04/02/2026
Presseaussendung der BI S80 Lobau:
Alle Parteien in der Donaustadt wollen die Wiedereröffnung der S-Bahn-Station Lobau– jetzt sind konkrete Schritte gefragt
Mit breiter Mehrheit hat die Bezirksvertretung Donaustadt am 3. Dezember 2025 eine Resolution verabschiedet, die die Wiedereröffnung der 2014 geschlossenen S-Bahn-Station Lobau fordert.
Dass sich nun alle Parteien hinter dieses Anliegen gestellt haben, ist ein starkes politisches Signal – und ein klarer Erfolg der jahrelangen, beharrlichen Arbeit der Bürger:inneninitiative „S 80 Lobau“ (BI S 80 Lobau).
Der Bezirk und die Stadt Wien sind nun gefordert, gemeinsam mit ÖBB und Bund – wie bei zahlreichen anderen Eisenbahnprojekten – verbindliche Vereinbarungen zu treffen, um die fachliche und finanzielle Verantwortung für Verbesserungen im Wiener Bahnverkehr zu übernehmen.
Zur weiteren Forcierung dieses Projekts brachte die BI S80 Lobau eine offizielle Petition an die Stadt Wien ein, welche auch auf der Internetseite https://www.s80lobau.org/
aufgerufen und unterstützt werden kann.
Während eines halbstündigen Gespräches der BI S80 Lobau mit Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy, zeigte dieser sich sehr interessiert an diesem Thema.
Die ursprünglichen Argumente der ÖBB für die Schließung der Station sind heute einfach nicht mehr zutreffend. Seit 2024 hat sich das gesamte Einzugsgebiet massiv verändert: Die Zahl an potentiellen Fahrgästen im Umfeld der Station hat durch neue Wohnbauten deutlich zugenommen. In fußläufiger Entfernung der Station leben mittlerweile mehr als 2000 Menschen, die im Umfeld verkehrenden, aber leider nie an die S-Bahn in geeigneter Weise
angebundenen Buslinien erschließen Siedlungsgebiete mit insgesamt etwa 10.000 Einwohner:innen. Diese sind derzeit ausschließlich an die U-Bahnen ins Wiener Stadtzentrum angeschlossen, nicht aber an die Tangentialverbindung der S-Bahnlinie 80. So sind viele Menschen daher gezwungen, mit dem Auto die Südosttangente mehr zu verstopfen, als es mit einem attraktiven öffentlichen Verkehrsangebot nötig wäre.
Zehntausenden Erholungssuchenden – insbesondere aus Meidling, Favoriten und Simmering – würde die Station Lobau eine deutlich schnellere Anbindung an Neue Donau,
Donauinsel und Lobau ermöglichen, ohne zeitaufwändige Umwege über das Stadtzentrum.
Für das lokale Umfeld böte eine klug geplante Station Lobau gleichzeitig auch eine barrierefreie Verbindung zwischen den Siedlungsgebieten im Lobauvorland und dem Wegenetz entlang der Donau, indem ihre Lage ideal ist, um die die stark befahrene
Raffineriestraße – die Verlängerung der Donauuferautobahn A22 – sowie auch die dort gelegene Ölhafenbahn zu überbrücken. Derzeit ist man dort zur Benutzung eines lebensgefährlichen ungeregelten Bahnüberganges gezwungen, der vor kurzem leider sogar ein Todesopfer gefordert hat. Auch ein ampelgeregelter Fuß- und Radwegübergang über die Raffineriestraße fordert teils hunderte Meter lange Umwege.
Spätestens wenn der im Eisenbahn-Zielnetz 2040 vorgesehene viergleisige Ausbau der Ostbahn zwischen Stadlau und Simmering endlich umgesetzt wird, werden Kapazitäten für
einen dicht getakteten S-Bahnverkehr frei, in welchem die Station Lobau als wertvoller multimodaler Verkehrsknoten funktionieren und im Sinne der Klimaziele der Stadt Wien tausende tägliche Autofahrten überflüssig machen könnte.
Der politische Wille ist da. Jetzt braucht es entschlossenes Handeln auf Stadtebene, damit aus der einstimmigen Resolution endlich ein einfach zu realisierendes Infrastrukturprojekt
wird.
Die Station Lobau ist eine wichtige Verkehrsanbindung für mehrere Tausend Anrainer. Die Bürgerinitiative hat sich zum Ziel gesetzt die Wiedererrichtung der Station zu erreichen.