Kongo Social-Care

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https://www.kongo-social-care.de/ Am 5. Im Juli 2014 hat das Kongo-Projekt sein 10-jähriges Bestehen gefeiert. V.

Juli 2004 wurde das Gesundheitsprojekt in Djabir (Faradje) im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo ins Leben gerufen. Zwischenzeitlich konnten wir zwei kleinen Filialen Lenvo (2008) und Ingo Dammer (2011) und mithilfe Ihrer großzügigen Spende im Mai 2014 die Herbert-Brauhardt-Klinik in Durba eröffnen. Wir unterstützen dauerhaft die bedürftige Landbevölkerung in der Region „Hilfe zur Selbsth

ilfe“, um ihre Lebensbedingungen dauerhaft zu verbessern. Mit der Eintragung des neuen Vereins Kongo Social-Care e. im Vereinsregister Mönchengladbach am 30. September 2014 wollen wir die bestehende Kongo-Aktion weiter ausbauen und neue Sozialprojekte einleiten.

🙏 GOTTES BARMHERZIGKEIT IST GRÖSSER ALS UNSERE SCHULDLiebe Schwestern und Brüder,nach meinem Urlaub freue ich mich sehr,...
06/09/2026

🙏 GOTTES BARMHERZIGKEIT IST GRÖSSER ALS UNSERE SCHULD

Liebe Schwestern und Brüder,

nach meinem Urlaub freue ich mich sehr, wieder mit euch unterwegs zu sein und auf der Facebook-Seite von „Kongo Social Care“ Neuigkeiten, Gedanken und Predigten mit euch zu teilen.

Der September ist für uns ein besonderer Neubeginn, denn wir starten in das Pastoraljahr 2026/27.

Ein neues Jahr liegt vor uns mit neuen Begegnungen und Aufgaben. Gleichzeitig sind wir eingeladen, unseren Glauben immer wieder neu zu entdecken und miteinander zu leben.

In der ersten Septemberwoche durfte ich bereits viele schöne Begegnungen erleben. Rund um die Heiligen Messen um 18:30 Uhr bzw. 19:00 Uhr hatte ich die Gelegenheit, mich mit den verschiedenen Kontaktgruppen des Pfarrverbandes Bütgenbach im Dekanat Eifel zu treffen.

Diese Kontaktgruppen bestehen aus engagierten Ehrenamtlichen in den einzelnen Pfarreien. Sie tragen Verantwortung für das kirchliche Leben vor Ort und setzen sich gemeinsam mit den Hauptamtlichen dafür ein, dass der christliche Glaube in unseren Gemeinden lebendig bleibt.

Bisher durfte ich die Kontaktgruppen in Elsenborn, Nidrum und Weywertz kennenlernen. Ich bin dankbar für diese Begegnungen, für die offenen Gespräche und vor allem für die Menschen, die ihre Zeit und Kraft in den Dienst der Gemeinschaft stellen.

Ein besonders schöner Moment war am Samstag, dem 5. September, als ich gemeinsam mit den Kindern, die sich auf ihre Firmung vorbereiten, mehrere Stunden rund um den Bütgenbacher See wandern durfte. Solche gemeinsamen Wege sind für mich immer auch ein Bild unseres Glaubens: Wir gehen nicht allein. Wir begleiten einander, wir hören einander zu und wir ermutigen uns gegenseitig.
Um 18:00 Uhr durfte ich schließlich mit großer Freude die Heilige Messe in der Kapelle St. Antonius von Padua in Neidingen feiern.

Die Botschaft des 23. Sonntags stellt uns eine wichtige und zugleich sehr menschliche Frage: Wie gehen wir miteinander um, wenn jemand einen falschen Weg einschlägt?

Wenn euch diese Gedanken oder die Predigt berühren, teilt sie gerne mit anderen, abonniert meinen Kanal und hinterlasst ein „Gefällt mir“. So können wir gemeinsam die frohe Botschaft weitertragen. 🙏

Ihr könnt uns auch über unsere Website www.kongo-social-care.de folgen.

Euer
Pater Badi O.P. 🙏

PREDIGT:

Liebe Schwestern und Brüder,

seit 32 Jahren bin ich Priester. Wenn ich auf diese lange Zeit zurückblicke, gibt es einen Ort, an dem ich Gottes Gnade immer wieder auf besondere Weise erfahren habe: den Beichtstuhl.

Der Beichtstuhl ist für mich ein heiliger Ort. Dort begegnen mir Menschen mit ihrer Schuld, ihren Verletzungen, ihren Ängsten und ihrer Sehnsucht nach einem neuen Anfang. Manchmal kommen die Worte nur schwer über die Lippen.

Gerade dort habe ich immer wieder erfahren: Gott verurteilt den Menschen nicht. Er wartet auf ihn. Seine Barmherzigkeit ist größer als unsere Schuld, und seine Liebe eröffnet immer wieder einen neuen Weg.

Der Beichtstuhl ist für mich deshalb ein Ort der Demut. Der Mensch wagt es, ehrlich gegenüber Gott und sich selbst zu sein. Und auch ich als Priester werde dort immer wieder daran erinnert. Ich bin nicht Richter, sondern Diener der Barmherzigkeit Gottes.

