich vieles erleben!
Am Dienstag, dem 26. Mai, durfte ich um 16:00 Uhr mit großer Freude die Heilige Messe in der St. Josef-Kapelle des Krankenhauses von St. Vith feiern. Das Gotteshaus wurde 1953 als Krankenhaus- und Klosterkapelle der Augustinerinnen eingeweiht. Das ehemalige St.-Josef-Krankenhaus wurde bereits 1882 vom Mutterhaus der Augustinerinnen im Kölner Severinskloster gegründet.

Anlässlich des Pfingstfestes hatten die Ordensfrauen die Kapelle mit Symbolen der sieben Gaben des Heiligen Geistes geschmückt. Anschließend fuhr ich zum ersten Mal nach Weppeler, um dort um 18.30 Uhr die Heilige Messe in der St. Johannes-Kapelle zu feiern.

Nur als Anekdote am Rande: Mein Navi hat mich einmal in die Irre geführt. Seitdem benutze ich das Navigationssystem meines Handys.
Für diese Kapelle gibt es keine Adresse mit Straßennamen. Angezeigt werden lediglich der Ortsname Weppeler und die Postleitzahl von Sankt Vith. Als ich in Weppeler ankam, parkte ich vor einem Haus, konnte die Kapelle jedoch nicht entdecken. Hinter dem Haus befand sich ein Wald.
Ein Auto fuhr vorbei. Ich winkte, das Paar hielt an, und ich fragte: „Könnten Sie mir bitte sagen, wo sich die Kapelle in diesem Ort befindet?“
„Pater, Sie sind nur wenige Meter von der Kapelle entfernt. Sie müssen lediglich hinter diesem Haus nach rechts abbiegen. Sie liegt auf einem Hügel und ist beinahe von der Natur verborgen.“
Ich folgte ihren Anweisungen und fand die Kapelle inmitten einer grünen Landschaft, was mir große Freude bereitete.
Einige Minuten später traf ein Paar mit einem kleinen Jungen ein. Sie hatten alles Notwendige für die Feier der Heiligen Messe mitgebracht – Hostien, Kelch und Wein – und nahmen nach der Messe alle liturgischen Gegenstände wieder mit. Sie sangen sehr schön. Christophe zögerte nicht, mich einzuladen, eines Tages seine Kühe zu besuchen.

Am Donnerstag, dem 28. Mai, durfte ich mit Freude die Heilige Messe um 18:30 Uhr in der St. Laurentius-Pfarrkirche in Mackenbach zelebrieren. Wie gewohnt traf ich bereits 30 bis 45 Minuten vor Beginn der Messe vor Ort ein.
Diesmal ereignete sich jedoch etwas Besonderes. Auf dem Weg dorthin fuhr ich wieder durch die schönen Wälder und die reizvolle Landschaft der Region. Kurz vor meinem Ziel stieß ich auf eine Vollsperrung der Straße wegen eines Wasserrohrbruchs. Die Arbeiter vor Ort winkten mir zu und machten deutlich, dass kein Fahrzeug mehr passieren könne. Sofort dachte ich mir: „Mein Gott, die Leute werden heute Abend die Heilige Messe verpassen.“
Auf einem benachbarten Grundstück bemerkte ich ein Ehepaar, das mich beobachtete. Da ich meine Dominikanertracht trug, erkannten sie wohl sofort, dass ich ein Ordenspriester war. Der Mann rief mir zu: „Pater, ich zeige Ihnen einen Weg, auf dem Sie die Umleitung umgehen können.“
Währenddessen fragte ich die Arbeiter, wie lange die Sperrung noch dauern würde.
„Mindestens zehn Minuten“, antwortete einer von ihnen.
Als er jedoch meine Sorge bemerkte, sagte er: „Warten Sie, Pater, in zwei Minuten können Sie durchfahren.“
Daraufhin begannen die Arbeiter, einen Teil der aufgerissenen Stelle wieder zu verfüllen. Und tatsächlich: Zwei Minuten später war die Fahrbahn wieder passierbar.
In der Zwischenzeit bedankte ich mich herzlich bei der Dame, deren Mann mir seine Hilfe angeboten hatte. Anschließend setzte ich meinen Weg fort und erreichte die Kirche rechtzeitig, sodass die Heilige Messe wie geplant beginnen konnte.

