03/06/2026
Zum gestrigen Artikel in der Heute möchte ich noch etwas los werden.
Ich habe den Originalpost heute doch noch kommentiert, nachdem ich überlegt habe, ob sich das überhaupt auszahlt. Aber nur durch ständige Aufklärung kann sich der eine oder andere vielleicht doch irgendwann, irgendwie, irgendwo Gedanken machen.
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So manchen Kommentar habe ich gelesen, andere übersprungen. Wir, mein Sohn und ich, aber auch eine ganze Elterngruppe, weil wir kein Einzelfall sind, sind der HEUTE sehr dankbar, dass sie das Thema aufgegriffen hat. Festhalten möchte ich, dass das Leben mit einer Behinderung oder chronischen Erkrankung, völlig egal, ob sichtbar oder unsichtbar, teurer ist, als ein Leben ohne Einschränkungen. Worum es hier geht ist, dass mit zweierlei Maß gemessen wird und Menschen mit schweren mehrfach Behinderungen offenbar weniger Wertigkeit haben als alle anderen. Eltern, die deren erwachsene Töchter und Söhne mit Behinderungen zu Hause pflegen und betreuen werden dafür mit finanziellen Einbußen bestraft, ein Heimplatz mit so hohem Pflegebedarf wäre aber ein Vielfaches teurer und sind kaum bis gar keine Plätze und Personal vorhanden. Also vielleicht lässt man die Kirche im Dorf, wenn man "die faule Mutter, die halt hakeln gehen sollte, während der Sohn 4 Tage die Woche je 4 Stunden in der Tagesstruktur ist", dazu auffordert. Der Sohn wird nie arbeiten gehen können, aber soll ihm deshalb eine Existenzabsicherung verwehrt werden, frei nach dem Motto: Was braucht a Behinderter überhaupt a Göd"? ...Alles schon zick mal gehört. Ach ja und nur zur Aufklärung, geht der Sohn krankheitsbedingt inklusive Urlaub, länger als 80 Tage pro Jahr nicht in die Tagesstruktur (gilt im Übrigen auch für WGs), dann darf er Strafzahlungen leisten durch die sogenannte 80-Tage-Fehltage-Regelung. Des Weiteren bitte nicht zu vergessen, während andere in den Urlaub fahren oder ins Wochenende starten, gibt es das für viele betroffene Angehörige nicht. Die Sorgen, die Ängste und Nöte, die schlaflosen Nächte betreffend Gesundheit des zu Pflegenden und der eigenen inklusive. All die Zeit mit Bürokratie, mit Anträgen, mit Arztbesuchen und Therapien, die fallen in Familien, die "der Norm" entsprechen weg. Eine Behinderung wird dann zur absoluten Herausforderung, wenn man gesellschaftlich und politisch in eine Ecke gedrängt, unter Druck gesetzt und herabgewürdigt wird. Dies passiert in Österreich leider ganz oft und immer öfter.
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Liebe Grüße an alle da draußen
Claudia