Immer wieder darf ich miterleben, wie Menschen erleichtert, aufgerichtet und mit neuer Hoffnung den Beichtstuhl verlassen. In solchen Augenblicken spüre ich: Hier wirkt Gottes Gnade. Hier bekommt ein Mensch die Möglichkeit, neu anzufangen.
Der Beichtstuhl ist ein Ort der Vergebung – der Vergebung durch Gott und der Versöhnung untereinander. Es ist ein Ort, an dem die Schuld nicht das letzte Wort behält. Das letzte Wort hat die Barmherzigkeit.

Und genau darum geht es auch in der heutigen Lesung und im Evangelium. Die Botschaft ist anspruchsvoll. Es geht um unsere Glaubwürdigkeit als Gemeinde. Es geht um die Frage:
Wie sollten wir als Christen mit Menschen umgehen, die in Sünde gefallen sind? Wie gehen wir mit einem Bruder um, von dem wir wissen, dass er einen falschen Weg eingeschlagen hat?

Gott sagt durch den Propheten Ezechiel: „Du bist verantwortlich. Ich habe dich zum Wächter über deinen Bruder oder deine Schwester bestellt“ (vgl. Ez 33,7).
Das bedeutet, dass wir nicht einfach wegschauen dürfen. Christliche Liebe bedeutet nicht, dass uns alles gleichgültig ist. Wenn wir sehen, dass ein Mensch auf einen falschen Weg gerät, dann sollen wir ihn nicht einfach seinem Schicksal überlassen.

Es kommt jedoch darauf an, wie wir auf ihn zugehen.

Jesus gibt uns im heutigen Evangelium einen Hinweis. Er sagt: „Wenn dein Bruder gegen dich sündigt, dann geh zu ihm und stelle ihn unter vier Augen zur Rede” (vgl. Mt 18,15). Nicht zuerst zu den anderen. Nicht hinter seinem Rücken. Nicht durch Gerüchte. Sondern persönlich.

Das ist eine wichtige Botschaft für unser Zusammenleben.
Jesus zeigt uns einen anderen Weg: Geh hin! Sprich mit dem Menschen selbst! Rede mit ihm, nicht über ihn.

Wenn das Gespräch allein nicht hilft, dann hole dir Unterstützung von einer anderen Person. Wenn auch das nichts bringt, soll die Gemeinde bzw. die Verantwortlichen helfen.

Aber auch hier müssen wir genau hinhören, was Jesus sagt. Es geht niemals darum, den anderen fertigzumachen. Es geht nicht darum, ihm eins auszuwischen. Es geht nicht darum, sagen zu können: „Ich habe es dir doch gesagt!”
Jesus sagt: „Wenn er auf dich hört, hast du deinen Bruder oder deine Schwester zurückgewonnen“ (vgl. Mt 18,15). Das ist der entscheidende Satz. Nicht: „Du hast gewonnen.“ Sondern: „Du hast deinen Bruder oder deine Schwester zurückgewonnen.“

Es geht also nicht darum, Recht zu haben, sondern darum, zurückzugewinnen. Es geht nicht um Verurteilung, sondern um Rettung. Es geht nicht darum, mit dem Finger auf andere zu zeigen, sondern sie mit Liebe auf den richtigen Weg zurückzuführen.

Und manchmal können wir überhaupt nichts mehr sagen. Es gibt Situationen im Leben, in denen jedes Gespräch, jede Ermahnung und jede Form der menschlichen Hilfe an ihre Grenzen stoßen.

Was können wir dann noch tun? Beten. Durch das Gebet selbst wird Gott unsere Herzen wandeln, sodass wir fähig sind, zu vergeben. Wenn wir einen Menschen nicht mehr erreichen können, können wir ihn immer noch Gott anvertrauen.
Dann können wir sagen: „Herr, ich kann diesen Menschen nicht verändern. Ich kann sein Herz nicht erreichen. Aber du kannst es. Deshalb lege ich ihn in deine Hände.“ Denn am Ende geht es nicht darum, wer Recht behält.

Es geht darum, dass in unserer Gemeinde das sichtbar wird, was wir selbst im Beichtstuhl immer wieder erfahren dürfen. Gottes Barmherzigkeit ist größer als unsere Schuld. Denn bei Gott ist Schuld niemals das letzte Wort. Das letzte Wort haben die Liebe und die Barmherzigkeit. Amen.

Pater Badi O.P.

WAS IST DER SCHATZ MEINES LEBENS?Kurz vor Beginn meiner Sommerferien war das Wochenende vom 25. und 26. Juli 2026 für mi...
26/07/2026

WAS IST DER SCHATZ MEINES LEBENS?

Kurz vor Beginn meiner Sommerferien war das Wochenende vom 25. und 26. Juli 2026 für mich besonders reich an schönen Begegnungen und bewegenden Momenten.

Am Samstag durfte ich die heilige Messe in der Kapelle St. Antonius des Einsiedlers in Crombach feiern, am Sonntag die Eucharistie in der Pfarrkirche St. Michael in Nieder-Emmels. In beiden Gottesdiensten teilte ich der Gemeinde mit, dass ich im August für einige Wochen in meine Heimat zurückkehren werde.
Die vielen herzlichen Wünsche und Zeichen der Verbundenheit haben mich tief berührt. In Crombach verabschiedeten sich zahlreiche Gläubige persönlich von mir. Sogar die Ministrantinnen und Ministranten wollten mir noch unbedingt „Auf Wiedersehen“ sagen, bevor sie nach Hause gingen. In Nieder-Emmels hörte ich mehrmals den Satz: „Kommen Sie gesund zu uns zurück – wir brauchen Sie noch, Pater Badi!“ Solche Worte gehen direkt ins Herz und schenken mir neue Kraft und Freude für meinen priesterlichen Dienst.