Am Samstag, dem 30. Mai, durfte ich mit großer Freude die Kirmesmesse in der St. Georg-Pfarrkirche in Schönberg feiern. Besonders gefreut hat mich, dass so viele Kinder und Jugendliche des Vereins JGV Schönberg daran teilgenommen haben. Einer von ihnen trug während der Messe die Lesung sowie die Fürbitten vor.

Da es ein Kirmesfest war, war die Messe zugleich besinnlich und fröhlich. Alle sangen mit großer Freude mit. Wie immer, wenn mir etwas besonders gefällt, sage ich: „Ich gebe Ihnen zehn Punkte.“ Sie können Sie sicher vorstellen, was dann folgte: lautes Gelächter.

Nach der Heiligen Messe wurde ich zum Kirmesfest eingeladen. Bei guten Gesprächen boten mir die Gemeindemitglieder ohne zu zögern etwas zu trinken an. Der Höhepunkt dieses Tages war die Aufstellung des Maibaums durch die Jugendlichen der JGV Schönberg auf dem König-Baudouin-Platz.

Ich lade Sie herzlich ein, auch mein Interview anzuhören, das ich im Rahmen der Sendung „Glaube–Kirche–Leben“ auf BRF 2 gegeben habe. Klicken Sie dazu bitte auf den folgenden Link: https://2.brf.be/sendungen/glaubeundkirche/1159727/
Da heute das Hochfest der Heiligsten Dreifaltigkeit ist, möchte ich auch die Predigt mit Ihnen teilen, die ich in der St. Georgs-Kirche in Schönberg gehalten habe.

PREDIGT

Liebe Schwestern und Brüder,

eines Nachts brach in einem Haus ein Feuer aus. Die Eltern rannten mit ihren Kindern in Panik ins Freie. Atemlos standen sie draußen und sahen zu, wie die Flammen immer höher schlugen. Plötzlich merkten sie, dass der Jüngste fehlte. Ein fünfjähriger Junge. Aus Angst vor Rauch und Hitze war er nicht nach draußen gelaufen, sondern die Treppe hinauf in den oberen Stock geflüchtet.
Niemand konnte mehr hinein, denn das Haus stand bereits in Flammen. Da öffnete sich plötzlich ein Fenster im Obergeschoss. Ein Kind rief verzweifelt um Hilfe. Der Vater erkannte die kleine Gestalt im Rauch und rief: „Spring! Ich bin hier!“
Doch der Junge sah nur Dunkelheit, Rauch und Feuer. Er rief zurück: „Vater, ich sehe dich nicht!“ Doch der Vater sagte: „Aber ich sehe dich. Und das genügt. Spring!“ Der Junge vertraute der Stimme seines Vaters, sprang und landete sicher in dessen Armen.

Liebe Schwestern und Brüder,

diese Geschichte erzählt uns etwas über unseren Glauben. Oft sehen auch wir Gott nicht. Manchmal erleben wir Dunkelheit, Angst oder Unsicherheit. Und doch dürfen wir darauf vertrauen: Gott sieht uns, wie wir sind. Er lässt uns nicht fallen.
Heute feiern wir das „Hochfest der Dreifaltigkeit“. Wir feiern keinen komplizierten theologischen Lehrsatz, sondern das Geheimnis eines Gottes, der Liebe ist.
An Weihnachten haben wir den Vater, gefeiert, der uns seinen Sohn gesandt hat. An Ostern haben wir den Sohn, gefeiert, der den Tod besiegt hat. An Pfingsten haben wir den Heiligen Geist gefeiert, der uns auf unserem Weg stärkt und begleitet.

Und heute feiern wir: Gott ist Vater, Sohn und Heiliger Geist – ein Gott in drei Personen, vereint in vollkommener Liebe.

Das Wort „Dreifaltigkeit” kommt zwar nicht ausdrücklich in der Bibel vor. Aber das, was damit gemeint ist, begegnet uns überall im Neuen Testament. Jesus sagt im Matthäusevangelium selbst: „Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ (Mt 28,20).

Gott zeigt sich uns auf verschiedene Weise: als Vater, der uns das Leben schenkt und trägt; als Sohn, der unser Menschsein teilt und Gottes Liebe sichtbar macht; und als Heiliger Geist, der uns Kraft, Trost und Hoffnung schenkt.
Das kennen wir auch aus unserem eigenen Leben. Manchmal brauchen wir jemanden, der uns schützt und trägt, wie ein Vater oder eine Mutter. Manchmal brauchen wir jemanden, der uns versteht und unseren Weg mitgeht, wie ein Freund oder ein Bruder. Und manchmal brauchen wir neuen Mut und innere Kraft, etwas, das uns aufrichtet. Genau so begegnet uns Gott.

