25/02/2026
Gestern leuchteten die Kerzen.
Heute stehen wir im Dunkeln.
Gestern Abend zog ein Lichtermeer durch die Wiener Innenstadt. Menschen haben am Stephansplatz gemeinsam geschwiegen. Es war der vierte Jahrestag des russischen Angriffs auf die Ukraine. Wir haben große Reden über Solidarität gehört und das Versprechen, dass wir die Menschen niemals im Stich lassen werden.
Heute Morgen sind die Kerzen erloschen. Die Kameras sind weg. Die Politiker sind zurück in ihren warmen Büros. Und wir? Wir stehen im Community Center und wissen nicht, wie wir den Menschen, die heute zu uns kommen, in die Augen schauen sollen.
Denn während auf den Plätzen die Solidarität beschworen wird, wird sie in den Budgets der Stadt Wien gerade stillschweigend beerdigt. Gleichgültigkeit hat schon längst Einzug gehalten in der Menschenrechtsstadt Wien.
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