Nach der Sonntagsmesse besuchte ich Pastor Hermann Pint im Alten- und Pflegeheim „Château Sous-Bois“ in Spa-Nivezé. Es war eine große Freude, ihn wiederzusehen. Gemeinsam verbrachten wir eine schöne Zeit, aßen zusammen und beteten miteinander. Mit seinem feinen Humor brachte er mich anschließend mit einem französischen Wortspiel zum Lachen: « Un ver vert va vers un verre vert. » Es war ein kostbarer Moment voller Brüderlichkeit, Herzlichkeit und Freude.

Von Herzen danke ich Gott für all diese Begegnungen und jedem Einzelnen von euch für eure Gebete, eure Ermutigung und eure Zuneigung. Möge der Herr euch segnen, euch in seinem Frieden bewahren und euch einen schönen und erholsamen Sommer schenken.

Ich freue mich schon jetzt darauf, euch nach den Ferien gesund und voller Freude wiederzusehen!

Im Anschluss findet ihr meine Predigt zum Thema:

„Was ist der Schatz meines Lebens?“

Wenn euch die Predigt anspricht, freue ich mich, wenn ihr sie mit anderen teilt, meinen Kanal abonniert, ein „Gefällt mir“ hinterlasst und unserer Website www.kongo-social-care.de folgt.

Herzlichen Dank für eure wertvolle Unterstützung!

Euer
Pater Badi

PREDIKT

Liebe Schwestern und Brüder,

während der Kolonialzeit im Belgisch-Kongo genossen Lehrer, medizinisches Personal sowie Priester und Katecheten großes Ansehen.

Mein Vater, Pascal Badi, war Lehrer. Wir waren elf Kinder, von denen drei bereits im Kindesalter starben. Ich bin das fünfte Kind. Viele sagten damals zu mir: „Auch du wirst Lehrer werden wie dein Vater.“ Das schien selbstverständlich.

Doch Gott hatte einen anderen Weg für mich.
Als Jugendlicher nahm ich an der Priesterweihe des späteren Bischofs Julien Andavo teil. Besonders bewegte mich der Moment, als er sich während der Weihe ausgestreckt auf den Boden legte – als Zeichen der Demut und der völligen Hingabe an Gott. Dieses Bild hat sich tief in mein Herz eingeprägt. Damals sagte ich mir: „Auch ich möchte eines Tages dem Ruf Gottes folgen und mich so vor ihm niederwerfen.“ Erst später erkannte ich: Gott sprach schon damals zu meinem Herzen.

Das heutige Evangelium hilft mir, diesen Weg besser zu verstehen. Jesus erzählt das Gleichnis vom verborgenen Schatz im Acker und von der kostbaren Perle (Mt 13,44–46). Wer ihren unermesslichen Wert erkennt, verkauft voller Freude alles, um sie zu gewinnen. So habe auch ich in der Berufung Gottes den größten Schatz meines Lebens entdeckt.

Jesus stellt uns damit eine einfache und zugleich anspruchsvolle Frage: Was ist der Schatz meines Lebens? Was ist die kostbare Perle, für die ich bereit wäre, alles zu geben?

Für mich hat sich dieser Schatz nach und nach in der Berufung zum Priestertum offenbart. Es war nicht einfach ein eigener Lebensplan, sondern eine Begegnung mit Christus, der mich eingeladen hat, ihm mein ganzes Leben zu schenken.
Und ihr, liebe Schwestern und Brüder, welchen Schatz hat Gott in eure Herzen gelegt?

Für manche ist es der Beruf, für andere Erfolg, Geld oder Anerkennung. All das ist an sich nichts Schlechtes. Aber keines dieser Dinge kann unser Herz endgültig erfüllen. Arbeit kann verloren gehen, Geld kann verschwinden, Gesundheit kann plötzlich zerbrechen, und auch von geliebten Menschen müssen wir eines Tages Abschied nehmen. Wenn unser ganzes Glück allein davon abhängt, bleibt unser Herz irgendwann leer.

Jesus lädt uns deshalb ein, nach einem Schatz zu suchen, den uns niemand nehmen kann. Dieser Schatz ist die Gemeinschaft mit Gott.
Das mag zunächst sehr fromm klingen. Doch wir kennen Menschen, die uns zeigen, was das bedeutet: vielleicht eine gläubige Großmutter, ein Priester oder eine Nachbarin.

Trotz Krankheit, Sorgen oder Abschied strahlen sie eine tiefe Ruhe, Hoffnung und Gelassenheit aus. Nicht weil ihr Leben leicht gewesen wäre, sondern weil sie darauf vertrauen, dass Gott mit ihnen geht.

Ich erinnere mich an eine ältere Frau in einem Pflegeheim. Als ich sie fragte, ob sie Angst habe, lächelte sie und sagte: „Nein. Ich habe mein Leben lang versucht, mit Gott zu gehen. Jetzt wird er den letzten Weg mit mir gehen.“ Das ist der Schatz, von dem Jesus spricht: ein Vertrauen, das größer ist als die Angst.