In der Bibel wird Gott nicht zuerst als strenger Richter beschrieben, sondern als barmherziger und liebender Gott (vgl. Ex 34,6). Gott ist Beziehung. Gott ist Liebe.
Diese Liebe können wir in unserem Leben erfahren, oft gerade in schwierigen Zeiten. „Da stand mir Gott zur Seite.“ „Da durfte ich mich angenommen fühlen.“ „Da wurde ich getragen.“ „Da wurde ich gehalten und nicht fallengelassen.“
So wie der Junge im Feuerhaus den Armen seines Vaters vertraute, dürfen auch wir darauf vertrauen, dass Gott uns auffängt. Wir fallen in Gottes Hände. Ein Gott, der auch bei Versagen und Enttäuschungen zu uns steht. Er bewertet uns nicht nach Leistung, sondern schaut auf unsere Liebe.

Der dreifaltige Gott ist Liebe. „Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat“ (Joh 3,16). Im Johannesevangelium wird gezeigt, wie diese göttliche Liebe in der Geschichte sichtbar wird.
Der Vater sendet den Sohn und der Heilige Geist macht diese Liebe im Menschen wirksam. Das Kreuz Christi steht somit nicht vor allem für Gericht oder Macht, sondern für den radikalsten Ausdruck göttlicher Liebe.

Liebe ist das Wichtigste im Leben. Und diese Liebe sollen wir weitergeben. Denn ein Mensch lebt nicht von Besitz allein. Geld und Dinge können vieles erleichtern, aber sie können die Liebe nicht ersetzen. Liebe schenkt Geborgenheit, Hoffnung und Sinn. Liebe ist etwas Innerliches.

Darum sind wir eingeladen, Liebe weiterzugeben – durch ein offenes Ohr, ein gutes Wort, Vergebung, gemeinsame Zeit und gegenseitige Hilfe. Wo Menschen einander in Liebe begegnen, wird Gottes Gegenwart sichtbar.

Die Liebe, die Gott uns schenkt, sollen wir an unsere Mitmenschen weitergeben. Wir schenken Liebe, wenn wir aufeinander zugehen und unser Leben, unsere Freuden und unsere Sorgen miteinander teilen. Schenk Liebe … und dein Leben hat einen Sinn! Amen.

Pater Badi O.P.
Vorstandsvorsitzender
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„MANCHMAL VERLIERT MAN JEMANDEN AUS DEN AUGEN,ABER NIE AUS DEM HERZEN“Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Vereinsmitgli...
27/05/2026

„MANCHMAL VERLIERT MAN JEMANDEN AUS DEN AUGEN,
ABER NIE AUS DEM HERZEN“

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Vereinsmitglieder, liebe Fördererinnen und Förderer,

„Manchmal verliert man jemanden aus den Augen, aber nie aus dem Herzen.“ Dieser Satz begleitet mich in diesen Tagen besonders. Seit mehr als fünf Jahren lebe ich in Lüttich, seit einigen Wochen in Rocherath, einem kleinen Dorf in der deutschsprachigen Region Ostbelgiens auf 650 Metern Höhe, nur wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Auch wenn mich mein Weg nach Rocherath geführt hat, bleibt mein Herz untrennbar mit meiner Heimat im Kongo verbunden.

Am 17. Mai 2026 rief die Weltgesundheitsorganisation den Gesundheitsnotstand aus. Bis zu diesem Tag wurden 88 bestätigte Fälle und 131 Todesfälle gemeldet. Viele von Ihnen haben die erschütternden Nachrichten verfolgt und mich kontaktiert, um zu fragen, was wir tun können. Diese Achtsamkeit berührt mich tief. Ich bemerke auch, dass Ihre Herzen mit dem Kongo verbunden bleiben. Die Ebola-Epidemie ist zum ersten Mal seit 2022 wieder ausgebrochen – und sie trifft eine ohnehin geschwächte Bevölkerung, die unter Armut, politischer Instabilität und fehlender Infrastruktur leidet.