Auch die erste Lesung weist uns den Weg zu diesem Schatz. König Salomo bittet Gott nicht um Reichtum, Macht oder ein langes Leben. Er bittet um ein hörendes Herz. Wir leben in einer Welt voller Stimmen, Nachrichten und Ablenkungen. Oft beginnt unser Tag mit dem Smartphone und endet mit dem Gefühl innerer Unruhe. Dabei bleibt kaum Zeit, wirklich zuzuhören – den Menschen um uns herum und vor allem Gott.

Wer auf Gott hört, lernt auch, den Mitmenschen besser zuzuhören. Gott spricht oft leise: durch sein Wort, durch den Frieden im Herzen oder durch einen Gedanken, der uns den richtigen Weg weist. Ein hörendes Herz hilft uns, das Wesentliche zu erkennen und nach Gottes Willen zu leben.

Bitten wir heute mit Salomo um dieses hörende Herz:
• ein Herz, das Gottes Stimme zwischen den vielen Stimmen unserer Zeit erkennt;
• ein Herz, das den wahren Schatz sucht;
• und ein Herz, das immer tiefer erfährt: Wer Gott gefunden hat, hat den größten Schatz gefunden – und mit ihm alles, was das Leben letztlich erfüllt.

Möge der Herr uns die Gnade schenken, diesen Schatz jeden Tag neu zu suchen, ihn mit Freude zu bewahren und aus seiner Nähe zu leben. Amen.

Pater Badi O.P.
Vorstandsvorsitzender
https://www.kongo-social-care.de/

🌾 Lasst beides wachsen bis zur Ernte | Mt 13,30Liebe Schwestern und Brüder, liebe Follower,am Samstagabend, dem 18. Juli...
18/07/2026

🌾 Lasst beides wachsen bis zur Ernte | Mt 13,30

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Follower,

am Samstagabend, dem 18. Juli 2026, habe ich um 18:00 Uhr in der St. Kornelius-Pfarrkirche in Rodt die Vorabendmesse zum 16. Sonntag im Jahreskreis A gefeiert.
Im Evangelium hören wir eines der bekanntesten Gleichnisse Jesu: das Gleichnis vom Weizen und vom Unkraut, die bis zur Ernte gemeinsam wachsen. Dieses Bild stammt aus dem Alltag der Menschen zur Zeit Jesu und begegnet uns gerade jetzt in den Sommermonaten auch hier in unserer ländlichen Umgebung auf ganz anschauliche Weise.

In meiner Predigt gehe ich der Frage nach, warum Jesus uns zur Geduld aufruft, weshalb Gott das Böse nicht sofort beseitigt und was dieses Gleichnis für unser persönliches Leben bedeutet. Dabei entfalte ich drei zentrale Gedanken: Gottes Geduld mit uns, die Mahnung, nicht vorschnell über andere zu urteilen, und die Einladung, das eigene Herz zu prüfen und den guten Samen des Evangeliums wachsen zu lassen.

Wenn Ihnen diese Predigt gefallen hat, freue ich mich, wenn Sie sie mit anderen teilen, unseren Kanal abonnieren, einen „Gefällt mir“-Button hinterlassen und Follower unserer Website www.kongo-social-care.de werden.
Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung. Alles Gute und Gottes reichen Segen!

PREDIGT:

Liebe Schwestern und Brüder,

nach meiner zweiten Promotion in Philosophie wurde ich in einer Pfarrei der Diözese Aachen eingesetzt. Der damalige Personalchef sagte mir, der Wirkungsort eines Dominikaners sei vor allem die Stadt. So war ich zunächst in Viersen und später in Krefeld tätig.

Das entspricht der Tradition unseres Ordens. Die Dominikaner gründeten ihre Klöster bevorzugt in den Städten, weil sich dort die Universitäten befanden. Die Verkündigung des Glaubens ist im Dominikanerorden untrennbar mit dem Studium verbunden. Zugleich gingen die Brüder aber auch in die Dörfer, um den Menschen das Evangelium zu verkünden.

Seit Februar feiere ich regelmäßig die heilige Messe in Ostbelgien. Anfangs pendelte ich zwischen Lüttich und dieser Region. Immer wieder bin ich von der Landschaft beeindruckt: die sanften Hügel, die Felder, die Wiesen und die Tiere.

Wenn ich hier unterwegs bin, verstehe ich besser, warum Jesus seine Gleichnisse so häufig aus der Natur und dem Alltag der Menschen nahm. Er sprach vom Sämann und der Saat, von Schafen, Weinbergen, Feigenbäumen und Senfkörnern. In den einfachen Dingen des täglichen Lebens machte er die Wirklichkeit Gottes sichtbar.

So ist es auch im heutigen Evangelium. Jesus erzählt die Geschichte von einem Acker, auf dem guter Weizen wächst – und mitten darunter Unkraut. Aus diesem vertrauten Bild entfaltet er eine Botschaft über das Reich Gottes, über Geduld und über das Vertrauen auf Gottes gerechtes Urteil.

Gerade jetzt, in der Zeit, in der die Felder reifen, ist dieses Gleichnis besonders anschaulich. Überall sehen wir, dass zusammen mit den guten Pflanzen auch das Unkraut wächst.