Am Donnerstagabend, dem 20. Mai 2026, konnte ich erneut mit unserem Arzt in Durba sprechen, um mir ein genaues Bild der Lage zu machen. Er tut im Moment alles, was in seiner Macht steht. In der Klinik hat er bereits eine Sensibilisierungskampagne gestartet, um die Bevölkerung aufzuklären und vorzubereiten. Gleichzeitig bittet er uns dringend, auf dem Klinikgelände einen Platz freizuhalten, um im Notfall ein provisorisches Isolationszelt aus Planen errichten zu können.

Auch die Apotheke muss schnell mit wichtigen Medikamenten aufgefüllt werden. Hinzu kommt, dass Schutzkleidung, Stiefel und Handwaschmittel im Moment kaum noch vorhanden sind. Für medizinische Notfälle benötigt unser Arzt außerdem ein Laparotomie-Set. Die Lieferung solcher Ausrüstung ist oft schwierig, da die Entzollung immer wieder zu Verzögerungen und zusätzlichen Kosten führt.
Zwischen Uganda und Durba gibt es einen regen Personenverkehr. Das Risiko einer Einschleppung ist real. Noch gibt es keinen bestätigten Fall in Durba, aber die Inkubationszeit von zwei bis 21 Tagen zwingt uns zu größter Wachsamkeit. Wir befinden uns in einer Phase des Wartens – und des Hoffens.

Unser Arzt Dr. Destin Mushagalusa aus Goma bittet uns eindringlich um finanzielle Unterstützung, damit wir vorbereitet sind, bevor es zu spät ist. Am 31. Mai um 14 Uhr organisiert er ein Treffen mit der Bevölkerung und einigen Behördenvertretern in der Klinik, um gemeinsam Maßnahmen zu besprechen und die Herausforderung gemeinsam zu bewältigen.

Ich selbst durfte ein Interview beim Belgischen Rundfunk (BRF 2) geben. Es wird am Sonntag, dem 31. Mai, in der Sendung „Glaube, Kirche, Leben” ausgestrahlt. Im August folgt ein weiteres Gespräch über unseren Verein Kongo Social-Care e.V.
Ich bitte Sie von Herzen: Helfen Sie uns, die Menschen in meiner Heimat zu schützen. Jede Unterstützung – groß oder klein – macht einen Unterschied.

Ich wünsche Ihnen frohe und gesegnete Pfingsten. Möge der Heilige Geist Sie stärken, trösten und heilen.

Alles Gute und Gottes Segen

Pater Badi O.P.
Vorstandsvorsitzender
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HERR THEODOR BRINKMANN (+71 J.), INHABER DER TOP10-SERVICE-WEBAGENTUR, IST VERSTORBEN!Sehr geehrte Damen und Herren, lie...
24/05/2026

HERR THEODOR BRINKMANN (+71 J.),
INHABER DER TOP10-SERVICE-WEBAGENTUR, IST VERSTORBEN!

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Vereinsmitglieder, liebe Fördererinnen und Förderer,

am Pfingstsonntag erreiche ich Sie mit einer Nachricht, die mich selbst tief bewegt. Am Dienstag, dem 14. April 2026, ist unser Webmaster und langjähriger Begleiter, Herr Theodor Brinkmann, im Alter von 71 Jahren verstorben. Er war Inhaber der Top10-Service-Webagentur in Langenmosen. Sein Mitarbeiter und Freund, Herr Hans Christian Breuer, hat mich persönlich darüber informiert.

Herr Brinkmann war seit 2014 an unserer Seite. Mit großem Herzen und beeindruckender Großzügigkeit hat er die Pflege und Wartung unserer Vereinswebsite übernommen – vollkommen unentgeltlich. Er stellte unsere Texte mit Sorgfalt ein, kümmerte sich um technische Fragen und war stets bereit, uns zu unterstützen. Im Jahr 2024 hat er uns sogar ein besonderes Angebot gemacht, das die technische Aktualisierung und die Verwaltung unserer Domain einschloss. Am 23. Februar 2024 haben wir gemeinsam den Vertragspartnerwechsel vollzogen; seither wurde die Domain über ALL‑INKL.de verwaltet.

Herr Brinkmann erlitt am Samstag, dem 11. April, einen Schlaganfall und wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Leider verstarb er drei Tage später an den Folgen seiner Erkrankung. Gott hatte einen anderen Plan für ihn.