Spontan würden wir den Knechten wohl zustimmen: Das Unkraut muss möglichst schnell entfernt werden. Doch Jesus überrascht uns. Der Gutsherr sagt: „Lasst beides wachsen bis zur Ernte“ (Mt 13,30). Warum? Weil beim vorschnellen Ausreißen des Unkrauts auch der gute Weizen beschädigt werden könnte.
Dieses Gleichnis wirft eine der großen Fragen des Glaubens auf: Warum lässt Gott das Böse zu? Warum gibt es Leid, Ungerechtigkeit und Gewalt?

Jesus gibt darauf keine theoretische Erklärung. Er lädt uns stattdessen zu einer Haltung der Geduld und des Vertrauens ein. Solange es diese Welt gibt, wachsen Gutes und Böses nebeneinander: Liebe und Egoismus, Wahrheit und Lüge, Frieden und Krieg. Und wenn wir ehrlich sind, entdecken wir beide Seiten auch in unserem eigenen Herzen. Wir möchten das Gute tun, stoßen aber immer wieder an unsere Grenzen, erkennen unsere Schwächen und erleben unsere Schuld.

Mir sind drei Punkte wichtig:

Der erste Gedanke lautet deshalb: Gott hat Geduld mit uns.
Diese Geduld bedeutet, dass Gott uns in unserem Menschsein vollkommen annimmt. Er gibt dem Menschen Zeit zur Umkehr. Er sieht tiefer als wir. Er kennt das Herz und erkennt Möglichkeiten, die wir oft längst aufgegeben haben.
Genau das hören wir auch in der ersten Lesung aus dem Buch der Weisheit: „Weil du über Stärke verfügst, richtest du in Milde“ (Weish 12,18). Wir Menschen setzen Stärke oft mit Härte gleich. Gott aber offenbart seine wahre Stärke in seiner Barmherzigkeit. Seine Geduld ist Ausdruck seiner Liebe.

Ein zweiter Gedanke: Urteilen wir nicht vorschnell über andere Menschen!
Nur Gott kennt das Herz eines Menschen. Kein Mensch ist für immer durch seine Vergangenheit oder seine Fehler definiert. Solange wir leben, bleibt Gottes Ruf zur Umkehr bestehen.
Das bedeutet allerdings nicht, Unrecht zu verschweigen oder das Böse zu dulden. Wo Menschen leiden oder Unrecht geschieht, müssen wir klar Stellung beziehen. Aber wir dürfen niemals vergessen: Jeder Mensch ist Ebenbild Gottes und zum Heil berufen.

Ein dritter Gedanke schließlich: Achten wir auf unser eigenes Herz.
Es ist oft leichter, das Unkraut bei anderen zu entdecken als in unserem eigenen Leben. Jesus lädt uns jedoch ein, zuerst auf uns selbst zu schauen.
Was lässt den guten Weizen in meinem Leben wachsen? Was stärkt meinen Glauben, meine Hoffnung und meine Liebe? Was hilft mir, Christus ähnlicher zu werden?

Die Antwort kennen wir: das Gebet, die Feier der Eucharistie, das Hören auf Gottes Wort und die tätige Nächstenliebe. Dadurch kann der gute Same Frucht bringen – dreißigfach, sechzigfach, ja hundertfach.

Liebe Schwestern und Brüder,

bitten wir den Herrn, dass der gute Samen seines Wortes in unseren Herzen wachsen kann. Vertrauen wir darauf, dass seine Geduld größer ist als unsere Schuld, seine Barmherzigkeit stärker als unser Versagen und seine Liebe mächtiger als alles Böse.

So dürfen wir mit Hoffnung leben, immer wieder neu anfangen und Tag für Tag das Gute tun. Amen.

Pater Badi O.P.
Vorstandsvorsitzender
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Wenn Pater Badi an seinem Geburtstag selbst das Tanzbein schwingt –Lebensfreude pur! 🎉🕺❤️“
13/07/2026

Wenn Pater Badi an seinem Geburtstag selbst das Tanzbein schwingt –
Lebensfreude pur! 🎉🕺❤️“

Jerusalema - Zu meinem Geburtstag in Coronazeit im November 2020 - ...

NICHT DAS NAVI – DIESMAL WAREN ES MEINE AUGEN!Wie Sie wissen, wohne ich in Rocherath-Krinkelt, einem der höchstgelegenen...
12/07/2026

NICHT DAS NAVI – DIESMAL WAREN ES MEINE AUGEN!

Wie Sie wissen, wohne ich in Rocherath-Krinkelt, einem der höchstgelegenen Dörfer Belgiens. Die Kirchen, in denen ich die Messe zelebriere, liegen oft 25 bis 30 Kilometer von meinem Zuhause entfernt. Deshalb bin ich es gewohnt, 30 bis 45 Minuten vor Beginn der Feier vor Ort zu sein. Genau das hatte ich auch am Donnerstag, dem 9. Juli, vor.

Die Messe sollte um 18:30 Uhr beginnen. Also kam ich bereits um 17:35 Uhr an der St.Bartholomäus-Kapelle in Wiesenbach an – ein schöner Vorsprung! Da ich zum ersten Mal dort war, zog ich ganz in Ruhe die Kasel an und begann, den Rosenkranz zu beten.