Auch wenn wir uns nie persönlich begegnet sind, war er für mich ein Mensch mit einem warmen, offenen Herzen. Unsere Telefonate waren immer erfüllt von Freundlichkeit und Humor. Wir haben so oft und so herzlich gelacht, dass mir manchmal die Tränen kamen. Diese Erinnerungen bleiben für mich ein Geschenk.
Sein Tod trifft mich – und sicher auch viele von Ihnen – sehr. Wir verlieren einen Menschen, der uns über viele Jahre treu begleitet hat.

In diesen Tagen durfte ich mit Frau Ilona Brinkmann sprechen. Ich habe ihr meine aufrichtige Anteilnahme ausgesprochen und sie angerufen. Ihre Worte haben mich tief berührt. Sie schrieb mir:

„Vielen lieben Dank für Ihre lieben Worte, die genau das Wesen meines Mannes getroffen haben. Im Moment trösten mich keine noch so lieben Worte. Ich vermisse ihn so sehr. Wir waren 56 Jahre verheiratet. Er war die Liebe meines Lebens.“

Herr Theodor Brinkmann war ein Mensch, der sich selbst vergaß, um für andere da zu sein. Sein Herz schlug für Afrika. Zehn Jahre lang haben er und seine Frau Ilona auf Mauritius für die Entwicklungshilfe gearbeitet – auf jener Insel im Südwesten des Indischen Ozeans, rund 870 Kilometer östlich von Madagaskar. Für beide war Mauritius eine zweite Heimat.

Die Menschen, die ihm begegneten, spürten sofort seine Fröhlichkeit, seine Güte und seine stille Entschlossenheit, Menschen in Not beizustehen. Ich habe sein großes Herz für Afrika sehr gut verstanden – es war ein Herz, das weit geöffnet war für die Welt.

In diesen Tagen des Abschieds dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott ihn liebevoll empfängt.

Mögen die Engel Theodor Brinkmann in das Paradies geleiten. Mögen die heiligen Märtyrer ihn aufnehmen und in die Heilige Stadt Jerusalem führen. Mögen ihn die Chöre der Engel umarmen – gemeinsam mit all jenen, die er auf Erden geliebt hat.
Wir bleiben mit ihm und mit allen Verstorbenen verbunden – im Glauben, im Herzen und im Gebet.

An diesem Pfingstsonntag bitte ich Gott, Frau Ilona Brinkmann Trost und Kraft zu schenken. Möge der Heilige Geist auch uns alle stärken: die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Mitglieder, Freunde und Förderer unseres Vereins „Kongo Social-Care e. V.“.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien frohe und gesegnete Pfingsten.

Pater Badi O.P.
Vorstandsvorsitzender
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DAS UNAUFHÖRLICHE WIRKEN DES HEILIGEN GEISTESJedes Mal, wenn ich in Rocherath-Klinkelt ins Auto steige und losfahre – se...
23/05/2026

DAS UNAUFHÖRLICHE WIRKEN DES HEILIGEN GEISTES

Jedes Mal, wenn ich in Rocherath-Klinkelt ins Auto steige und losfahre – sei es nach St. Vith, Mackenbach, Emmels oder zu einer der vielen kleinen Kapellen im deutschsprachigen Raum –, spüre ich unterwegs etwas Einfaches und zugleich Tiefes. Je weiter die Straße vor mir liegt, desto klarer wird mir meine Berufung.

Diese 25 oder 30 Minuten im Auto sind für mich wie ein kleines persönliches Pfingsten. Ein Moment, in dem ich merke: Ja, genau dafür bin ich gesandt.

Es ist derselbe Heilige Geist, den wir an Pfingsten feiern und der unseren Vater Dominikus im Jahr 1215 dazu bewegt hat, den Predigerorden zu gründen. Ein Geist, der Menschen aufbricht, der Herzen entzündet, der Wege öffnet – manchmal sogar auf ganz gewöhnlichen Landstraßen.

In diesem Jahr fällt Pfingsten auf den 24. Mai. Ein Datum, das für uns Dominikaner noch eine zweite Bedeutung hat: An diesem Tag wurden die Reliquien des heiligen Dominikus übertragen.

Dominikus hatte zu Lebzeiten den schlichten Wunsch geäußert, „zu Füßen seiner Brüder” in der Kirche St. Nikolaus in Bologna beigesetzt zu werden. Als er am 6. August 1221 starb, bestatteten ihn die Brüder in einem einfachen Grab. Doch bald erzählten Menschen, dass viele Kranken an seinem Grab Heilung und Gesundheit durch seine Fürsprache erfahren haben.