Um 18 Uhr war jedoch immer noch niemand da. Ich dachte mir: „Nun gut, vielleicht lassen sich die Gläubigen heute etwas Zeit. Warten wir noch ein bisschen.“ Um 18:10 Uhr war die Kapelle noch immer leer. Also öffnete ich meine Tasche, um das Gottesdienstprogramm zu überprüfen. Dabei stellte ich fest, dass die aufgeschlagene Seite die des Monats September war. Als ich schließlich den Juli aufschlug, wurde mir mein Fehler schlagartig bewusst: Die Messe fand gar nicht in Wiesenbach statt, sondern in der St. Adelgund-Pfarrkirche in Recht.
In diesem Moment kam mir nur noch ein Gebet in den Sinn: „Herr, gib mir Frieden … und wenn möglich noch ein paar Minuten mehr!“

Etwa fünfzehn Minuten Fahrt lagen noch vor mir. Gott sei Dank kam ich fast rechtzeitig in Recht an. Einige Gemeindemitglieder standen noch auf dem Parkplatz, andere hatten bereits in der Kirche Platz genommen. Als sie mich kommen sahen, kehrten die Wartenden ebenfalls in die Kirche zurück.

Ich erklärte ihnen mein Missgeschick und bat sie um Verzeihung. Da sie während der Messe so schön gesungen hatten, gab ich ihnen am Ende eine glorreiche 10 von 10 Punkte. Das brachte alle zum Lachen, und die Feier endete schließlich in einer fröhlichen und herzlichen Atmosphäre.

Am Donnerstag, dem 2. Juli, hatte ich außerdem die Freude, mit den Kindern aus Schönberg, die an einem Ferienlager in Amel teilnahmen, die Heilige Messe zu feiern. Sie erzählten mir, dass es schon lange keine Eucharistiefeier mehr während ihres Ferienlagers gegeben habe und dass sie sich sehr freuten, diese schöne Tradition wieder aufleben zu sehen.

Am Samstag, dem 11. Juli, um 13:30 Uhr, durfte ich zudem die Kinder aus Sankt Vith segnen, die zu ihrer Ferienfreizeit aufbrachen. Gemeinsam mit ihren Betreuern und Eltern versammelten wir uns in der St. Vitus-Pfarrkirche in Sankt Vith.

Ich gab ihnen folgenden Gedanken mit auf den Weg: Ein Sommerlager ähnelt ein wenig unserem Leben. Es ist ein Weg voller Entdeckungen, Freuden, manchmal auch Herausforderungen, vor allem aber voller schöner Begegnungen. Bevor man aufbricht, ist es gut, diese Reise dem Herrn anzuvertrauen. Gemeinsam baten wir ihn, die Kinder auf ihrem Weg zu begleiten, ihnen Mut zu schenken, ihnen zu helfen, füreinander Sorge zu tragen, und sie am Ende gesund und wohlbehalten zu ihren Familien zurückzubringen.

Die Kinder trugen anschließend die von mir vorbereiteten Fürbitten vor, und ich segnete sie mit Weihwasser. Kurz darauf traf der Bus ein, und schon machten sie sich auf den Weg – voller Vorfreude, mit ihren Koffern, ihrem Lächeln und, so hoffe ich, mit einem guten Stück Gottes Segen im Gepäck.

Nun möchte ich Ihnen meine Predigt zum 15. Sonntag im Jahreskreis vorstellen. Sie wurde am Samstag, dem 11. Juli, um 18 Uhr in der St. Vitus-Kirche in Sankt Vith sowie am Sonntag, dem 12. Juli, um 10:15 Uhr in der St. Laurentius-Kirche in Mackenbach gehalten.

PREDIKT:

Liebe Schwestern und Brüder,

vielleicht kennen Sie die folgende Geschichte: Ein Mensch träumt, dass er mit Gott am Strand entlanggeht. Während die Bilder seines Lebens an ihm vorüberziehen, sieht er im Sand manchmal zwei Fußspuren und dann wieder nur eine. Gerade in den schwersten Zeiten seines Lebens ist nur eine Spur zu erkennen. Enttäuscht fragt er Gott: „Warum hast du mich gerade dann allein gelassen, als ich dich am meisten brauchte?” Da antwortet Gott: „Ich habe dich nicht verlassen. In den Zeiten deiner größten Not habe ich dich getragen.“

Viele von uns können diese Erfahrung nachvollziehen. Wir erleben Krankheit, Sorgen, Enttäuschungen oder Krisen und sehen zunächst keinen Ausweg. Erst im Rückblick erkennen wir manchmal, dass Gott uns gerade in diesen schweren Zeiten getragen hat.

Auch das heutige Evangelium (Mt 13,1–9) spricht von solchen Erfahrungen. Jesus erzählt das Gleichnis vom Sämann. Großzügig streut er den Samen aus, ohne darauf zu achten, wohin er fällt: auf den Weg, auf felsigen Boden, unter die Dornen oder auf guten Boden.

Der Samen steht für das Wort Gottes. Jesus selbst ist das menschgewordene Wort Gottes. Doch sein Wort findet nicht überall offenen Boden. Schon damals stieß seine Botschaft auf Ablehnung. Selbst viele seiner Jünger taten sich schwer mit seinen Worten. Im Johannesevangelium hören wir, wie viele sagen: „Diese Rede ist hart. Wer kann sie hören?“ (Joh 6,60). Viele verlassen ihn. Da fragt Jesus die Zwölf: „Wollt auch ihr weggehen?“ Petrus antwortet mit den bekannten Worten: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.“ (Joh 6,68).