Jordán von Sachsen, sein Nachfolger, spürte, dass dieser Mann an einen Ort gehört, der seiner Heiligkeit entspricht. Unter Papst Gregor IX. wurde in einer offiziellen kirchlichen Feier die Übertragung vorgenommen.

Als das Grab geöffnet wurde, erfüllte, so berichtet die Tradition, ein wunderbarer Duft die Kirche. Ein Zeichen des Himmels, sagen manche. Vielleicht war es aber auch einfach ein Zeichen dafür, dass Heiligkeit immer auch Schönheit ausstrahlt.
Am 3. Juli 1234 sprach Papst Gregor IX. Dominikus heilig. Und bis heute begleitet uns sein Geist – derselbe Geist, der uns aufbrechen lässt, der uns auf die Straßen schickt, der uns zu den Menschen führt.

Am Donnerstag, dem 21. Mai 2026, durfte ich um 18:30 Uhr die Messe in Wallerode feiern. Zwei Tage später, am Samstag, dem 23. Mai, führte mich mein Weg nach Recht, wo ich die Pfingstmesse in der Adelgundis-Pfarrkirche zelebrieren durfte.
Es waren zwei Feiern, die mir das Herz weit gemacht haben. In Recht habe ich es mir nicht nehmen lassen, den Gläubigen und unserem Organisten zu gratulieren. Ich sagte Ihnen – und das meine ich auch so –, dass sie gesungen hätten wie im Himmel. Und weil Freude manchmal Punkte braucht, habe ich ihnen zehn Punkte gegeben.

Du kannst Dir vorstellen, was dann geschah: Gelächter in der ganzen Kirche. Ein kleines Pfingstwunder der Leichtigkeit. Solche Momente erinnern uns daran, dass der Heilige Geist nicht nur in großen Worten, sondern auch in einem Lächeln, einem Lied oder einem unerwarteten Lachen mitten in der Messe wirkt.

Ich gebe Ihnen nun Zeit, meine Predigt in Ruhe zu lesen und darüber nachzudenken. Vielleicht hilft sie uns allen, unser Gebetsleben unter dem sanften, manchmal überraschenden Einfluss des Heiligen Geistes, den wir an Pfingsten feiern, neu zu beleben.

Liebe Schwestern und Brüder,

am 20. April 2026 kamen rund fünfzig Dominikaner unserer Provinz „Sankt Thomas von Aquin” aus Belgien und den Niederlanden in Brüssel zu einer Tagung zusammen. Der Referent war kein Unbekannter: Es war Pater Paul Murray OP, ein Dominikaner aus Irland und emeritierter Professor an der Päpstlichen Universität Angelicum in Rom. Er sprach klar und ruhig auf Englisch.

Und doch geschah etwas Erstaunliches: Obwohl er nur Englisch sprach, hörte jeder von uns den Vortrag in seiner eigenen Sprache. Dominikaner aus Belgien, den Niederlanden, der Demokratischen Republik Kongo, Ruanda, Vietnam und vielen anderen Ländern verstanden jedes Wort, als wäre es direkt an sie gerichtet.
Wie war das möglich? Ganz einfach: Jeder von uns hatte einen kleinen Knopf im Ohr. Eine Simultanübersetzungsanlage sorgte dafür, dass wir den Vortrag in unserer jeweiligen Muttersprache hörten, während Pater Murray vorne ganz normal Englisch sprach.

Warum beginne ich mit diesem technischen Bild?

Natürlich, in der Apostelgeschichte lesen wir: „Sie waren fassungslos vor Staunen und sagten: Seht! Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden? Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache verstehen?“ (vgl. Apg 2,7-8).

Früher gab es weder Kopfhörer noch Simultanübersetzung. Und doch geschah etwas Erstaunliches: Menschen aus Europa, Asien und Afrika, aus ganz unterschiedlichen Kulturen, verstanden dieselbe Botschaft. Jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache – mitten in Jerusalem.

Wer hat das möglich gemacht? Nicht ein Dolmetscher, sondern der Heilige Geist. Er überbrückt Grenzen, die wir Menschen niemals überwinden könnten.
Er findet Worte, die das Herz erreichen – selbst dann, wenn wir sie kaum selbst sprechen können.