Dies führt uns zu einem Grundthema der Bibel: Unser Leben gleicht einem Weg mit vielen Kreuzungen. Immer wieder müssen wir Entscheidungen treffen. Einige führen uns näher zu Gott, andere entfernen uns von ihm. Zu unserem Leben gehören auch Schuld und Versagen. Doch Gott hört nicht auf, uns seinen guten Weg zu zeigen und uns immer wieder neu einzuladen.

Liebe Schwestern und Brüder,

das heutige Evangelium macht deutlich: Die Frohe Botschaft trifft auf Hindernisse – damals wie heute. Auch wir kennen Enttäuschungen. Eltern leiden unter ihren Kindern, Kinder unter ihren Eltern, Ehepartner untereinander, Menschen am Arbeitsplatz oder in der Gesellschaft. Viele Jugendliche entfernen sich nach der Erstkommunion oder Firmung von der Kirche. Oft fragen wir uns: Was haben wir falsch gemacht? Warum scheint so wenig Frucht zu wachsen? Warum fällt Gottes Wort so oft auf steinigen Boden?

Doch Jesus lädt uns ein, unseren Blick nicht nur auf den Misserfolg zu richten. Es gibt schließlich auch den guten Boden, auf dem der Same Frucht bringt – dreißig-, sechzig- und hundertfach.

Das Evangelium stellt uns heute eine ganz persönliche Frage: Auf welchen Boden fällt das Wort Gottes in meinem Herzen? Ist mein Herz verschlossen? Betrachte ich alles nur oberflächlich? Oder ist mein Herz offen und bereit, Gottes Wort aufzunehmen?

Misserfolg und Erfolg, Enttäuschung und Hoffnung sowie Krankheit und Gesundheit gehören zu unserem Leben. Doch Gottes Geschichte mit uns endet niemals in der Niederlage. Das zeigt uns Jesus selbst. Sein Kreuz schien das Ende zu sein. Doch die Auferstehung wurde zum endgültigen Sieg des Wortes Gottes.
Auch für uns gilt die Verheißung des Propheten Jesaja: „So kehrt mein Wort nicht leer zu mir zurück, sondern bewirkt, was ich will“ (Jes 55,11). Gottes Wort wirkt, auch wenn wir seinen Erfolg nicht sofort erkennen.

Dieses Wort wartet jedoch auf unsere Bereitschaft. Es möchte unser Herz erreichen, unser Denken verwandeln und unser Leben erneuern.

Deshalb ist es so wichtig, der Bibel im Alltag wieder einen festen Platz zu geben. Die Kirche spricht in diesem Zusammenhang von der Lectio divina, dem betenden Lesen der Heiligen Schrift. Dabei geht es nicht nur darum, einen biblischen Text zu lesen. Es geht vielmehr darum, Jesus selbst zu begegnen und auf das zu hören, was er in unsere konkrete Lebenssituation hinein sagt.

Die Bibel ist kein gewöhnliches Buch. Sie ist Gottes lebendiges Wort. Dieses Wort schenkt Licht, Trost, Heilung und neues Leben. Es öffnete dem Blinden die Augen, heilte den Aussätzigen, rief Lazarus aus dem Grab und verwandelte das Herz der Maria Magdalena. Dasselbe Wort kann auch heute unsere Herzen berühren, heilen und erneuern.

Der Theologe Karl Rahner sagte einmal: „Der Christ der Zukunft wird ein Mystiker sein – oder er wird nicht mehr sein.“ Das gilt auch für unsere Familien und Gemeinden. Unsere Zukunft liegt nicht primär in neuen Programmen oder Strukturen, sondern darin, das Wort Gottes neu zu entdecken, ihm Raum zu geben und aus ihm zu leben.

Bitten wir den Herrn, dass unsere Herzen guter Boden werden, damit sein Wort in uns Wurzeln schlägt, wächst und reiche Frucht bringt. Amen.

Pater Badi O.P.
Vorstandsvorsitzender
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„KOMMT ALLE ZU MIR“Diese Worte Jesu gehören zu den bekanntesten und tröstlichsten Aussagen des Evangeliums. Sie sind wed...
06/07/2026

„KOMMT ALLE ZU MIR“

Diese Worte Jesu gehören zu den bekanntesten und tröstlichsten Aussagen des Evangeliums. Sie sind weder eine leere Vertröstung noch ein billiges Versprechen. Jesus sagt nicht: „Bei mir gibt es keine Probleme mehr.“ Er sagt auch nicht: „Euer Leben wird leicht.“ Was er uns jedoch zusagt, ist etwas, das wir alle zutiefst brauchen: Er schenkt Ruhe für die Seele.

Als Impuls für die kommenden Tage empfehle ich Ihnen meine Predigt, die ich am 4. und 5. Juli 2026 in der Pfarrkirche St. Vitus in St. Vith gehalten habe.
Wenn Ihnen diese Predigt gefallen hat, freue ich mich, wenn Sie sie mit anderen teilen, unseren Kanal abonnieren, ein „Gefällt mir“ hinterlassen und Follower von Web https://www.kongo-social-care.de/ werden.

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung. Gottes reichen Segen!

PREDIGT

Liebe Schwestern und Brüder,

ein Vater ging mit seinem zehn-jährigen Sohn in die Berge. Jeder trug einen Rucksack. Der Junge wollte beweisen, dass er schon groß ist, und packte seinen Rucksack selbst. Er nahm alles mit, was ihm wichtig erschien: eine große Trink-flasche, Spielzeug, Steine und sogar ein dickes Buch.

Nach einer Stunde wurde der Weg steiler. Der Junge blieb immer öfter stehen. Schließlich setzte er sich auf einen Felsen und sagte: „Papa, ich kann nicht mehr.“
Der Vater öffnete den Rucksack und lächelte: „Du trägst Dinge, die du gar nicht brauchst.“ Gemeinsam räumten sie aus. Die Steine blieben am Wegesrand, das dicke Buch ebenfalls. Nur das Nötigste blieb. Dann nahm der Vater den Rucksack seines Sohnes und trug ihn zusätzlich zu seinem eigenen. Der Junge protestierte: „Nein, das ist doch meine Last!“ Der Vater antwortete: „Ja, aber heute trage ich sie mit dir. Darum bin ich doch dein Vater.“

Der Weg blieb derselbe. Der Berg wurde nicht kleiner. Aber der Junge ging wieder mit Freude weiter – nicht, weil die Last verschwunden war, sondern weil er sie nicht mehr allein tragen musste.

So ist es auch mit Jesus im heutigen Evangelium (Mt 11,25–30). Er verspricht uns keine einfachen Wege und kein Leben ohne Sorgen. Aber er sagt: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich will euch Ruhe verschaffen“ (Mt 11,28).

Jesus nimmt uns nicht jeden Berg ab. Aber er geht mit uns. Manchmal zeigt er uns auch, welche „Steine“ wir endlich loslassen dürfen: alte Verletzungen, übertriebene Ansprüche, Schuld oder die Angst, immer perfekt sein zu müssen.

Liebe Schwestern und Brüder,

viele Menschen würden heute wohl sagen: „Ich bin müde.“ Nicht nur körperlich, sondern auch innerlich. Sie sind müde von den Nachrichten, von den Erwartungen und dem ständigen Druck im Beruf, in der Familie, in der Schule oder in der Kirche.
Unsere Zeit ist immer schneller geworden. Doch die Menschen sind dadurch nicht glücklicher. Gerade in diese Wirklichkeit hinein spricht Jesus seine Einladung: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt“ (Mt 11,28).

Er sagt nicht: „Kommt erst, wenn ihr alles im Griff habt.“ Er sagt auch nicht: „Kommt, wenn ihr fehlerlos seid.“ Er sagt: „Kommt mit euren Sorgen, eurer Müdigkeit und euren Lasten.“

Die Frage an uns heute lautet: Was ist die Last deines Lebens?

Jesus kennt deine Ängste, deine Einsamkeit und deine Sorgen um deine Kinder oder deine Gesundheit. Er verspricht dir keine Welt ohne Probleme. Aber er verspricht, dass wir unsere Lasten nicht allein tragen müssen. Geteilte Lasten werden leichter. Christus trägt uns – und wir dürfen unser Leben mit ihm teilen.

Jesus spricht auch von seinem Joch. Ein Joch verbindet zwei Zugtiere miteinander. Das stärkere Tier trägt den größeren Teil der Last. Vielleicht liegt gerade darin das Bild: Jesus sagt nicht: „Trag alles allein“, sondern: „Geh mit mir.“ Das verändert nicht immer sofort die Umstände, aber es verändert den Menschen, der die Last trägt.

Auch Paulus erinnert uns daran. Im Römerbrief schreibt er: „Ihr seid nicht vom Fleisch bestimmt, sondern vom Geist Gottes“ (vgl. Röm 8,9). Mit dem „Fleisch” meint er den Menschen, der nur auf das eigene Ich ausgerichtet ist und sein Vertrauen auf die eigene Leistung setzt. Er muss sich ständig beweisen. Der Geist Gottes hingegen führt in die Freiheit. Er sagt uns: „Du bist längst geliebt, so wie du bist.“

Das ist eine Botschaft, die unsere Leistungsgesellschaft dringend benötigt. Oft bewerten wir einen Menschen nach seinem Erfolg, seiner Leistung oder seinem Ansehen. Doch Gott fragt zuerst: „Wie geht es deiner Seele?“

Jesus schenkt keine Ruhe auf dem Sofa, sondern eine Ruhe des Herzens. Eine Ruhe, die auch im Sturm des Lebens trägt. Menschen, die aus dieser Ruhe leben, müssen nicht vor jedem Gegenwind Angst haben. Sie können zuhören, vergeben und hoffen, denn sie wissen: Ich trage die Lasten meines Lebens nicht allein. Christus trägt sie mit.

Liebe Schwestern und Brüder,

Nehmen wir uns in den kommenden Tagen bewusst einen Moment der Stille und lassen wir die Worte Jesu in unserem Herzen nachklingen: „Kommt alle zu mir.“
Bitten wir Jesus um seinen Geist – den Geist, der unsere Herzen zur Ruhe bringt, Hoffnung schenkt und uns erkennen lässt: Wir sind nicht allein unterwegs. Amen.

Pater Badi O.P.
Vorstandsvorsitzender
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