Der Heilige Geist ist die Kraft Gottes, die Grenzen überwindet. Vor ihm zählt nicht, woher jemand kommt – ob aus Ägypten, Griechenland oder Israel. Und heute zählt es genauso wenig, ob jemand aus Belgien, den Niederlanden oder dem Kongo stammt. Wo der Heilige Geist wirkt, verlieren Herkunft, Sprache und Unterschiede ihre trennende Macht. Dann zählt nur noch der Sendungsauftrag, die Frohe Botschaft bekannt zu machen. Wir gehören zusammen, wir sind Schwestern und Brüder, getragen von derselben Liebe Gottes.

Liebe Schwestern und Brüder, was feiern wir eigentlich an Pfingsten? Weihnachten und Ostern können viele Menschen unserer Zeit noch einordnen, denn sie haben vertraute Bilder, Geschichten und Bräuche damit verbunden. Doch beim Pfingstfest wird es für viele schon schwieriger. Was bedeutet eigentlich dieses Fest?

Pfingsten erinnert uns daran, dass Gott seinen Heiligen Geist schenkt – damals den Aposteln und bis heute allen Gläubigen. Wir feiern, dass dieser Geist Gottes bei uns bleibt, uns stärkt, tröstet und führt. Er wirkt in der Kirche, aber genauso in unserem Alltag: in Entscheidung, in Begegnungen, im Miteinander und im Gebet.

Pfingsten erinnert uns daran: Gott bleibt uns nicht fern. Er wohnt in uns, begleitet uns und schenkt uns Kraft. Und zugleich gibt er uns eine Aufgabe: die Frohe Botschaft so weiterzugeben, dass Menschen sie in ihrer eigenen Sprache und mitten in ihrem Leben verstehen können.

In der Apostelgeschichte wird vom ersten Pfingstfest berichtet (Apg 2,1-11). Es fand während des jüdischen Wochenfestes Schawuot statt – das Fest der Dankbarkeit für die Ernte und der Erinnerung an den Bund Gottes mit seinem Volk gewidmet ist. An diesem Tag gedenken die Juden auch der Übergabe der Zehn Gebote am Sinai.

Für uns Christen ist Pfingsten der fünfzigste Tag nach Ostern und doch etwas ganz Neues. Es ist wie ein neuer Sinai: So wie Gott seinem Volk damals die Gebote schenkte, so schenkt er heute seinem neuen Volk den Heiligen Geist. Nicht als Last, sondern als Kraft, die aufrichtet, verbindet und Mut macht.

Pfingsten ist deshalb nicht nur ein Fest der Entstehung der Kirche, sondern ein Fest für unser Leben. Gott gibt uns seinen Geist, damit wir glauben können, wenn wir zweifeln; hoffen, wenn wir müde werden; und lieben, wenn es uns schwerfällt.

Liebe Schwestern und Brüder, wer ist eigentlich der Heilige Geist? Er ist das große Geschenk Gottes: seine Nähe, seine Kraft, sein Atem. Auf ihn setzen wir unsere Hoffnung. Dieser Geist, der schon am Anfang über den Wassern schwebte (vgl. Gen 1,2) und das Angesicht der Erde erneuert hat (vgl. Ps 104 (103),30), wirkt auch heute – leise, kraftvoll und oft überraschend.

Der Heilige Geist hat die Propheten ermutigt, gegen Unrecht und Machtmissbrauch aufzustehen. Er hat Jesus geführt. Er hat den heiligen Dominikus inspiriert, unseren Predigerorden – die Dominikaner – zu gründen. Und derselbe Geist wirkt auch in uns – in unseren Fragen, in unseren Entscheidungen und in unserem Ringen um das Gute.

Seit dem Tod und der Auferstehung Jesu hat das Wirken des Geistes nicht aufgehört. Gerade bei den großen Fragen unserer Zeit – der Zukunft der Kirche, den Ämtern, der Rolle der Laien und der Frauen – hat der Geist uns noch viel zu zeigen. Jesus selbst sagt: „Der Geist wird euch in die ganze Wahrheit führen” (vgl. Joh 16,13).

Darum bitten wir heute um seine Gaben: dass wir Menschen bleiben, die miteinander unterwegs sind; dass wir das Evangelium glaubwürdig leben; und dass wir uns vom Geist Gottes leiten lassen. Amen.

Pater Badi O.P.
Vorstandsvorsitzender
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